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Scientific Linux 6.1: Solide Distribution für Forschung und Lehre
Red Hat Enterprise Linux gehört zu den wenigen kostenpflichtigen Betriebssystemen auf Basis freier Software - dafür erhält der Nutzer allerdings eine Garantie, dass über mehrere Jahre (Sicherheits-)Updates bereitgestellt werden. Wer ohne teure Gebühren eine professionelle Distribution einsetzen möchte, kann auf CentOS oder auch Scientific Linux zurückgreifen: Beide bilden Red Hat Enterprise Linux bis ins Detail nach.

Inhaltsverzeichnis
- 1Systemanforderungen
- 2Sprache und Festplatte
- 3Systemstart und Nutzer
- 4Fazit
Systemanforderungen
Die erste Version von Scientific Linux ist im Mai 2004 erschienen. Seitdem wird die Distribution maßgeblich von der ETH Zürich, dem Schweizer CERN, dem Fermi Laboratory in Chicago und dem Deutsche Elektronen-Synchrotron in Hamburg vorangetrieben. Die jüngste Version 6.1 stammt vom 26. Juli 2011 und basiert auf Red Hat Enterprise Linux 6.1, dessen Freigabe immerhin schon über zwei Monate zurückliegt. Die Distribution besitzt die gleichen Systemanforderungen wie das Original und ist in vier ISO-Versionen erhältlich.
Das sogenannte Netinstall-Image ist sehr schlank und dafür gedacht, Scientific Linux 6.1 über das Netzwerk einzurichten - das bedeutet, dass bei der Installation nur diejenigen Dateien heruntergeladen werden, die der Nutzer tatsächlich auch benötigt. Ist auf dem Zielsystem keine schnelle Internetanbindung vorhanden, können Nutzer auch vorab ein DVD-Image beziehen. Dabei haben sie die Wahl zwischen einer etwas kleineren Standard-DVD und der großen Everything-DVD, auf der alle Pakete der Distribution enthalten sind. Meist ist erstere Version die bessere Möglichkeit. Zusätzlich gibt es seit einiger Zeit auch diverse Live-Medien in CD- oder DVD-Größe, um das Betriebssystem ohne Änderungen am PC ausprobieren zu können.

Sprache und Festplatte
Scientific Linux 6.1 bringt einen komfortablen Setup-Assistenten mit, der auf der Anaconda-Software basiert und neben Red Hat Enterprise Linux auch in Fedora Core zum Einsatz kommt. Allerdings müssen sich die Nutzer damit abfinden, dass statt einer ansprechenden grafischen Oberfläche die Dialogfenster aus der Konsole dargestellt werden - aus Gründen der Kompatibilität, wie die Entwickler angeben. Sofern die Installation aber zum Beispiel über eine VNC-Verbindung auf einem Server gestartet wird, passen bei der Auflösung von 640 mal 480 Pixeln nicht alle Fenster in den Anzeigebereich. Hier sollten die Entwickler dringend nachbessern.
Nach der Auswahl der Sprache und des Tastaturlayouts formatiert Scientific Linux auf Wunsch die Festplatte oder nutzt den freien Speicher für die eigenen Partitionen. Als Dateisystem dient Ext4 - im Setup-Assistenten lassen sich keine Alternativen auswählen, mit einiger Mühe ist das allerdings über eine angepasste Installation auf der Kommandozeile möglich. Für Programme, temporäre Datein und das persönliche Verzeichnis der Nutzers legt Scientific Linux separate Partitionen an. Sehr lobenswert ist auch, dass standardmäßig die IPv6-Unterstützung neben dem IPv4-Protokoll aktiviert wird. Sobald alle Vorbereitungen abgeschlossen sind, richtet Anaconda auf dem Computer ein Basissystem mit Linux-Kernel, GNU-Tools und anderem ein.
Systemstart und Nutzer
Beim Hochfahren des PC zeigt Scientific Linux 6.1 einen Fortschrittsbalken, die Boot-Meldungen lassen sich durch Drücken der ESC-Taste aber jederzeit aufrufen. Die Tatsache, dass Scientific Linux 6.1 eher auf professionelle Nutzer ausgerichtet ist, bemerken Nutzer bei der Anmeldung: Sie muss als root-Benutzer durchgeführt werden, der Setup-Assistent richtet standardmäßig kein Konto mit eingeschränkten Berechtigungen auf dem Computer ein. In der Dokumentation der Distribution gibt es eine ganze Reihe von Hinweisen dazu, was nach der Installation zu tun ist - auch für das Anlegen neuer Nutzer und Gruppen auf der Konsole.
In Scientific Linux 6.1 dient das RPM-System als Paketverwaltung, Programme lassen sich mit den gewohnten Befehlen anderer Linux-Distributionen einspielen oder löschen. Neben dem Kernel 2.6.32, der im Bereich Virtualisierung zahlreiche Neuerungen gegenüber Scientific Linux 6.0 enthält, sind mit KDE 4.3 und GNOME 2.28 zwei ausgereifte Desktop-Umgebungen enthalten. Bis das neue GNOME 3.0 Einzug in die Distribution hält, dürfte es noch etwa sechs Monate dauern. Als Büropaket liegt aufgrund der Abstammung von Red Hat Enterprise Linux ebenfalls noch das alte OpenOffice bei, LibreOffice lässt sich aber nachinstallieren.

Fazit
Scientific Linux geht auch mit der jüngsten Version den eingeschlagenen Weg konsequent weiter: Die Linux-Distribution bietet ein solides Betriebssystem, das genau wie CentOS auf den Profi-Produkten von Red Hat basiert und so über mehrere Jahre Updates garantieren kann. Einsteiger müssen für die Installation oft Hand anlegen, erhalten bei der Konfiguration dafür aber mehr Flexibilität als bei Ubuntu, openSUSE und Co.

Die Abbildungen sind nicht ganz zutreffend. Denn das ist die Text-Installation, die nur benötigt wird, wenn der Rechner weniger wie 1GB Hauptspeicher hat. Ansonsten wird ebenso mit Anaconda installiert, genauso wie...