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Anleitung: Eigene Domain für Microsoft Office 365 konfigurieren
Arbeiten in der Cloud

von Markus Franz Uhr veröffentlicht

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Microsoft Office 365 spielt eine wichtige Rolle in der Cloud-Strategie von Microsoft. Dieser Artikel erklärt, wie Benutzer eine eigene Domain aktiveren können und was es bei Aktivierung und DNS-Einstellungen zu beachten gilt.

Bei der Registrierung für Microsoft Office 365 erhält der Anwender eine Subdomain, die für einen professionellen Einsatz aber keine gute Lösung ist. Um eine neue Domain in Office 365 zu hinterlegen, ist einiges an Konfigurationsarbeit erforderlich - besonders bei den DNS-Einstellungen müssen Nutzer aufpassen.

Die Konfiguration einer neuen Domain in Office 365 ist recht aufwändig.

Microsoft ist mit dem Programmpaket Office seit über 20 Jahren am Markt, seit 2011 gibt es auch eine webbasierte Variante namens Office 365. Mit diesem Angebot greift der US-Konzern den Konkurrenten Google im zukunftsträchtigen Segment für Cloud Computing an und ködert Nutzer mit günstigen Preise für eine gut integrierte Zusammenstellung aus Büropaket, E-Mail-Lösung und Kommunikationszentrale für Teams.

Domain von Microsoft

Microsoft Office 365 besteht aus Exchange Online, das als E-Mail-Server fungiert, Lync Online, einer Plattform für Instant Messaging, SharePoint Online für die Erstellung eigener Intranet-Seiten und den Office Web Apps. Letztere und Lync lassen sich schon nach der Anmeldung problemlos benutzen, für den E-Mail-Dienst und eine öffentliche Internetpräsenz auf Basis von SharePoint benötigt der Nutzer aber eine Domain. Bei der Registrierung - egal ob im Paket P1 für kleine Unternehmen oder als Großkunde - ist eine Subdomain nach dem Schema beliebig.onmicrosoft.com enthalten, die während der Registrierung festgelegt wird.

Diese lässt sich nachträglich nicht mehr ändern, da der SharePoint-Server fest an die Subdomain gebunden wird. Auch E-Mails können die Benutzer darunter empfangen, bei der Anmeldung erstellt Office 365 ein Konto für Administratoren, zum Beispiel max.mustermann@beliebig.onmicrosoft.com. Die Subdomain von Microsoft ist zwar kostenlos, für die Weitergabe an dritte Personen aber äußerst unschön: Damit kann jeder sofort sehen, das man auf Office 365 setzt und E-Mails über Microsoft Exchange versendet beziehungsweise die Internetpräsenz mit SharePoint erstellt hat. Auch aus Sicherheitsgründen sollte man in Office 365 eine eigene Domain einrichten, die es bei jedem Provider für kleines Geld zu kaufen gibt.

Im ersten Schritt muss der Nutzer in die Verwaltungskonsole von Office 365 wechseln.

Besitzer einer Adresse

Microsoft Office 365 bietet dem Nutzer hier etwas weniger Komfort als Google Apps for Business: Dort kann der Nutzer gleich zu Beginn seine Domain angeben oder eine neue .de/.com/.net-Adresse bei Google über den Umweg zu Enom bestellen. Als Kunde von Microsoft muss man sich selbst um die Registrierung kümmern - und dabei gilt es zu beachten, dass für den Einsatz mit Office 365 der Zugriff auf die DNS-Angaben möglich sein muss, was nicht jeder Provider anbietet. Häufig bleibt das teuren Paketen vorbehalten.

