Sechs Millionen US-Dollar wurden bereits eingenommen

Vorwurf: Nordkorea finanziert Atomprogramm mit Goldfarming

Südkorea erhebt fast schon skurrile Vorwürfe gegenüber dem ungeliebten Nachbarn Nordkorea. Angeblich soll Diktator Kim Jong-Il sich eine Armee junger Hacker halten, die mittels Goldfarming Geld für das Atom-Programm des Landes sammeln. Rund sechs Millionen US-Dollar seien dadurch bereits zusammengekommen, berichtet die New York Times.

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In Südkorea beliebte Online-Spiele wie Dungeon Fighter waren Ziel der Attacken. (Bild: Screenshot)
In Südkorea beliebte Online-Spiele wie Dungeon Fighter waren Ziel der Attacken. (Bild: Screenshot)
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Die Polizei in Seoul hat in der vergangenen Woche die mutmaßlichen Dratzieher der Organisation verhaftet. Hierbei handelt es sich um vier Südkoreaner und einen koreanischen Chinesen. Sie sollen eine Einheit von 30 jungen Hackern befehligt haben. Diese hatten den Auftrag, Server der beliebten südkoreanischen Online-Spiele Lineage und Dungeon Fighter zu manipulieren. Durch die Manipulation wurde ein durchgängiges Spielen der Spiele möglich. Über eine Reihe von programmierten Computern konnten die Täter so 24 Stunden am Tag automatisiert in den virtuellen Welten "spielen" und dabei Punkte und Gegenstände sammeln, die sie in entsprechenden Tauschbörsen gegen echtes Geld verkauften.

Sechs Millionen US-Dollar in zwei Jahren

In zwei Jahren sollen so rund sechs Millionen US-Dollar zusammengekommen sein. Über Mittelsmänner sei zumindest ein Teil des Geldes an die nordkoreanische Regierung geflossen. Südkorea und die USA glauben, dass diese Gelder in das Atomwaffen-Programm des Landes investiert wurden. Die Hacker sollen alle Absolventen nordkoreanischer Elite-Universitäten sein.

Goldfarming ist in China und anderen asiatischen Ländern zwar verboten, wird aber noch häufig praktiziert. Zuletzt sorgte ein Bericht für Aufsehen, in dem berichtet worden war, dass in China Insassen eines Arbeitslagers zum Goldfarming gezwungen werden und nächtelang Computer spielen müssen. 

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