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Günstiges Multimedia-Smartphone: Sony Ericsson Xperia Neo im Test
Indirekter Vivaz-Nachfolger

von Jan Kluczniok Uhr veröffentlicht

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Das Xperia Neo ähnelt in seiner Ausstattung Sony Ericssons Flaggschiffmodell Xperia Arc, kostet aber deutlich weniger. Im netzwelt-Test gibt sich das Modell keine Blöße. Multimedia-Fans müssen also nicht unbedingt gleich zu einem Flaggschiff-Modell greifen.

Active, Arc, Mini, Neo, Play, Pro und Ray - Sony Ericsson hat in diesem Jahr eine ganze Serie neuer Xperia-Smartphones vorgestellt. Dem Xperia Neo fällt im Portfolio dabei die Rolle eines Mittelklasse-Modells zu. Gleichzeitig soll das Android-Smartphone das noch auf Symbian basierende Kamera-Handy Vivaz beerben. Keine leichte Aufgabe, doch das Xperia Neo meistert sie im netzwelt-Test bravourös.

Zumal Sony Ericsson im Sachen Ausstattung gegenüber dem Flaggschiff-Modell kaum Abstriche macht. Wie beim Xperia Arc setzt das Unternehmen beim Xperia Neo diverse Sony-Techniken ein. So profitiert das Display von der Bravia-Engine, die Sony in seinen Fernsehern einsetzt. Die verwendete Variante für mobile Geräte, Mobile Bravia Engine genannt, soll vor allem die Darstellung von Fotos und Videos verbessern, etwa das Rauschen bei Videostreams reduzieren.

Bessere Darstellung dank Mobile Bravia Engine

Die Engine lässt sich in den Einstellungen des Smartphones zu- oder abschalten. Von Werk aus ist sie aktiviert. Schaltet der Nutzer sie beim Betrachten von Fotos und Videos einmal testweise aus und dann wieder ein, sollten auch ungeübte Betrachter einen Unterschied bemerken: Mit eingeschalteter Mobile Bravia Engine wirken Fotos und Clips schärfer. Die Stärke des Effektes hängt dabei aber auch vom Ausgangsmaterial ab.

Sony Ericsson Xperia Neo

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Optisch ähnelt das Xperia Neo dem Modell Vivaz.

Auch bei der verbauten 8,1-Megapixel-Kamera kommt Sony-Know-how zum Einsatz - zum Beispiel der Sony Exmor R-Sensor, der auch in diversen Kompakt-Kameras des Herstellers steckt. Er soll auch bei Dunkelheit oder diffusem Licht noch akzeptable Fotos liefern. Im netzwelt-Test war gegenüber vergleichbaren Handy-Kameras eine Verbesserung deutlich sichtbar. Zumal der Exmor R-Sensor noch durch eine Fotoleuchte unterstützt wird.

Brauchbare Bilder auch bei diffusen Lichtverhältnissen

Sony Ericsson spendiert dem Xperia Neo, anders als viele andere Android-Hersteller, zudem einen physikalischen Auslöser, der die Verwackelungsgefahr minimiert. Das Gehäuse ist um den Auslöser herum leicht vertieft, sodass der Nutzer den Knopf ohne Hinschauen ertasten kann. Durch die Vertiefung liegt der Finger bequem auf dem Auslöser, in Kombination mit der schnellen Reaktionszeit der Kamera eignet sich das Xperia Neo damit auch als Schnappschusskamera. Die Bildqualität ist gut, reicht aber nicht ganz an die des Samsung Galaxy S2 und des Sony Ericsson Xperia Arc heran - gelegentlich zeigte sich im Test beispielsweise ein leichtes Farbrauschen.

Für Fotos besteht bis zu einer Auflösung von sechs Megapixeln die Möglichkeit, Bilder im 16:9-Format aufzunehmen, bei der maximalen Auflösung von 8,1 Megapixeln steht dagegen nur das 4:3-Format zur Verfügung. Videos nimmt das Xperia Neo mit maximal 720p auf, Full-HD unterstützt die Kamera leider nicht. Dafür bietet das Xperia Neo eine Micro-HDMI-Schnittstelle, um Clips direkt vom Handy auf größeren Bildschirmen wiederzugeben. Einen Adapter von Micro- auf Full-HDMI liegt dem Gerät jedoch leider nicht bei, sodass Nutzer diesen oder ein entsprechendes Kabel selber erwerben müssen.

