Nach fast fünf Jahren die erste neue Java-Version

Java SE 7: Open-Source-Fundament und mehr Geschwindigkeit

Java gehört zu den bedeutendsten Bausteinen der modernen IT-Welt: Die Programmiersprache sorgt dafür, dass Online-Banking-Anwendungen an den richtigen Nutzer ausgeliefert und Blu-Ray-Dicsc mit interaktivem Material bestückt werden können - und dafür, dass der Mars-Roboter Rover so lange durchgehalten hat. Das in dieser Woche freigegebene Java SE 7 ist die erste Version, die vollständig von Oracle entwickelt wurde.

Oracle hat kürzlich die neue Version 7 der Java-Plattform freigegeben. (Bild: Oracle Webcast)
Oracle hat kürzlich die neue Version 7 der Java-Plattform freigegeben. (Bild: Oracle Webcast)

Inhaltsverzeichnis

  1. 1Java SE 7 und JDK
  2. 2OpenJDK und Apple
  3. 3Schneller Dateizugriff
  4. 4Fazit
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Java SE 7 und JDK

Eigentlich stammt Java aus dem Hause Sun Microsystems, das jedoch schon Anfang 2010 von Oracle aufgekauft wurde. Neben den Hardware-Produkten hatte Oracle-CEO Larry Ellison dabei mit großer Sicherheit auch Java im Auge, das als führend bei plattformübergreifenden Anwendungen gilt. Bei Sun waren für Java 7 so viele Neuerungen geplant, dass diese nicht alle rechtzeitig umgesetzt werden konnten. Java 7 ist also eigentlich nur eine Übergangsversion, die Java 8 (geplante Freigabe Ende 2012) vorbereiten soll.

Java 7 liegt wie bisher in mehreren Versionen vor: Für Endanwender genügt die Laufzeitumgebung, genannt Java Runtime Environment, um Anwendungen in der gleichnamigen Programmiersprache auszuführen. Für die Installation benötigt der Anwender mindestens Windows XP mit Service Pack 2, Ubuntu Linux 10.04 oder eine gleichwertige Distribution. Natürlich gibt es auch eine Java-Version für Oracle Solaris. Die Erweiterung zur Ausführung von Java-Applets im Browser, zum Beispiel für ElsterOnline, funktioniert mit dem Internet Explorer 7, 8 und 9 sowie mit dem Mozilla Firefox 3.6 und 4.0. Die Firefox-Version 5.0 gehört derzeit nicht zu den offiziell unterstützten Browsern. Auch der Browser Google Chrome wird unterstützt, allerdings ausschließlich unter Windows.

Java sorgt auf dem Desktop dafür, dass z.B. die Steuererklärung über Elster funktioniert. (Bild: Netzwelt)
Java sorgt auf dem Desktop dafür, dass z. B. die Steuererklärung über Elster funktioniert. (Bild: Screenshot)

OpenJDK und Apple

Die gleichen Systemanforderungen gelten für das sogenannte Java Development Kit (JDK), das neben der Laufzeitumgebung auch alle Programme beinhaltet, die es ermöglichen, selbst Java-Anwendungen zu entwickeln. Java 7 ist die erste Version der Programmiersprache beziehungsweise Programmierplattform, die auf dem sogenannten OpenJDK basiert: Noch zu Suns Zeiten wurde das gleichnamige Open-Source-Projekt gestartet, um alle Bestandteile von Java frei verfügbar zu machen und es dadurch langfristig in der Linux-/Unix-Welt zu etablieren.

Diverse Linux-Distributionen beinhalten das OpenJDK 6, die kommenden Herbst-Ausgaben von Ubuntu, openSUSE und Co. dürften dann auch das OpenJDK 7 ausliefern. Wer bereits jetzt wechseln möchte, kann sich die entsprechenden Installationspakete als ZIP-Archiv von der OpenJDK-Seite herunterladen.

Dem OpenJDK-Projekt hat sich mittlerweile sogar Apple angeschlossen: Seit Mac OS X 10.7 alias Lion wird das Betriebssystem für den Mac ohne Java ausgeliefert, jedoch kann von der Apple-Website ein Java JDK in der Version 6.0 kostenlos bezogen werden. Die nächste Ausgabe der Laufzeitumgebung soll - so jedenfalls die Ankündigung im Dezember 2010 - auf dem OpenJDK basieren, zu dem Apple einen Teil seiner eigenen Java-Technologie beisteuern will. Wann Java 7 für Mac OS X genau erscheint, ist noch unklar. Weder Oracle noch Apple haben sich auf Anfrage von netzwelt dazu geäußert.

Schneller Dateizugriff

Die meisten Neuerungen von Java SE 7 betreffen Programmierer: Sie benötigen für viele Aufgaben weniger Quelltext, um das gleiche Ziel zu erreichen. So können in switch-Anweisungen (einer Abzweigung im Code) nun auch Zeichenketten miteinander verglichen werden, ohne diese Operation in einer separaten Funktion kapseln zu müssen. Entwickler und Endanwender werden gleichermaßen schätzen, dass Java 7 unter Windows nun auf einen neuen IPv6-Stack zugreift, der mehr Sicherheit und Stabilität bei der Kommunikation mit dem neuen Protokoll bringt. Die Unicode-Integration wurde auf Version 6.0 aktualisiert, auch die Schnittstelle zur Anbindung von Datenbanken (JDBC) wurde überarbeitet. Besonders positiv bemerkbar macht sich Java SE 7 durch einen schnelleren Zugriff auf das Dateisystem, was alle Java-Programme beschleunigt.

Fazit

Java 7 ist ein Schritt in die richtige Richtung - und zwar sowohl für Entwickler als auch für Endanwender. Durch die Optimierung der Sprache und die Konzentration auf Geschwindigkeit, Stabilität und Sicherheit wird sich die neue Fassung sicher schnell durchsetzen. Die aktuelle Laufzeitumgebung kann wie gewohnt auch Programme für ältere Java-Versionen ausführen, sodass niemand zwei Ausgaben parallel installieren muss.

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