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Motorola Atrix im Test: Netbook, Multimedia-Zentrale und Smartphone in einem Gerät
Zubehör nutzt Rechenpower

von Jan Kluczniok Uhr veröffentlicht

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Mit dem Smartphone Atrix zeigt Motorola, wozu aktuelle Handys mit dem richtigen Zubehör in der Lage sind. Im netzwelt-Test musste sich das Atrix daher nicht nur als Mobiltelefon, sondern auch als Netbook und Entertainment-Zentrale bewähren.

Lange hat es gedauert: Anfang Januar stellte Motorola das Superphone Atrix in den USA vor. Im März kündigte das Unternehmen dann den Deutschlandstart an. Aber erst ab Juli stand das wandelbare Smartphone hierzulande in den Regalen. Die Wartezeit hat sich gelohnt, auch wenn das Atrix im netzwelt-Test nicht alles halten kann, was es verspricht.

Nicht weniger als die Zukunft des Mobile Computing will Motorola mit dem Atrix eigenen Aussagen zufolge einleiten. Das leistungsstarke Smartphone soll dem Nutzer nicht nur als Mobiltelefon dienen, sondern dank optionaler Docking-Stationen zugleich auch als Entertainment-Zentrale fürs Wohnzimmer oder als Netbook. Grundlage dafür soll Nvidias Tegra 2-Chip sein, der auch in diversen aktuellen Tablet-PCs zum Einsatz kommt.

Hohe Arbeitsgeschwindigkeit dank Tegra 2-Chip

Dieser sorgt wie beim LG Optimus Speed für einen ordentlichen Geschwindigkeitsschub: Egal, ob beim Öffnen von Apps, Spielen oder Surfen - nervige Wartezeiten gehören mit dem Motorola Atrix der Vergangenheit an und Flash-Inhalte laufen im Browser vollkommen ruckelfrei. Sogar Apples iPhone 4 lässt das Atrix beim Surfen hinter sich. Das belegen die Benchmarks Browsermark und Sunspider.

Samsung Galaxy S2 vs. Samsung Galaxy S vs. LG Optimus Speed vs. Apple iPhone 4
Modell / Benchmark*SunspiderBrowsermark
Samsung Galaxy S2

3.399,4 Millisekunden

42.342 Punkte

HTC Evo 3D6.398,0 Millisekunden32.757 Punkte 
LG Optimus Speed4.064,3 Millisekunden42.123 Punkte
Motorola Atrix4.055,9 Millisekunden37.175 Punkte
Apple iPhone 44.347,1 Millisekunden35.187 Punkte 

* Sunspider und Browsermark messen die Leistungsfähigkeit beim Aufbauen von Webseiten. Bis auf das Sunspider-Benchmark bedeuten in allen Benchmarks höhere Ergebnisse bessere Werte.

Im Vergleich mit anderen Dual-Core-Smartphones kann das Motorola Atrix aber nicht hervorstechen. In den verwendeten Benchmarks Browsermark und Sunspider liegt es gleichauf mit dem LG Optimus Speed, vor dem HTC Evo 3D und deutlich hinter dem Samsung Galaxy S2 - der aktuellen Smartphone-Referenz der netzwelt-Redaktion. Im Alltagsgebrauch wird der Nutzer aber zwischen allen vier genannten Modellen keinen nennenswerten Geschwindigkeitsunterschied bemerken.

Warten auf Gingerbread 

Leistungstechnisch gehört das Motorola Atrix zwar zur Spitzenklasse. Softwareseitig hängt das Smartphone aber der aktuellen Entwicklung hinterher. Ab Werk läuft das Motorola Atrix mit Android 2.2. Ein Update auf Android 2.3 kündigte der Hersteller bereits im Januar an. Es sollte im Laufe des Jahres erscheinen. Passiert ist aber bislang nichts. Ein Gingerbread-Update ist für das Atrix nur in Nordamerika und Asien erschienen.

Das offizielle Statement von Motorola lautet deshalb derzeit: "Wir gehen davon aus, dass das Motorola Atrix das Upgrade auf Android 2.3 erhalten wird, können aber noch nichts zum genauen Zeitpunkt sagen". Dabei wäre eine Aktualisierung auf Android 2.3.4 vor allem unter Sicherheitsaspekten wünschenswert. Als Nutzeroberfläche kommt wieder Motorolas Motoblur zum Einsatz, die im Gegensatz zu früheren Versionen aber nicht mehr so überladen wirkt.

Wandelbares Smartphone dank Zubehör

Während sich die Konkurrenz mit der Integration von Dual-Core-Prozessoren in hosentaschengroße Smartphones rühmt, denkt Motorola die Entwicklung konsequent weiter und präsentiert das passende Zubehör für solche leistungsstarken Smartphones. Verschiedene Docking-Stationen machen das Atrix beispielsweise zum Netbook oder zur Entertainment-Konsole.

Möglich wird dies dank der so genannten Webtop-Oberfläche. Sie öffnet sich, sobald der Nutzer das Smartphone in eine Dockingstation einsetzt. Neben der Bedienung mit Maus beziehungsweise Tastatur ist in der Nutzeroberfläche auch eine vollwertige Firefox-Installation enthalten, über die der Nutzer nicht nur im Netz surfen, sondern auch verschiedene Apps laufen lassen kann. Gleichzeitig sind auch alle Android-Apps nutzbar. Diese lassen sich überwiegend sogar per Maus und Tastatur steuern. Insbesondere bei auf Touchscreen-Bedienung ausgelegten Spielen erweist sich das im Test aber als umständlich.