Mobiler Musikgenuss

Unter Musik-Fans hat Sony Ericsson dank der legendären Walkman-Handy-Reihe seit jeher einen guten Ruf. Die neuen Walkman-Handys wie der Sony Ericsson Yendo konnten im netzwelt-Test zwar nicht überzeugen, das Xperia Neo macht diese Schmach aber wieder gut und das Musik hören zum Genuss - zumindest über die beiliegenden Kopfhörer. Der Lautsprecher fällt dagegen im Vergleich ab: Er ist relativ leise und der Ton wirkt etwas gedämpft.

Dem vorinstallierten Musik-Player fehlt lediglich ein Sleep-Timer, ansonsten taugt er als vollwertiger Ersatz für iPod und Co. Allerdings hätte der Hersteller in den Player noch den Sony-Musik-Dienst Qriocity und die vorinstallierte Radio-App integrieren können - um den Nutzer das Öffnen mehrerer Apps zu ersparen. Dies ist aber auch Geschmackssache.

Leistung und Performance

Im Xperia Neo werkelt ein mit einem Gigahertz getakteter Qualcomm Snapdragon-Prozessor. Das Neo liegt damit leistungstechnisch auf dem Niveau von Android-Handys wie dem HTC Desire oder dem Xperia Arc. Die Mehrheit der Apps und Spiele läuft auf dem Gerät also vollkommen flüssig und startet ohne nennenswerte Wartezeiten. Highend-Games wie auf aktuellen Dual-Core-Handys kann man auf dem Neo aber nicht zocken. Bei der Surfgeschwindigkeit liegt das Xperia Neo im netzwelt-Vergleich knapp vor dem Samsung Galaxy S - in etwa gleich auf mit dem iPhone 4. Wobei das Apple-Smartphone im Sunspider-Benchmark, das die Javascript-Fähigkeiten des Browsers testet, noch deutlich die Nase vorn hat. Das Xperia Neo brauchte für den Test 5.304,1 Millisekunden, während das iPhone 4 diesen in 4.347,1 Millisekunden absolvierte.

Die Akkulaufzeit liegt im üblichen Rahmen für ein Smartphone. Je nach Nutzungsintensität beträgt sie also ein bis zwei Tage. Die maximale Gesprächszeit gibt Sony Ericsson mit knapp sieben Stunden an. Die Sprachqualität wird durch ein leichtes Rauschen getrübt - die Stimmen der Gesprächspartner klangen im Test etwas dumpf. Hier liegt das Xperia Neo im Vergleich mit anderen Smartphones im Mittelfeld.

Schutz für Schnittstellen

Verarbeitungstechnisch erreicht Sony Ericsson beim Xperia Neo zwar nicht das Niveau von HTC oder Nokia. Trotz des Kunststoff-Gehäuses ist das Modell aber sauber verarbeitet. USB- und HDMI-Schnittstelle sind durch Plastik-Verschlüsse vor Staub und Schmutz geschützt. Die Verschlussklappen lassen sich auch ohne spitze Fingernägel leicht lösen und wieder verschließen. Die physikalischen Tasten sind gut platziert. An der rechten Gehäuseseite befinden sich Ein- und Ausschalter, Lautstärkeregler und der Auslöser für die Kamera. Unter dem Display stehen die Tasten Zurück, Home und das Kontextmenü zur Verfügung. Leider sind diese drei Tasten nicht beleuchtet. Dafür liegt das Handy mit seiner gewölbten Rückseite angenehm in der Hand.

Als Betriebssystem setzt Sony Ericsson auf Android 2.3 samt einer rundüberarbeiteten Nutzeroberfläche, die bereits im netzwelt-Kurztest zu gefallen wusste. Bald soll es für die neuen Xperia-Modelle auch ein Update geben, das die Nutzeroberfläche um eine tiefere Facebook-Integration erweitert. Diese stand auf dem Testgerät jedoch noch nicht zur Verfügung.

Mit dem Xperia Neo präsentiert Sony Ericsson ein vergleichsweise günstiges, aber leistungsstarkes Multimedia-Handy.

