Nutzung sinkt rapide
VZ-Netzwerke: Zugriffszahlen im freien Fall
Den VZ-Netzwerken laufen die Nutzer davon. Laut aktuellen Zahlen der Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern (IVW) sind die Zugriffszahlen der drei Sozialen Netzwerke schülerVZ, studiVZ und meinVZ binnen sechs Monaten um die Hälfte gesunken.
Während die VZ-Netzwerke im Januar zusammen noch rund 334 Millionen Visits erzielten, waren es im Juni nur noch 172 Millionen und im Juli sogar nur noch rund 153 Millionen Visits. Die IVW prüft monatlich, wie stark Online-Medien genutzt werden. Ihre Zahlen dienen der Werbeindustrie als Entscheidungshilfe beim Schalten von Anzeigen. Ein Visit beschreibt dabei laut IVW die Summe der einzelnen, zusammenhängenden Nutzungsvorgänge. Ein direkter Vergleich zum Konkurrenten Facebook ist auf dieser Basis nicht möglich, da das weltweit größte Soziale Netzwerk sich nicht an der IVW-Messung beteiligt.
Verkauf gescheitert
Der Abstieg der VZ-Netzwerke hängt jedoch stark mit der Expansion von Facebook nach Deutschland zusammen. 2005 war das Unternehmen mit der Seite StudiVZ gestartet. Anfang 2007 verkauften die Gründer die Plattform für geschätzte 85 Millionen an den Holtzbrinck-Verlag, der das StudiVZ um die Schwester-Plattformen SchülerVZ und MeinVZ erweiterte. 2008 startete dann das US-Vorbild Facebook auch in Deutschland und überholte binnen drei Jahren den einstigen Platzhirsch spielend.
Konkurrent Facebook scheint sogar so groß zu sein, dass der Holtzbrinck Verlag bereits erwogen hat, die VZ Netzwerke zu verkaufen. Mangels Interessenten habe man das Vorhaben laut einem Bericht des Manager Magazins aber eingestellt. Stattdessen arbeitete man nun an einer Runderneuerung des Netzwerkes. Ob das hilft, den freien Fall zu stoppen, bleibt abzuwarten. Zuletzt war das ehemals weltweit größte Soziale Netzwerk MySpace mit einem Umstrukturierungsversuch gescheitert.


Die Rockband Tokio Hotel und die VZ-Netzwerke starten heute eine Gratis-Aktion für alle Mitglieder der sozialen Netzwerke SchülerVZ, StudiVZ und MeinVZ: Die neue Single der Magdeburger Band steht auf den Online-Portalen zum kostenlosen Download bereit.
Die neue Sendung ZDF log in läuft heute erstmalig im Fernsehen und im Internet. In Kooperation mit den VZ-Netzwerken sollen Internetnutzer in der Sendung mit Stuttgarts Oberbürgermeister über das umstrittene Bahnprojekt Stuttgart 21 diskutieren.
Pro Monat loggen sich rund 20 Millionen Deutsche bei Facebook ein. Allein in den vergangenen vier Monaten meldeten sich jeweils eine Million neue Mitglieder aus Deutschland bei Facebook an - trotz Kritik von Datenschützern am Portal.
In den USA sind rund sechs Millionen Nutzer von Facebook abgesprungen. Zusammen mit weiteren Verlusten in Kanada und Teilen Europas verlangsamte sich deshalb das Wachstum des Sozialen Netzwerks im April und Mai.
Bei den VZ-Netzwerken soll ein Drittel der Belegschaft gehen. Hintergrund ist eine tiefgreifende Neuordnung der Holtzbrinck-Tochter. Die Pläne sollen in Kürze veröffentlicht werden.
Große Veränderungen bei der VZ-Gruppe. Die VZ-Netzwerken sollen in Poolworks umbenannt werden. Aus SchülerVZ wird Idpool. Neben der Umbenennung sind auch inhaltliche Veränderungen geplant.
Die krisengeschüttelten VZ-Netzwerke gehören nicht mehr zum Holtbrinck-Verlag. Die Investmentgesellschaft Vert Capital kaufte die Anteile der Verlagsgruppe an den Portalen.