Motorola Atrix

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Das Motorola Atrix ist das aktuelle Android-Flaggschiff des Herstellers.

Wandelbarkeit hat ihren Preis

Für die Wandelbarkeit des Atrix muss der Nutzer aber noch einmal tief in die Tasche greifen. Rund 270 Euro verlangt Motorola für die Lapdock genannte Netbook-Dockingstation. Für den gleichen Preis erhält der Nutzer auch vollwertige Netbooks, beispielsweise das HP Mini 210.

Und diese bieten deutlich mehr Komfort. So missfiel die Tastatur des Lapdock im Test: Sie erreicht nicht das Niveau einer "normalen" Netbook-Tastatur und fällt nach dem Geschmack des Testers etwas zu klein aus. Statt die F-Tasten-Reihe einzusparen, hätte Motorola lieber das Touchpad einen Tick verkleinern sollen. Unschön ist zudem der Abstand zwischen Tastatur und Touchpad. Längeres Tippen fällt damit auf dem Lapdock schwer.

Der Klang der im Lapdock verbauten Stereo-Lautsprecher ist zudem höchstens befriedigend. Ebenso rastet das Display des Lapdock beim Aufklappen nicht ein. Daher klappt der Bildschirm immer wieder ein wenig herunter, wenn der Nutzer das Lapdock bewegt. Das Display spiegelt zudem stark, was das Arbeiten mit der Dockingstation im Freien erschwert.

Ein weiterer Kritikpunkt: Das Atrix kann zwar im Lapdock aufgeladen werden, allerdings kann es nicht umgekehrt die Dockingstation mit Energie versorgen. Ist der Akku des Lapdocks leer, muss die Dockingstation an die Steckdose. In der Gesamtschau ist das Atrix Lapdock im Moment noch kein vollwertiger Ersatz für ein Netbook.

Gewohnte Motorola-Qualität

Das Handy selbst bietet wieder die gewohnte Motorola-Qualität hinsichtlich Verarbeitung und Sprachqualität. Am Gehäuse sind lediglich die rutschige Rückseite, die fehlenden Abdeckungen für HDMI- und USB-Schnittstelle sowie die etwas schwer zu erreichende, vertiefte Einschalttaste zu bemängeln. Schwerwiegende Verarbeitungsmängel zeigten sich aber nicht.

Trotz des Kunststoffgehäuses wirkt das Motorola Atrix zudem aufgrund seines Gewichtes wertig - ein Handy für all jene, die gern ein schwereres Mobiltelefon in der Hand haben. Der Akku zeigte im netzwelt-Test keine Schwächen. Die maximale Gesprächszeit gibt Motorola mit bis zu neun Stunden an.

Gutes Multimedia-Handy

Auch in der Kategorie Multimedia kann das Motorola Atrix punkten. Eine HDMI-Schnittstelle bietet schließlich nicht jedes Android-Smartphone im Hochpreissegment. Die 5-Megapixel-Kamera zeigte im netzwelt-Test zudem keine Schwächen wie etwa Bildrauschen oder Probleme mit Kontrasten. Ein Minuspunkt ist jedoch der virtuelle Auslöser, der im netzwelt-Test des Öfteren für verwackelte Aufnahmen sorgte. Trotz ihrer Schnelligkeit ist die Kamera des Atrix daher nur bedingt für Schnappschüsse geeignet. Video-Aufnahmen sind zudem leider nur in HD- und nicht in Full-HD-Qualität möglich.

Überzeugen auf voller Linie konnte dagegen der integrierte MP3-Player. Neben Equalizer und Sleep Timer bietet die Software Zugriff auf Streaming-Seiten und Musik-Communities sowie eine Titel-Erkennung. Was will der Musik-Fan mehr.

Preis

Das Motorola Atrix kostet aktuell rund 440 Euro. Der Straßenpreis liegt damit rund 160 Euro unter der unverbindlichen Preisempfehlung von Motorola. Aktuell ist das Smartphone auch bei den Netzbetreibern Vodafone und O2 subventioniert erhältlich.

Fazit

Das Motorola Atrix gehört zur aktuellen Top-Liga der Android-Smartphones - auch wenn das Update auf Android 2.3 zumindest in Europa noch auf sich warten lässt. Das Zubehör ist auf den ersten Blick vielversprechend und innovativ, auf den zweiten Blick offenbaren sich aber noch ein paar Schwachstellen. Wer die Docking-Stationen zu einem attraktiven Preis bekommen kann, sollte dennoch zuschlagen, um das Potential des Atrix auszunutzen.

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Mit dem Smartphone Atrix zeigt Motorola, wozu aktuelle Handys mit dem richtigen Zubehör in der Lage sind. Im netzwelt-Test musste sich das Atrix daher nicht nur als Mobiltelefon, sondern auch als Netbook und Entertainment-Zentrale bewähren.

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Das Motorola Atrix ist nicht nur einfach ein Mobiltelefon. Mit dem richtigen Zubehör verwandelt es sich beispielsweise in ein Netbook. Netzwelt hat das Gerät ausprobiert.
http://www.netzwelt.de/news/88109-motorola-atrix-test-netbook-multimedia-zentrale-smartphone-geraet.html
2011-08-24 16:52:01
http://img.netzwelt.de/dw120_dh90_sw0_sh0_sx0_sy0_sr4x3_nu0/article/2011/neuer-patentantrag-text-sprache-sprache-text-konvertierung-apple-iphone-bild-patently-apple5732.png
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