Preis

Sony Ericsson gibt für das Xperia Neo eine unverbindliche Preisempfehlung von 479 Euro an, damit liegt das Android-Handy preislich im oberen Bereich der Mittelklassen-Smartphones. Im Netz ist es bei diversen Händlern aber deutlich günstiger erhältlich: Die Anbieter führen es zum Teil zu einem Listenpreis von unter 300 Euro, inklusive Versandkosten.

Auch diverse Netzbetreiber haben das Smartphone subventioniert im Angebot. Beim Kauf hat der Nutzer dabei die Wahl zwischen verschiedenen Farben. Im Netz wird das Xperia Neo in Blau, Silber und Rot verkauft.

Fazit

Das Sony Ericsson Xperia Neo überzeugt im netzwelt-Test. Richtige Schwächen waren nicht auszumachen - lediglich der Lautsprecher und die Sprachqualität erreichten nur die Note befriedigend. Zu gefallen wussten vor allem die verbaute 8-Megapixel-Kamera und die Ergonomie des Smartphones.

Multimedia-Fans, die aus Kostengründen nicht zu einem der teureren Android-Flaggschiffmodelle greifen wollen und auf Full-HD-Videoaufnahmen verzichten können, finden im Xperia Neo eine gute und günstige Alternative. Wer statt Android lieber auf das Symbian-System zurückgreifen will, sollte dagegen ein Blick auf den indirekten Vorgänger Vivaz oder auf das Nokia X7 werfen.

Kommentare zu diesem Artikel

Das Xperia Neo ähnelt in seiner Ausstattung Sony Ericssons Flaggschiffmodell Xperia Arc, kostet aber deutlich weniger. Im netzwelt-Test gibt sich das Modell keine Blöße. Multimedia-Fans müssen also nicht unbedingt gleich zu einem Flaggschiff-Modell greifen.

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  • MartL schrieb Uhr
    AW: Günstiges Multimedia-Smartphone: Sony Ericsson Xperia Neo im Test

    Ich hatte mich nach intensiver Internet-Recherche eigentlich auch für das Xperia Neo entschieden und mich dann in einen etwas größeren Laden begeben. Dort hatte ich dann schon nebenan mitbekommen, wie ein Verkäufer seinem Bekannten bei einem anderen Sony Ericsson Smartphone zeigte, wie die Kamera funktioniert. Da zückte der Bekannte sein Smartphone und zeigte, wie man bei der höchsten Auflösung einfach per Touchscreen den gewünschten Bildausschnitt vergrößern und verkleinern kann. Diese Funktionalität fehlte vollkommen bei dem anderen Smartphone und bei dem dann von mir untersuchten Xperia Neo eben auch. Man konnte selbst mit den vorgesehenen Zoom-Tasten nichts anfangen. Weiterhin kann man in der Grundausstattung erst in den unteren beiden Auflösungen per Zoom-Tasten in das Bild hineinzoomen. Das Prinzip erinnert mich sehr an mein K750i. Dort mußte man die "Bildgröße" reduzieren, um überhaupt Zoomen zu können, auch auf den letzten beiden Stufen. Beim Xperia Neo wird das Prinzip als "Smart Zoom" bezeichnet. Was daran so smart sein soll, entzieht sich momentan meinem Verständnis und zeigt leider keinen Fortschritt in der Bedienerführung. Jedenfalls war ich davon etwas enttäuscht, weil diese Erfahrung so bisher in keiner von mir gelesenen Beurteilung enthalten war. Vielleicht erklärt der Erfahrungsbericht ein wenig den vermeintlich schleppenden Verkauf. Aber jetzt wird ja alles anders mit dem Xperia Neo V. Dort wird der Fortschritt (Android 2.3.4, 16-fach Zoom statt 2,4 fachem Smart Zoom, DLNA-Zertifizierung für bereits vorhandene Funktionalität) in den Rückschritt (5 MP-Kamera statt 8,1 MP, geringere Lichtempfindlichkeit) eingebaut. Allerdings bei geringerem Einstiegspreis. Den gab es beim Defy+ aber auch, nur eben mit etwas mehr Fortschritt. Aber keine Angst. Ich werde trotzdem bei meiner Entscheidung Xperia neo bleiben, da das Preis-Leistungs-Verhältnis einfach gut ist und das Smartphone nicht nur aus der Kamera besteht und eh bald ein größeres Update ansteht. Das sollte nur ein ( kurzer ;-) ) Erklärungsversuch für das zuvor geäußerte Unverständnis von Nico111 sein. Ich werde den Kauf aber geschickterweise erst nach Beendigung der IFA tätigen. Wenn die Teile bisher nicht so gut weggingen, müßten ja noch einige auf Lager sein. Bei der anstehenden Lagerräumung werde ich dann gerne behilflich sein. :-)
  • Nico111 schrieb Uhr
    AW: Günstiges Multimedia-Smartphone: Sony Ericsson Xperia Neo im Test

