Reine Verhandlungssache
Im Kurztest: Hector: We Negotiate With Terrorists
US-Adventure-Experte Telltale präsentiert einen humorig-interaktiven Polizeifilm im Trickfilmgewand: Der fette "Hector" bedient sämtliche Klischees des "Bullenschweins" und muss auf PC, Mac und iPad prekäre Point&Click-Verhandlungen führen
Der durchschnittliche US-Cop ist dumm, fett und ungepflegt. Er ernährt sich in der Hauptsache von billigen Donuts und wässrigem Automaten-Kaffee, hat ein dickes Fell und ist für die Bedürfnisse seiner Schutzbefohlenen ungefähr genauso empfänglich wie für die der schweren Jungs.
So viel zum landläufigen Klischee des unleidlichen "Scheißbullen" - ein Klischee, bei dem sich die Point&Click-Profis von Telltale mit ihrer neuen Adventure-Reihe "Hector" ebenso treffsicher wie pointiert bedienen. Anders als bei seinen übrigen Knobel-Abenteuern setzt der Entwickler hier nicht auf 3D-Kulissen, sondern auf Flash-animierte Trickfilmfiguren und gezeichnete Hintergründe im Stile eines räudigen TV-Cartoons.
Der erzählt die Geschichte des schwerfälligen Polizei-Inspektors Hector, der sein traurig-tristes Dasein in einer zur Junggesellenbude umfunktionierten Zelle des Polizeireviers fristet - mit einem gebrauchten Notfall-Kondom unter der Matratze und einer schmutzverkrusteten Toilettenschüssel direkt gegenüber.
Weil seine vertrottelten Kollegen ihr 2D-Leben im Kugelhagel eines Terroristen aushauchen, muss Hector so schnell wie möglich seinen Kater überwinden, die Polizeistation verlassen und den schrottigen Streifenwagen in Gang bringen, um vor Ort mit dem Attentäter zu verhandeln. Leichter gesagt als getan, denn tatsächlich droht die Mission bereits am Fehlen einer Hose zu scheitern - und in Unterwäsche wagt sich nicht mal der dickhäutige Hector auf die Straße.






