Kleiner Knall, große Geschichte
Im Test: The Tiny Bang Story
Wimmelbild-Sucherei trifft auf klassisches Point&Click-Adventure: Die liebevoll gezeichnete Indie-Knobelei "The Tiny Bang Story" für PC, Mac und bald auch iPad kommt ohne Wörter aus.
"The Art of telling a story without using words" - heißt es auf der Verpackung der englischen Version von "The Tiny Bang Story". Und tatsächlich: Das Spiel, das vom britischen, auf Independent-Produktionen spezialisierten Mini-Publisher Lace Mamba stammt, zelebriert tatsächlich "Die Kunst des Geschichtenerzählens ohne Wörter". Wobei der Begriff Geschichte nicht zwangsläufig eine komplexe Erzählung voller spannender Charaktere, Plots und Subplots meint: Geschichten ereignen sich auch dort, wo nur wenig passiert - etwa beim Öffnen einer Tür und der Entdeckung der dahinter liegenden Besenkammer. Vermutlich lagert dort jede Menge Unrat - unscheinbare, verwahrloste Gegenstände, von denen aber jeder seine eigene kleine Geschichte erzählt.
Genau dieser adventure-typischen Erzähltradition folgt Entwickler Colibri, indem er komplett auf Dialoge verzichtet, das Genre aufs Wesentliche reduziert und den Spieler selbst entdecken lässt, was er hier eigentlich soll. Anfangs lotst man den Knobelfreund noch per Pfeil durch die ersten Spielschritte, aber bereits nach wenigen Minuten ist man sich selbst überlassen: Ein herrlich verschrobener, windschiefer und aus rostigen Rohren konstruierter Turm will ausgiebig beklickt und auf diese Weise erforscht werden. Hebel, Türen, Fenster und possierliche kleine Blech-Minarette wollen ebenso wie ihr Interieur erkundet werden.
Obwohl "The Tiny Bang Story" kein Inventar im üblichen Point&Click-Sinne bietet, wird dennoch eifrig gesammelt: Objekte wie Zahnräder, Henkel oder Puzzle-Teile werden nach einem Klick am Bildrand einsortiert, um dort ihres späteren Rätsel-Einsatzes zu harren. Ebenfalls gesucht werden wollen niedliche kleine Kolibri-Piepmätze, die verspielt durch das Bild schwirren: Jedes geklickte Vögelchen füllt die Hilfefunktion des Spiels mit neuer Energie. Letztere wiederum versorgt ratlose Spieler mit illustrativen Knobelhilfen für das nächste Rätsel.
Video: The Tiny Bang Story
Eben diese beschaulich-entspannte Kombination aus Suchbild und Adventure ist es dann auch, die den Charme von Kolibris Abenteuer ausmacht: Wer sich die Zeit nimmt, die wunderschön gezeichneten Szenarien zu betrachten, analysieren und Pixel für Pixel zu erforschen, der darf sich auf einige Überraschungen und vor allem ein vorbildlich inszeniertes, wohltuend unaufdringliches Erlebnis gefasst machen.
Im Test: The Tiny Bang Story
"The Tiny Bang Story" ist eine beschaulich-entspannte Kombination aus Suchbild und Adventure. (Bild: Colibri Games)
Die liebevoll gezeichnete Indie-Knobelei "The Tiny Bang Story" kommt ohne Worte aus. (Bild: Colibri Games)
Neben allerlei Puzzle-Teilen wollen auch niedliche kleine Kolibri-Piepmätze gesucht werden, die verspielt durch das Bild schwirren: Jedes geklickte Vögelchen füllt die Hilfefunktion des Spiels mit neuer Energie. (Bild: Colibri Games)
Die beschaulich entspannte Kombination aus Suchbild und Adventure ist es auch, die den Charme von Colibris Abenteuer ausmacht. (Bild: Colibri Games)
Die bereits erhältliche englische Fassung von "The Tiny Bang Story" kommt für schmale 15 Euro in einem schicken Pappschuber, der neben dem Spiel Soundtrack-CD und Poster birgt, außerdem bröselt dem Spieler ein schickes Puzzle entgegen. Welche Extras die deutsche Fassung Mitte Oktober bieten wird, ist noch unbekannt - vermutlich wird sie aber anstelle des Puzzles Postkarten enthalten.
Datenblatt
| The Tiny Bang Story | |
| Spielname | The Tiny Bang Story |
| Hersteller | Colibri Games |
| Vertrieb | Headup Games |
| Genre | Adventure |
| Erhältlich ab | 06.10.2011 |
| Preis | ca. 20 Euro |
| EAN Code | 4018281673710 |
| Schwierigkeit | Für Einsteiger und Fortgeschrittene |
| Alter | ab 6 Jahren |
| Multiplayer | nein |
| Sonstiges | |
| Bewertung Grafik | gut |
| Bewertung Steuerung | gut |
| Bewertung Sound | befriedigend |
| Bewertung Spielspass | gut |
| Bewertung Gesamt | gut |
| System | iPhone / iPod Touch |
| System | Mac OS X |
| System | PC |
Nachricht bereitgestellt von teleschau - der mediendienst
Weitere Informationen
Wie geht's weiter? Zu diesem Thema haben wir folgende redaktionelle Übersichten erstellt: Mac OS X, Apple iPhone und Apple iPod Touch.
