Tippfehler verhindert das Schlimmste
Sicherheit: Neuer Android-Trojaner zeichnet Telefonate auf
Die wachsende Verbreitung von Googles mobilem Betriebssystem scheint verstärkt das Interesse von Hackern zu wecken. Jetzt machte der Sicherheitsexperte Dinesh Venkatesan von Total Defense auf einen neuen Android-Trojaner aufmerksam, der die Telefongespräche eines Nutzers aufzeichnen kann. Ein Tippfehler bewahrt Nutzer allerdings noch vor der Datenübertragung an einen fremden Server.

Wie Venkatesan auf den Trojaner aufmerksam geworden ist, erklärt er in seinem Blog-Eintrag nicht. Wenn sich der Trojaner einmal eingenistet hat, wird er durch den Beginn eines Telefonats aktiviert und schneidet das Gespräch anschließend mit. Das Telefonat und dazugehörige Informationen - zum Beispiel die Dauer - werden auf der SD-Karte des Smartphones hinterlegt. Beim nächsten Gespräch versucht der Trojaner dann die Daten an einen Server zu schicken, sodass aus der Ferne auf die Dateien zugegriffen werden kann.
Datenübertragung scheitert an Tippfehler
Laut Ars Technica, die mit Venkatesan gesprochen haben, verhindert momentan noch ein Tippfehler, dass die Dateien tatsächlich übermittelt werden. Der Trojaner präsentiert sich dem Nutzer als eine "Android Systemnachricht", die ihn zur Installation auffordert. Wer diese Meldung aufmerksam liest, sollte sich gegen das Installieren entscheiden, denn in den Informationen wird unter anderem darauf hingewiesen, dass die Anwendung Audio-Material aufzeichnet.
Venkatesan erklärte außerdem, dass der Trojaner derzeit noch nicht "in der freien Wildbahn" aufgetaucht sei, und er auch noch nicht wisse, wie der Trojaner dort aussehen werde. Neben der Möglichkeit Gespräche aufzuzeichnen, kann der Trojaner laut Venkatesan auch "viele andere schädliche Aktivitäten ausführen", die von früheren Angriffen auf Android stammen. Weitere Erklärungen dazu fehlen.
Erst im Mai zeigte eine Studie, dass Android-Handys immer häufiger von Schadsoftware angegriffen werden. Der Netzwerkausrüster Juniper konnte einen Anstieg um 400 Prozent verzeichnen. Google musste schon mehrfach verseuchte Apps aus dem Android Market entfernen.
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