Stoppschild für das Böse
Im Kurztest: Captain America: Super Soldier
Bayern war bislang eher selten Schauplatz eines Computerspiels. Nun bekommt ein nicht näher genanntes Bergdorf nebst angrenzendem Klischee-Schloss und Militärstützpunkt hohen Besuch: Marvel-Superheld Captain America verschlägt es während des Zweiten Weltkriegs in den Freistaat, wo er mit Schild und Fäusten gegen größenwahnsinnige Nazi-Terroristen und das Vorurteil kämpft, das die Umsetzungen aktueller Kinoblockbuster meist grober Unfug sind.
Captain America: Super Soldier - Launch Trailer: Captain America: Super Soldier stattet den Spieler mit den Kräften und dem unzerstörbaren Schild von Captain America aus. Damit hat er die Möglichkeit sich den Schergen der Organisation Hydra entgegen zu stellen. Von denen gibt es viele, doch Captain America hat verschiedene Tricks im Ärmel. Einige zeigt er in diesem Trailer zu Captain America: Super Soldier, das für die Xbox 360, den PC sowie für die Nintendo Wii und 3DS erscheint. Zum Video: Captain America: Super Soldier - Launch Trailer
Die Skepsis ist durchaus berechtigt: Die Comic-Kollegen "Iron Man" und "Thor" hatten unter der Federführung des Marvel-Lizenznehmers Sega bislang Action-Auftritte, die wenig super waren ...
Doch "Captain America: Super Soldier" für Xbox 360 und PS3 ist anders: technisch sauber, spannend inszeniert und abwechslungsreich aufgebaut - und das, obwohl es nur einen einzigen Schauplatz gibt, in dem sich der blau-weiß-rote Übersoldat austoben darf.
Der Spieler folgt einer Geschichte aus der Feder des bekannten Marvel-Autors Christos Page. Diese ist zwar im Universum des Films angesiedelt, der hierzulande am 18. August in den Kinos anläuft, beackert aber einen Nebenschauplatz. Nichtsdestotrotz gibt sich das Who-is-Who des Wahnsinns die Ehre - darunter die Comic-Schurken Arnim Zola, Madame Hydra oder Baron von Strucker. Sogar Erzfeind Red Skull hat einen Gastauftritt.
Spielerisch wandelt "Captain America" - welch Ironie - ausgerechnet auf den Spuren des DC-Konkurrenten Batman: "Super Soldier" ist in entscheidenden Punkten ähnlich aufgebaut wie das überaus erfolgreiche Game "Arkham Asylum" - allen voran bei der Inszenierung der zahlreichen Kämpfe. Die gleicht einem modernen Martial-Arts-Film inklusive Nahaufnahmen und Zeitlupen, ohne aber allzu großen Tasteneinsatz vom Spieler zu fordern. Auf markierte Fernziele schleudert Captain America in Frisbee-Manier seinen Schild, der ihn auch vor gegnerischen Kugeln schützt.
Warten gerade keine Hydra-Soldaten auf eine Abreibung, vertreibt sich der Spieler die Zeit damit, in kleinen Geschicklichkeitseinlagen Zugangscodes zu knacken oder Gerätschaften zu sabotieren. Darüber hinaus wollen Filmrollen, Familienerbstücke der Schurkenfamilie und Geheimdossiers aufgelesen werden, die absurderweise überall offen herumliegen. Dafür gibt's Punkte, die sich wiederum in neue Angriffsarten und Schildverbesserungen investieren lassen.
Und schließlich sind da noch zahlreiche akrobatische Einlagen zu bewältigen, bei denen im Grunde aber nur wenig schiefgehen kann. Hier kommt es allenfalls auf das richtige Timing an, damit der Captain geschmeidig wie der "Prince of Persia" von Fahnenstange zu Fahnenstange schwingt oder an Wänden entlangläuft. Erstaunlich jedoch, dass Tische oder kleine Mauervorsprünge unüberwindbare Hindernisse für den patriotischen Vorturner darstellen. Nur wenn das Programm es vorsieht, darf der "Cap" über die Veranda hüpfen oder sich an einem Container hochziehen.
Sich in dem riesigen Schloss-Dorf-Bunker-Komplex zu verlaufen, ist nahezu unmöglich. Zum einen, weil das Abenteuer recht linear aufgebaut ist. Zum anderen, weil Sega an eine Übersichtskarte dachte, auf der stets das nächste Einsatzziel verzeichnet ist und Captain America zudem über eine Art Hellsicht verfügt, die manipulierbare oder wichtige Gegenstände farblich hervorhebt.
Im Test: Captain America: Super Soldier
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Bild vergrößern Der frühe Superheld fängt den Wurm: Fast ein Monat vor dem Kinostart von "Captain America" gibt's das gleichnamige Spiel von Sega. (Bild: Sega) - Bild 2 von 9
Bild vergrößern Captain America verschlägt es in "Super Soldier" nach Bayern. (Bild: Sega) - Bild 3 von 9
Bild vergrößern Schilde und Fäuste genügen: Captain America nimmt es im Alleingang mit einer ganzen Armee von Nazi-Schergen auf. (Bild: Sega) - Bild 4 von 9
Bild vergrößern Während seiner Sabotagetour begegnen Captain America auch dickere Brocken wie Iron Cross. (Bild: Sega) - Bild 5 von 9
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Fazit: Im Vergleich zum üblichen Lizenz-Action-Allerlei erweist sich "Captain America" als positive Überraschung. Natürlich gibt es Tiefsinnigeres und Fordernderes auf dem Markt. Wer jedoch einfach losziehen will, um ein paar böse Jungs formschön animiert aus den Latschen zu hauen, ist hier richtig.
Datenblatt
| Captain America: Super Soldier | |
| Spielname | Captain America: Super Soldier |
| Hersteller | Sega |
| Vertrieb | Sega |
| Genre | Action |
| Erhältlich ab | 15.07.2011 |
| Preis | ca. 50 Euro |
| EAN Code | 5055277012879 |
| Schwierigkeit | Für Einsteiger und Fortgeschrittene |
| Alter | ab 16 Jahren |
| Multiplayer | nein |
| Sonstiges | |
| Bewertung Grafik | gut |
| Bewertung Steuerung | gut |
| Bewertung Sound | gut |
| Bewertung Spielspass | gut |
| Bewertung Gesamt | gut |
| System | PS3 |
| System | Xbox 360 |
| System | Nintendo DS |
| System | Wii |
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Testbericht: Nintendo Wii
Sie ist schwächer als Microsofts Xbox 360 oder Sonys Playstation 3, sie ist kleiner, günstiger, anders, irgendwie merkwürdig. In anderen Ländern nehmen Menschen üble Verletzungen in Kauf, um eine zu bekommen. Eine Konsole für die ganze Familie, verspricht Hersteller Nintendo. Wir meinen, Wii ist auch etwas für alle Netzweltler. ~ Michael Knott
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