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PC-BSD 9.0: Neue Generation des BSD-Betriebssystems
Mit ZFS-Dateisystem und neuer Paketverwaltung

von Markus Franz Uhr veröffentlicht

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Wer ein Betriebssystem mit BSD-Kernel auf seinem Desktop-PC einsetzen möchte, kommt an PC-BSD nur schwer vorbei. Kürzlich wurde die Beta-Version der kommenden Generation PC-BSD 9.0 veröffentlicht.

PC-BSD ist ein freies Betriebssystem, das auf FreeBSD basiert und primär auf den Einsatz in Desktop-Rechnern abzielt. Es besitzt eine recht angenehme Oberfläche und soll für Endanwender leichter nutzbar sein als die anderen BSD-Derivate. Netzwelt wirft einen Blick auf die Neuerungen der kommenden Version 9.0.

PC-BSD 9.0 ermöglicht den problemlosen Einsatz des Dateisystems ZFS.

Abseits der großen Betriebssysteme Windows, Linux und Mac OS X tut sich einiges: Alternative Unix-Systeme buhlen immer noch um die Gunst der Nutzer - und zwar nicht nur auf dem Server, sondern auch auf dem Desktop. PC-BSD gehört seit Jahren zu den beliebtesten Betriebssystemen mit BSD-Kernel auf diesem Gebiet.

Neue Version 9.0

Die jüngste stabile Version von PC-BSD trägt die Nummer 8.2 und basiert auf FreeBSD - ebenfalls in der Version 8.2. Sie wurde am 24. Februar 2011 freigegeben und ist damit schon über sechs Monate alt, was die Entwickler zum Aufbau der neuen Fassung veranlasst haben dürfte. PC-BSD 9.0 soll im September für die Allgemeinheit freigegeben werden und steht derzeit in der ersten Beta-Version zum Herunterladen auf den Projekt- und zahlreichen Spiegel-Servern bereit. Die meisten davon sind recht gut ausgelastet, sodass der Download der über drei Gigabyte großen Setup-DVD eventuell länger als erwartet dauern kann.

Neben der gewöhnlichen 32-Bit-Fassung gibt es auch eine DVD für 64-Bit-Systeme. Der Setup-Assistent, der dem Nutzer eigentlich bei der Einrichtung von PC-BSD 9.0 helfen soll, verwirrt ihn zunächst mit einer unnötigen Fehlermeldung, in der vor einem Betrieb mit weniger als 512 Megabyte Arbeitsspeicher gewarnt wird. Diese erscheint auch dann, wenn der Rechner weit mehr als 512 MB RAM besitzt. Nach einer mehr oder weniger kurzen Wartezeit erscheint aber dann endlich der Assistent mit grafischer Oberfläche.

Das neue PC-BSD unterstützt nun auch mehrere Desktop-Umgebungen parallel.

Dateisystem: ZFS

Für PC-BSD wurde der Setup-Assistent einer Runderneuerung unterzogen: Er ist nun deutlich stabiler und ermöglicht es unter anderem, ZFS problemlos als Dateisystem auszuwählen. Gegenüber der Partitionierung der Festplatte mit UFS, Ext2/3/4, ReiserFS und anderen Konkurrenten bietet ZFS einige erhebliche Vorteile, so ist damit zum Beispiel die Zusammenfassung mehrerer Datenträger zu einem großen virtuellen (Pool-)Medium in wenigen Sekunden erledigt. Neben der ZFS-Unterstützung wurde die Verschlüsselung vereinfacht, um die persönlichen Daten der Nutzer vor ungerechtfertigten Blicken zu schützen. Sehr löblich ist, dass der Setup-Assistent den Nutzer warnt, wenn er ein unsicheres Kennwort für ein Benutzerkonto auswählt.

Meta-Pakete und Co.

Der Setup-Assistent bietet dem Nutzer mehrere Desktop-Umgebungen zur Auswahl an, die er ab Version 9 nun auch gleichzeitig auf seinem Rechner betreiben kann, ohne sein System zu verbiegen. Das ist sehr praktisch, um zum Beispiel neben der standardmäßigen KDE-Oberfläche auch GNOME zu installieren. Apropos Programme: In PC-BSD 9.0 wurde auch die Paketverwaltung des Betriebssystems etwas aufgemöbelt, sodass jetzt Meta-Pakete unterstützt werden. Diese beinhalten selbst kein Programm, sondern richten durch Abhängigkeiten eine festgelegte Zusammenstellung an Software auf dem PC ein. Das ist beispielsweise immer dann sinnvoll, wenn ein LAMP-Server mit Apache, PHP und einer MySQL-Datenbank in einem Rutsch eingespielt werden soll.

Der Einsatz von Meta-Paketen ist unter Linux seit Jahren ein gängiges Mittel, mit dessen Hilfe auch in Ubuntu die Zusammenstellung für Server- und Desktop-Betrieb gesteuert wird. In PC-BSD 9.0 gestattet das Paketsystem nun auch eine stärkere Vernetzung mit Bibliotheken, sodass sich zwei oder mehr Programme ein bestimmtes Stück Software teilen können. Dadurch steigt zwar die Komplexität des Systems, der Nutzer spart aber Speicherplatz und ganz nebenbei werden die betroffenen Programme schneller ausgeführt.

In PC-BSD 9.0 wurde besonders der Setup-Assistent an vielen Stellen verbessert.

Updates einspielen

Auch vor dem Update-System machen die Entwickler nicht halt: Ab PC-BSD 9.0 wird es nun auch endlich möglich sein, eine direkte Aktualisierung zwischen den einzelnen Hauptversionen (also z.B. PC-BSD 9.0 auf PC-BSD 9.1) durchzuführen. Das erleichtert Endanwendern die Aktualisierung ihres Systems ganz erheblich und für professionelle Nutzer ergeben sich daraus ganz neue Möglichkeiten zum Einsatz von PC-BSD in einer Desktop-Umgebung mit festen Upgrade-Zyklen. Zu guter Letzt sollte nicht unerwähnt bleiben, dass Version 9.0 von PC-BSD auch einen eigenen App Store bekommen hat: Das entsprechende Programm nennt sich AppCafe und ist zwar noch lange nicht so perfekt wie das Vorbild von Apple, geht aber zumindest in die richtige Richtung. Die Anwendung ähnelt ein wenig dem Ubuntu Software Center von Canonical.

Fazit

Die erste Beta-Ausgabe von PC-BSD 9.0 hinterlässt schon jetzt einen grundsoliden Eindruck. Durch die enge Bindung an FreeBSD besitzt das Betriebssystem wie bisher eine solide technische Basis, die mit einem modernen Setup-Assistenten, einem professionellen Dateisystem und sogar einem App Store nun auch viele Wünsche der Anwender erfüllt. PC-BSD 9.0 braucht den Vergleich mit aktuellen Linux-Distributionen nicht zu scheuen.

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PC-BSD 9.0: Neue Generation des BSD-Betriebssystems
PC-BSD 9.0: Neue Generation des BSD-Betriebssystems
PC-BSD 9.0 liegt als Beta-Version vor und liefert somit einen Ausblick auf die kommende Generation des Betriebssystem mit BSD-Kernel.
http://www.netzwelt.de/news/88092-pc-bsd-9-0-neue-generation-bsd-betriebssystems.html
2011-08-26 13:22:22
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PC-BSD 9.0: Neue Generation des BSD-Betriebssystems