Nur für Minderjährige sichtbar
Facebook-Partys: Soziales Netzwerk warnt vor Masseneinladungen
In den vergangenen Wochen sorgten sogenannte Facebook-Partys immer wieder für Aufsehen, da sie mitunter eskalierten. Dabei wurden die Einladungen an sämtliche Nutzer verschickt, indem sie als öffentlich markiert wurden. Von Seiten der Politik erntete Facebook dafür mehrfach Kritik und reagiert jetzt mit einem entsprechenden Warnhinweis.
Die Warnung wird angezeigt, wenn ein Facebook-Nutzer Einladungen verschickt, die von jedem gesehen werden können. Gelb hinterlegt erscheint dann der folgende Text: "Du bist dabei eine öffentliche Veranstaltung zu erstellen." Eine Einschränkung gibt es dabei, denn die Warnung wird von Facebook nur minderjährigen Nutzern angezeigt. Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, handelt es sich dabei zunächst um einen Versuch. Facebook wird einer Sprecherin zufolge die Auswirkungen des neuen Hinweises auswerten.
Öffentliche Veranstaltung weiterhin als Voreinstellung
Facebook lässt trotz des Warnhinweises auch weiterhin standardmäßig eingestellt, dass eine Einladung für eine öffentliche Veranstaltung verschickt wird. Nutzer müssen also jedes Mal das entsprechende Häckchen wegnehmen. Trotz allem gibt es schon positive Stimmen aus der Politik zur Maßnahme von Facebook, so begrüßt der Internetbeauftragte der FDP-Bundesfraktion, Manuel Höferlin, den Warnhinweis als "richtigen Schritt in die richtige Richtung".
Ein Beispiel für eskalierte Partys ist der Geburtstag der minderjährigen Thessa aus Hamburg. Sie stellte ihre Einladung versehentlich auf öffentlich, was rund 1.600 partywütige Jugendliche anlockte und zu elf Festnahmen führte. Nachdem anschließend mehrere Facebook-Partys ebenfalls eskalierten, sprachen sich Politiker zunächst für ein Verbot von Masseneinladungen aus. Der NRW-Innenminister Ralf Jäger hält das für unnötig, forderte aber bereits von Facebook Zugeständnisse. Ein Punkt für ihn ist dabei die standardmäßige Voreinstellung als öffentliche Veranstaltung.


Rund 1.600 Facebook-Fans feierten den Geburtstag einer Hamburgerin. Sie hatte eine Einladung zu ihrem Jahrestag versehentlich "öffentlich" auf dem sozialen Netzwerk eingestellt. Polizisten nahmen bei der Party elf Personen fest.
Zu immer mehr Partys wird über Facebook eingeladen. Mit der Folge, dass es teilweise zu wahren Massenanstürmen kommt. Entstehen bei den Feiern Schäden, hilft leider nicht jede Versicherung.
In letzter Zeit kam es vermehrt zu Ausschreitungen bei so genannten Facebook-Partys. Während einige Innenminister deshalb ein Verbot von Masseneinladungen zu solchen Veranstaltungen fordern, sprach sich NRW-Innenminister Jäger gegen ein grundsätzliches Verbot aus.
Das Gespräch zwischen dem NRW-Innenminister Ralf Jäger mit Facebook zeigt einen Erfolg: Facebook will Meldungen anonymer Masseneinladungen sofort nachgehen. Weitere Forderungen von Jäger wurden allerdings nicht akzeptiert.
Facebook vereinfacht erneut seine Privatsphäre-Einstellungen und integriert diese direkt in das Profil. Zudem erhalten Nutzer mehr Kontrolle über ihre Inhalte. So müssen Markierungen in Fotos oder Beiträgen zunächst bestätigt werden.
Eine über das Soziale Netzwerk organisierte Party in Backnang verursachte Kosten in Höhe von 140.000 Euro für Stadt und Polizei. Während die Staatshüter nach den Verantwortlichen suchen, wurden schon neue Facebook-Partys gefeiert.
Eine neue Ansicht in Facebook soll für mehr Übersicht sorgen. Geburtstage von Freunden, Einladungen und Veranstaltungen werden in einer Kalender- oder Listenansicht angezeigt.