    es ist wirklich eine klasse Alternative für den normalen Geldbeutel, verstehe nicht, weshalb es sich nicht besser verkauft, SE hat ziemlich einen Image- und Bekanntheitsverlust erfahren...
  • Jan K. schrieb Uhr
    AW: Günstiges Multimedia-Smartphone: Sony Ericsson Xperia Neo im Test

    @Mirsch: Bei uns im Karton fehlte der leider. Das ist aber auch immer Händler abhängig. Laut offizieller Pressemitteilung ist er aber auch nicht im Lieferumfang enthalten.

    @Martin B.: Danke für den Hinweis. Die Preisinformation zum Arc stammt noch aus dem Testbericht Ende Juli. Preise sind natürlich immer auch schnell in Bewegung und wenn wir heute ein Video drehen, kann schon morgen die Aussage nicht mehr stimmen. Ändern wir aber in eine neutralere Formulierung.

    Ich denke auch das Modell ist eine gute Wahl für all diejenigen die keine Dual-Core-Prozessoren und 4,x-Zoll-Displays brauchen. Zumal ich das Display des Xperia Neo von der Größe her für Video schauen und Surfen vollkommen ausreichend finde.

    Grüße aus der Redaktion.
  • Martin B. schrieb Uhr
    AW: Günstiges Multimedia-Smartphone: Sony Ericsson Xperia Neo im Test

    Ok, die "Engine" habt ihr ja schon selbst bemerkt ;-) - Dann korrigiert aber bitte auch noch das Märchen, dass Neo und Arc 200,- Preisdifferenz trennen! Aktuell sind es runde 335,- fürs Arc und 270,- fürs Neo zuzügl. Versandkosten. An sonsten ist es schön, dass dieses Smartphone endlich die im gebührende Aufmerksamkeit bekommt, handelt es sich doch meiner Meinung nach um eines der besten derzeit erhältlichen Geräte. Immerhin stellt sich SE hier mit als einziger gegen die dämlichen Trends der Branche, nach denen ein aktuelles Smartphone garkeinen Falls mehr in eine Hemd oder Hosentasche passen darf, die Optik und Haptik eines überdimensionalen I-phoneclones aus bestem Tamagotchi-Kunststoff besitzen sollte und von der Akkulaufzeit maximal an ein Fernlenkauto heranreichen sollte.. Bis zum sehnlichst erwarteten erscheinen des Xperia Ray auf jeden Fall mein absoluter Favorit (ok - das Gehäuse hätte auch beim Neo etwas wertiger ausfallen können...)
  • Mirsch schrieb Uhr
    AW: Günstiges Multimedia-Smartphone: Sony Ericsson Xperia Neo im Test

    Also nur mal so gesagt, bei mir lag ein Adapter von Micro- auf Full-HDMI bei und funktioniert auch ohne Probleme, man kann sogar mit der TV-Fernbedienung das Handy steuern (Samsung LED-TV).
  • Jan K. schrieb Uhr
    AW: Günstiges Multimedia-Smartphone: Sony Ericsson Xperia Neo im Test

    Upps! Bevor es Kommentare hagelt. Den Aussprachefehler im Video (Engine) beheben wir noch. Da hab ich auf dem Skript für unsere Sprecherin wohl zu undeutlich geschrieben ;-)
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Günstiges Multimedia-Smartphone: Sony Ericsson Xperia Neo im Test
Günstiges Multimedia-Smartphone: Sony Ericsson Xperia Neo im Test
HDMI-Schnittstelle, Kamerataste, 8-Megapixel-Kamera mit HD-Videofunktion - das Xperia Neo bietet Multimedia-Fans viel Ausstattung zu einem vergleichsweise günstigen Preis.
http://www.netzwelt.de/news/87885-guenstiges-multimedia-smartphone-sony-ericsson-xperia-neo-test.html
2011-08-11 16:57:13
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