Schritt für Schritt

Anleitung: Kindersicherung unter Linux konfigurieren

Das freie Betriebssystem Linux ist nicht nur deshalb bei den Nutzern so beliebt, weil für die meisten Distributionen keinerlei Lizenzgebühren anfallen, sondern auch aufgrund seiner außerordentlichen Flexibilität. Diese bringt aber nicht nur Vorteile mit sich: So merkt der Nutzer zum Beispiel bei der Kindersicherung, dass einzelne Anwendungen und Komponenten des Systems oftmals nur unzureichend integriert werden können.

Mit einem eingeschränkten Nutzerkonto kann der Linux-Nutzer seine Kinder unter Kontrolle behalten. (Bild: Netzwelt)
Mit einem eingeschränkten Nutzerkonto kann der Linux-Nutzer seine Kinder auf das System loslassen. (Bild: Netzwelt)

Inhaltsverzeichnis

  1. 1Gruppen und Konfiguration
  2. 2Sicherheit im Dateisystem
  3. 3Squid und andere Proxys
  4. 4Fazit
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Gruppen und Konfiguration

Im Gegensatz zu Windows 7 oder Mac OS X Snow Leopard bzw. Lion gehört eine Kindersicherung nicht zum Standardumfang der meisten Linux-Distributionen, auch das GNOME- und das KDE-Projekt haben bislang keine vorzeigbaren Ergebnisse in diesem Bereich hervorgebracht. Daher bleibt besorgten Eltern unter Ubuntu, openSUSE und Co. nur eine Möglichkeit: Sie müssen das System manuell absichern. Der erste Schritt dazu ist die Konfiguration eines eingeschränkten Kontos für jedes Kind, über das der PC nicht administriert werden kann.

Bei der Installation sperren alle modernen Distributionen in der Regel das root-Konto und legen einen Nutzer in der Gruppe "users" an, der das System verwalten darf. Um eine möglichst hohe Sicherheit für Kinder und Jugendliche zu erreichen, sollten Eltern zunächst eine neue Gruppe, zum Beispiel mit der Bezeichnung "kinder", erstellen, die dann wiederum als virtuelle Hülle für deren neue Benutzerkonten dient. Durch die Zuordnung der Konten zu anderen Gruppen der jeweiligen Distribution lassen sich die Möglichkeiten der Kinder eingrenzen, den bestmöglichen Schutz erreicht man aber durch die Kontrolle des Dateisystems.

Sicherheit im Dateisystem

So ist es nach dem Anlegen separater Benutzer und Gruppen für die Sprösslinge möglich, beispielsweise einen öffentlichen Musikordner auf dem System nicht nur für Schreib- sondern auch für Lesezugriffe zu sperren. Theoretisch lassen sich so ganze Systembereiche komplett abschotten und nur bestimmte Programme freischalten. Allerdings setzt das relativ genaue Kenntnisse darüber voraus, wo Ubuntu und Co. die Dateien der installierten Programme speichern. Über die Paketverwaltung kann der Nutzer meist eine Liste aller gespeicherten Dateien aufrufen. Sehr praktisch ist auch die Möglichkeit, mit Bordmitteln ein Speicher-Quota zu definieren.

In Yast2 gibt es einen Sicherheits-Center, der noch weitergehende Einstellungen erlaubt. (Bild: Netzwelt)
In Yast2 gibt es ein Sicherheits-Center, das noch weitergehende Einstellungen erlaubt. (Bild: netzwelt)

Mit dieser Funktion können Eltern regeln, dass die Größe des persönlichen Verzeichnisses des Kindes einen bestimmten Wert nicht überschreiten darf. Sobald das sogenannte Soft-Quota erreicht ist, gibt das Betriebssystem eine Warnung aus - beim Erreichen des Hard-Quota ist dann endgültig Schluss. Mit dieser Funktion ist man beispielsweise davor gefeit, dass Sprösslinge dutzende Gigabyte möglicherweise illegalen Materials aus dem Netz laden. Für die einfache Textverarbeitung genügen 250 Megabyte Quota vollkommen.

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