Sie sind hier:
 

Bing StreetSide: Widerspruch gegen Kartendienst ab sofort möglich
Über Online-Formular

von Markus Franz Uhr veröffentlicht

Diesen Artikel weiterempfehlen
SHARES

Google hat sich mit dem Street View-Start in Deutschland einigen Ärger eingehandelt, nicht nur Datenschützer haben das Fotografieren ganzer Straßenzüge kritisiert. Microsoft möchte das bei seinem eigenen Angebot nun besser machen und bietet ab dem heutigen Montag ein Formular zum Widerspruch an.

Seit dem heutigen Montag läuft die Widerspruchsfrist für Microsoft Bing StreetSide.

Microsoft schließt mit der hauseigenen Suchmaschine Bing immer mehr zum Marktführer Google auf. Das jüngste Angebot namens Bing StreetSide ist ein wichtiger Baustein in der Strategie des Konzerns. Hinter dem sperrigen Namen versteckt sich die Möglichkeit, im Kartendienst ganze Straßenzüge in fotorealistischer Qualität zu betrachten und sich per Maus darin zu bewegen.

Einspruch gegen Bing StreetSide

In den Vereinigten Staaten von Amerika wird Bing Streetside bereits seit Ende 2010 angeboten, der Start in elf europäischen Ländern soll im Herbst 2011 folgen. Seit einigen Monaten fährt dazu die Firma Navteq, eine Tochter des finnischen Handyherstellers Nokia, mit speziell ausgerüsteten Kamerawagen durch deutsche Großstädte und nimmt die Innenstädte auf. Ab dem heutigen Montag, 1. August, können Mieter und Hausbesitzer mit einem speziellen Formular der Veröffentlichung widersprechen.

Diese Möglichkeit gibt es bis zum 30.09., später eingehende Widersprüche werden dann erst nach dem offiziellen Start von Bing StreetSide direkt über den Kartendienst angenommen. Wer sich bereits vorab bis zum 15.07. bei Microsoft Deutschland gemeldet und ausreichende Angaben über sein Haus gemacht hat, soll von Mitarbeitern des Konzerns ebenfalls berücksichtigt werden.

Formular per Post oder Brief senden

Für Personen, die im jetzt laufenden Zeitraum widersprechen möchten, gibt es zwei Möglichkeiten: Die einfachste ist, das speziell eingerichtete Formular auf der StreetSide-Website auszufüllen. In diesem fragt Microsoft beziehungsweise Navteq nicht nur nach persönlichen Daten wie dem Namen und natürlich der Adresse, sondern zum Beispiel auch nach der Bauart des Hauses (Ein-/Mehrfamilienhaus), der relevanten Etage und der Farbe des Gebäudes. Allen Nutzern, denen eine Beantwortung im Browser nicht möglich ist, bietet Microsoft das Formular auch zum Herunterladen an. Das gedruckte Formular kann auch auf dem Postweg (Anschrift: Microsoft Deutschland GmbH, Widerspruch Bing Maps Streetside, Postfach 101033, 80084 München) unter Angabe der eigenen Adresse angefordert werden.

Bilderkennung von Microsoft Research

Die Möglichkeit zum Vorabwiderspruch ist ein einmaliger Vorgang: In keinem anderen Land der Welt bietet Microsoft ein gleichwertiges Angebot an, denn der öffentliche Druck auf den Konzern ist nirgendwo anders so groß wie hier. Dabei braucht nach Meinung von Microsoft niemand Angst zu haben, dass er beim Küssen der Freundin oder anderen persönlichen Aktionen fotografiert und in StreetSide abgebildet wird: Der Kartendienst nutzt, ähnlich wie Google Street View, eine Software zur automatischen Bildanalyse, die Gesichter und Autokennzeichen automatisch unkenntlich machen soll.

Diese stammt aus der hauseigenen Forschungsabteilung Microsoft Research. Nach eigenen Angaben speichert Microsoft die Originalbilder allerdings ein ganzes Jahr lang, um die Erkennungsleistung der Software zu verbessern. Erst nach diesem Zeitraum werden die Fotos endgültig gelöscht.

Fazit

Der Druck der Öffentlichkeit bei Google Street View hat Microsoft gezeigt, dass man in Deutschland besonders vorsichtig beim Fotografieren ganzer Städte sein muss. Obwohl große Teile der Branche den Vorabwiderspruch gegen StreetSide, Street View und Co. für unnötig halten, bietet der Windows-Konzern besorgten Nutzern nun eine einfache und zuverlässige Möglichkeit zum Einspruch. Man darf gespannt sein, wieviele Sperranfragen in den nächsten zwei Monaten zusammenkommen.

Kommentare zu diesem Artikel

Google hat sich mit dem Street View-Start in Deutschland einigen Ärger eingehandelt, nicht nur Datenschützer haben das Fotografieren ganzer Straßenzüge kritisiert. Microsoft möchte das bei seinem eigenen Angebot nun besser machen und bietet ab dem heutigen Montag ein Formular zum Widerspruch an.

Jetzt ist Ihre Meinung gefragt. Diskutieren Sie im Forum zu diesem Artikel.

Jetzt Diskutieren!

DSL- & LTE-Speedtest

Testen Sie mit unserem Speedtest Ihre tatsächliche DSL- oder LTE-Geschwindigkeit. Test auch mit Smartphone und Tablet möglich.

Jetzt Testen!

Der große Android-Update-Fahrplan

Welche Android-Version ist für mein Smartphone oder Tablet-Computer aktuell? Der große Android-Update-Fahrplan bringt Licht ins Dickicht der Versionen.

Jetzt ansehen!

article
30363
Bing StreetSide: Widerspruch gegen Kartendienst ab sofort möglich
Bing StreetSide: Widerspruch gegen Kartendienst ab sofort möglich
Google hat bereits im Juli 2008 damit begonnen, Straßenzüge für den hauseigenen Kartendienst Street View zu fotografieren. Das Vorhaben ist zur großen Verwunderung des US-Konzerns auf wenig Gegenliebe in der Bevölkerung gestoßen. Microsoft möchte es nun besser machen.
http://www.netzwelt.de/news/87752-bing-streetside-widerspruch-gegen-kartendienst-ab-sofort-moeglich.html
2011-08-01 08:34:06
News
Bing StreetSide: Widerspruch gegen Kartendienst ab sofort möglich