Bauteil ahmt Gehirnprozesse nach
Cognitive Computing: IBM entwickelt "denkenden" Chip
Ein Chip, der Tätigkeiten des menschlichen Gehirns imitiert: IBM könnte mit seiner neu vorgestellten Generation an Bauteilen einen neuen Weg der Chipentwicklung einleiten. Der Vorteil: Die Bauteile sind weniger energiehungrig und sparen Platz.
Die Neuro-Chips simulieren die Fähigkeiten des menschlichen Gehirns und sind nicht linear, sondern in Nachahmung neurobiologischer Prozesse des Denkapparats gebaut. Durch komplizierte Algorithmen und Silizium-Schaltkreise sollen die Bauteile Prozesse des Gehirns - etwa der Wahrnehmung, des Handelns und der Auffassungskraft - reproduzieren können. Dafür setzt IBM auf Forschungen aus der Nano- und Neurowissenschaft sowie auf Supercomputing.
Die IBM-Entwicklung bedeutet eine Abkehr von der herkömmlichen Art, Computerchips zu entwickeln. Nach der herrschenden Von-Neumann-Architektur können Befehlsoperationen nur nacheinander und nicht gleichzeitig delegiert werden. Die Neuro-Chips von IBM sollen dagegen selbstständig aus bisherigen Erfahrungen "lernen", Korrelationen finden, Hypothesen aufstellen und sich erinnern.
Noch keine fertigen Produkte
Die Entwicklung von IBM befindet sich derzeit aber noch im Teststatus, Endprodukte liegen noch nicht vor. Das Unternehmen hat bisher zwei Prototypen in einer Chipfabrik in Fishkill im US-Bundesstaat New York produziert. Sie wurden ursprünglich von Experten im IBM-Forschungszentrum Almaden in Kalifornien entworfen.
Die Chips enthalten 256 Knotenpunkte, die Neuronenbahnen nachempfunden sind. Ein Kern arbeitet mit 262.144 programmierbaren Modulen, die Synapsen-ähnlich miteinander verbunden sind. Zukünftige Entwicklungen der Chiparchitektur sollen in der Lage sein, über eine große Anzahl an Sensoren Informationen aus der Umwelt zu empfangen. Damit könnten etwa die weltweite Wasserversorgung überwacht, Werte wie Temperatur, Druck, Akkustik gemessen sowie Tsunami-Warnungen ausgegeben werden.
Die Neuro-Chips entstehen im Rahmen des Projekts "Systems of Neuromorphic Adaptive Plastic Scalable Electronics" (SyNAPSE) des US-Verteidigungsministeriums. Zu den beteiligten Forschern gehören neben IBM-Mitarbeitern auch Experten von Hewlett-Packard (HP) sowie von den HRL Laboratories, die von General Motors und Boeing betrieben werden.

na da bin ich ja mal gespannt, was IBM mit diesen Chips anfangen wird... ich hoffe mal was sinnvolleres als für Rüstung! Obwohl, im Rahmen ihrer Smarter Planet Ideen haben die Leute von IBM schon recht brauchbare...