Fehlende Sicherheit
Zoll-Server: Trojaner erleichterte Hackerangriff
Durch fehlerhafte Sicherheitsvorkehrungen ist der Hackerangriff auf einen Zoll-Server im Juli offenbar begünstigt worden. Das geht aus Medienberichten hervor. Demnach hat ein Trojaner auf dem Rechner eines Beamten den Angreifern wichtige Informationen zugespielt.

Die Tageszeitung "Die Welt" schreibt, dass Mitglieder der für den Angriff auf den Zoll-Server im Juli verantwortlichen Gruppe "No-Name Crew" mit Hilfes des Trojaners in der Lage gewesen seien, über zwei Jahre private Dokumente eines Mitarbeiters einzusehen. Der Beamte hatte für sein beruflich genutztes E-Mail-Konto eine Weiterleitung auf sein privates elektronisches Postfach eingestellt.
Überwachungsdaten standen im Netz
Die ermittelten Informationen könnten den Angriff auf die Zoll-Server erleichtert haben. Auf den Rechnern der Behörde lief das sogenannte Patras-System. Patras ist ein Spähprogramm, das in der Lage ist, Positionsdaten auszuwerten. Die Informationen erhält die Software von GPS-Sendern. Die Behörden, darunter die Landeskriminalämter, das Bundeskriminalamt und der Zoll, setzen das System zur Überwachung von Verbrechern und Verdächtigen ein. Nach dem Cyberangriff tauchten solche Standortinformationen im Netz auf.
Die Polizei hat mittlerweile zwei Personen festgenommen, die Mitglieder der "No Name-Crew" sein sollen. Laut "Welt" sind die beiden 23 Jahre alt und gelten als tatverdächtig. Die Landeskriminalämter reagierten besorgt auf das Verhalten des Mitarbeiters. In Baden-Württemberg untersage die Behörde jetzt die Weiterleitung von dienstlicher elektronischer Post an die private E-Mail-Adresse und habe dazu eine Dienstanweisung herausgegeben, schreibt das Blatt.
