Lange Wege zu Laboren fallen weg
HIV-Test: Neuer Chip zeigt Ergebnis in nur 15 Minuten
Bislang erforderten HIV-Tests immer einige Zeit, bis das zuständige Labor das Ergebnis verkünden konnte, ob eine Infektion vorliegt oder nicht. Ein Wissenschaftler der Columbia University hat jetzt einen neuen Chip entwickelt, der die Diagnose in nur 15 Minuten stellt und auch auf Syphilis testen kann. Dadurch spart man sich nicht nur Zeit, sondern auch den Weg zum Labor.
Samuel K. Sia von der Columbia University nennt seine Erfindung mChip, was für Mobile Microfluidic Chip steht. Für die Analyse benötigt das Testgerät, das gerade einmal so groß ist wie eine Kreditkarte, lediglich einen Tropfen Blut. Anstatt mehrere Tage oder sogar Wochen auf das Ergebnis warten zu müssen, erfahren Nutzer mit dem mChip schon nach 15 Minuten die Diagnose. Das Ergebnis ist dabei direkt abzulesen und erfordert keinerlei weitergehende Interpretation, ähnlich wie man das von Schwangerschaftstests kennt. Die Forscher stellen den mChip in der aktuellen Ausgabe des Fachmagazins Nature vor.
In Feldtests bereits erprobt
Das Team rund um Sia kann auch schon bestätigen, dass der mChip funktioniert. Die Wissenschaftler testeten das kleine Labor in Chip-Form bereits über vier Jahre hinweg in Ruanda. Bei diesen Tests sollen alle Infektionen erkannt worden sein, es wurde also niemand fälschlicherweise als gesund diagnostiziert. Allerdings lieferte der mChip in vier bis sechs Prozent der Fälle ein falsches Positiv, sprich: Es wurde eine Infektion erkannt, die nicht vorlag. Diese Fehlerquote kommt aber auch bei traditionellen Labor-Tests vor.
Neben dem schnellen Ergebnis spricht auch der Preis für den mChip: Der Chip selbst kostet lediglich rund einen US-Dollar, die dazugehörigen Instrumente und das Lesegerät insgesamt etwa 100 US-Dollar. Die Forscher sehen das Anwendungsgebiet dabei vor allem in ärmeren Ländern, in denen Testmöglichkeiten beschränkt und die Wege zu entsprechend ausgestatteten Labors mitunter sehr weit sein können. Dies erschwert die richtige Behandlung von HIV- und Syphilis-Infektionen.