Bevor die persönliche Domain in Office 365 aktiviert werden kann, muss der Administrator sich zunächst als Besitzer der Adresse ausweisen - ansonsten könnte jeder Nutzer eine beliebige Domain für E-Mail-Versand nutzen, die ihm gar nicht gehört. Nachdem eine neue Domain - Microsoft spricht abweichend von einer "Domäne" - in der Konsole im Bereich "Verwaltung" eingegeben wurde, stehen zwei Überprüfungsmethoden zur Auswahl: Entweder fügen Nutzer einen sogenannten TXT-Eintrag im DNS-Eintrag des Hosters hinzu oder geben einen MX-Eintrag ein. Letzteres birgt etwas mehr Risiko, da es bestehende E-Mail-Systeme betrifft.

Konfiguration des DNS

Daher sollte jeder Anwender - sofern von der Registrierungsstelle unterstützt - die TXT-Methode bevorzugen. Ein TXT-Eintrag ist eine beliebige Zeichenkette, die keinen Einfluss auf die Zuordnung einer Domain zu einer bestimmten IP-Adresse hat und daher eine bestehende Konfiguration nicht beeinflusst. Microsoft gibt dem Nutzer nicht nur die Domain und den Texteintrag vor, sondern auch die Gültigkeitsdauer des Eintrags. Sie liegt bei einer Stunde - zwischen der Anpassung der Informationen im Domain Name System und der erneuten Überprüfung in MS Office 365 sollte also auf eine längere Pause unbedingt verzichtet werden.

Nicht alle Provider gestatten den Eintrag einer Zeichenkette, in der Regel sollte aber die Änderung der MX-Einträge problemlos möglich sein. Dabei gilt es aufzupassen, keine bestehenden MX-Eintrage zu verändern, da sonst sofort keine E-Mails mehr mit dem bestehenden Postfach empfangen werden können. Beim Hinzufügen der von Microsoft vorgegebenen Zeichenkette in das MX-Feld sollte auf jeden Fall eine geringere Priorität für den neuen MX-Eintrag gewählt werden, damit dieser wirklich nur zur Aktivierung in Microsoft Office 365 und nicht zum Mail-Empfang genutzt wird. Achtung: Für eine niedrigere Priorität muss eine höhere Zahl im entsprechenden Feld eingegeben werden, da sich Zahl und Priorität genau entgegengesetzt verhalten.

Office 365 fordert zur Bestätigung zahlreiche DNS-Einstellungen an.

Kontakt zum MS-Server

Nachdem die DNS-Einstellungen abgeschlossen sind, kann der Nutzer zu Office 365 zurückkehren und dort auf den Bestätigungsknopf klicken. Danach sucht der Server von Microsoft nach dem TXT- oder MX-Eintrag und aktiviert die Nutzung der gewünschten Domain in der Administrationskonsole. Damit ist die Konfiguration aber noch nicht abgeschlossen: Microsoft kennt nun die neue Domain, externe Server und Besucher der Internetpräsenz werden aber noch zum alten Provider umgeleitet und wissen nichts von Office 365.

Um die eigene Domain endgültig mit dem Cloud-Angebot zu verknüpfen, muss der Nutzer ein letztes Mal die Informationen im Domain Name System anpassen. Hier gibt es ebenfalls wieder zwei Möglichkeiten: Die einfachste Lösung besteht darin, die bisherigen DNS-Server des Providers durch die Rechner von Microsoft zu ersetzen. Nach der Aktivierung einer Domain teilt Microsoft dem Nutzer die genaue Adresse zweier neuer DNS-Server mit, auf denen bereits die korrekten Einstellungen für die Arbeit mit SharePoint und Exchange in Office 365 enthalten sind. Alternativ lassen sich diese DNS-Informationen auch anzeigen und Feld für Feld manuell in die DNS-Konfiguration übernehmen, um beispielsweise lediglich MS Exchange als E-Mail-Server zu nutzen.

Einzelne Benutzerlizenz

Mit diesem Schritt steht einer Nutzung der Domain an Stelle einer onmicrosoft.com-Adresse nichts mehr im Wege. Über die Benutzerverwaltung kann der Administrator nun ein zweites Konto anlegen und diesem eine professionell aussehende E-Mail-Adresse zuweisen. Für den Benutzer, unter dem Microsoft Office 365 registriert wurde, ist eine Änderung der E-Mail-Adresse in den Einstellungen des Kontos nicht möglich. Für diejenigen Kunden, die Office 365 im günstigsten Paket P1 gebucht haben, entsteht dadurch ein neues Problem: Sie besitzen ja nur eine einzige Lizenz für die Plattform, die schon vom Administrator belegt ist.

