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Link-Wink: Google gibt Japan-Opfern Erinnerungen zurück

Seit Ende Mai verfolgt Google Japan in Kooperation mit einer japanischen NPO ein Projekt, das den Opfern der dreifachen Katastrophe in Japan ein Stück ihrer Erinnerung zurückgeben soll. Das Unternehmen stellt eine Internet-Plattform bereit, die es den Betroffenen ermöglicht, Fotos, Videos oder persönliche Gedanken zum Alltag in der ost-japanischen Krisenregion um Fukushima und Sendai vor und nach der Tsunami online zu stellen.

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Bis August wurden bereits über 12.000 Fotos und 300 Videos auf die Seite "Erinnerungen für die Zukunft" hochgeladen. Der entsprechende Link befindet sich am Ende des Artikels. Nun kündigte Google Japan an, auch Smartphone-Nutzern durch eine App die Nutzung des Angebots zu erleichtern, denn die 160.000 als Opfer anerkannten Menschen leben oft immer noch in Notunterkünften und besitzen außer ihrem Handy keinen Zugang zum Internet. Den Menschen, die nicht einmal über diese Verbindung verfügen, ermöglicht Google an 50 Orten in der Präfektur Miyagi die Bildrecherche vor Ort und stellt einen Scanner bereit, um rare, gerettete Fotos ebenfalls online stellen zu können.

Das Ziel: Den Opfern zeigen, dass nicht alles verloren ist

Koji Baba, Senior-Manager von Google Japan, äußerte in einem Interview gegenüber der japanischen Tageszeitung Mainichi Shinbun, dass das Projekt entstand, um den Opfern neue Hoffnung zu geben. Viele aus der Heimat Vertriebene hätten geäußert, dass alle ihre Fotoalben weggeschwemmt wurden und sie dadurch das Gefühl hätten, auch ihre Erinnerungen an die Zeit vor der Katastrophe zu verlieren. Viele befürchten zudem, dass regionale Feste in Vergessenheit geraten und nie wieder erlebt werden können. Diese Verlustängste haben für den großen Erfolg der Plattform gesorgt, der vor allem auf Mund-zu-Mund-Propaganda zurückzuführen ist.

Ein Blick auf die Seite lohnt sich nicht nur für Betroffene und ist auch ohne Japanisch-Kenntnisse unkompliziert, denn bereits auf der Startseite kann auf die chronologisch sortierten Fotos und Videos vor und nach der Katastrophe zugegriffen werden. Dort finden sich einprägsame Momentaufnahmen eines ganz normalen Alltags, der von einem Tag auf den anderen verschwand. Bilder von lachenden Schülerinnen am Hafen reihen sich hier an Fotos von in einer Geisterstadt umher streunenden Schweinen, Hunden und sogar einem verwaisten Strauß. Blühende Landschaften stehen Bildern von zerstörten Häusern und verwüsteten Zimmern entgegen. "Erinnerungen für die Zukunft" ist ein Projekt, das auch Unbeteiligten erlaubt, das Leid der Opfer nachzuempfinden.

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