Daher können Sie keinen zweiten Benutzer ohne Mehrkosten hinzufügen. Das Problem lässt sich aber umgehen, indem man zunächst einen neuen Benutzer mit administrativen Rechten anlegt, dem keine Lizenz zugewiesen wird. Erst nach der erfolgreichen Erstellung eines zweiten Administrators mit abweichender E-Mail-Adresse (Microsoft Online Services-ID) kann der Nutzer in der Verwaltungskonsole die Lizenz für den ursprünglichen Administrator deaktivieren und anschließend dem neuen Administratorkonto zuweisen.

Nach der erfolgreichen Bestätigung kann Office 365 die Domain unter anderem für E-Mails nutzen.

Sperre für Administrator

Dabei ist unbedingt auf die Reihenfolge zu achten: Schaltet man zuerst die Lizenz des eigenen Nutzerkontos ab, ohne dass schon ein neuer Administrator angelegt wurde, kann kein neues Konto mehr erstellt werden. Darüber hinaus entfernt Office 365 alle Daten und Einstellungen eines Nutzers, sobald ihm die Lizenz entzogen wird. Sofern dort noch wichtige Inhalte liegen, sollten sie unbedingt noch extern gesichert werden. Unbedarfte können sich sogar komplett von Office 365 aussperren: Wer die Subdomain von Microsoft löscht, entfernt damit auch automatisch das erste Administratorkonto und seinen gesamten Office-Zugang.

Fazit

Microsoft Office 365 bietet dem Nutzer als Cloud-Anwendung zahlreiche Vorteile: Es ist einfach zu bedienen, unabhängig von einem bestimmten Endgerät und zu relativ günstigen Preis erhältlich. Gerade die Erstkonfiguration der Plattform stellt die Nutzer vor große Hürden, nicht nur bei der Anbindung einer eigenen Domain. Sollten Probleme dauerhaft bestehen, bietet Microsoft aber auch Hilfe durch seinen Kundendienst an.

Kommentare zu diesem Artikel

Microsoft Office 365 spielt eine wichtige Rolle in der Cloud-Strategie von Microsoft. Dieser Artikel erklärt, wie Benutzer eine eigene Domain aktiveren können und was es bei Aktivierung und DNS-Einstellungen zu beachten gilt.

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  • Daniel Melanchthon [MSFT] schrieb Uhr
    AW: Anleitung: Eigene Domain für Microsoft Office 365 konfigurieren

    Zwei kleine Anmerkungen zu der Anleitung: 1. Die Verwendung des MX-Eintrages ist unkritisch, da Office 365 als Endung für den Eintrag gemäß RFC 2606 .invalid benutzt. Man sollte nur nicht die bestehenden Einträge überschreiben/löschen und der neue Eintrag sollte eine höhere Zahl als die bestehenden haben. 2. Die E-Mailadresse samt Domäne des ersten Administrators kann auch leicht geändert werden: //community.office365.com/en-us/b/the_grid/archive/2011/08/15/how-to-changing-the-domain-of-the-admin-account.aspx

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Anleitung: Eigene Domain für Microsoft Office 365 konfigurieren
Anleitung: Eigene Domain für Microsoft Office 365 konfigurieren
Microsoft Office 365 ermöglicht dem Nutzer das Arbeiten mit der Bürosoftware in der Cloud. Die Konfiguration besitzt allerdings einige Tücken.
http://www.netzwelt.de/news/87930-anleitung-eigene-domain-microsoft-office-365-konfigurieren.html
2011-08-17 08:54:17
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Anleitung: Eigene Domain für Microsoft Office 365 konfigurieren