Passt auch auf ältere USB-Sticks
Anleitung: Festplatten mit Clonezilla auf mehrere Computer klonen
Es gibt zahlreiche Programme, mit denen sich ein 1:1-Abbild einer Festplatte relativ einfach herstellen lässt. Doch leider sind die meisten Lösungen kostenpflichtig, wie zum Beispiel Symantec Norton Ghost. Sofern der Nutzer auf Open-Source-Produkte ausweicht, spart er zwar die Lizenzgebühren, muss aber meist auch auf einen großen Teil des Bedienkomforts und - besonders wichtig - die grafische Oberfläche verzichten.

Inhaltsverzeichnis
- 1Clonezilla für CD und USB
- 2Funktionen und Konsole
- 3Clonezilla für Experten
- 4Fazit
Clonezilla für CD und USB
Daher wurde Clonezilla ins Leben gerufen: Zusammen mit zahlreichen freien Anwendungen, beispielsweise Partclone oder Partimage, bildet der Linux-Kernel die Grundlage des Betriebssystems. Jeder interessierte Nutzer kann sich ein .ISO-Abbild herunterladen: Da es mit knapp 120 Megabyte Größe sehr schlank gehalten ist, passt es nicht nur auf eine CD oder DVD, sondern auch auf angestaubte USB-Sticks. Die Systemanforderungen von Clonezilla sind vernachlässigbar gering, lediglich auf die Größe des Arbeitsspeichers - empfohlen sind mindestens 196 Megabyte - sollte der Nutzer achten.

Funktionen und Konsole
Clonezilla schlägt dem Nutzer beim Hochfahren standardmäßig vor, im VGA-Modus mit einer Auflösung von 800 mal 600 Pixeln zu starten, was für die meisten Computer ideal sein sollte - optional kann der Anwender aber auch auf 640 mal 480 Pixel zurückschalten. Während des Bootvorgangs erscheinen zahlreiche Meldungen, wie man es von anderen Linux-Distributionen ohne Splash-Screen kennt. Das ist hilfreich, damit Nutzer bei Problemen mit der Hardware sehen können, woran es genau liegt. Clonezilla fragt den Nutzer außerdem nach der gewünschten Sprache: Derzeit sind neben Englisch zwar bereits einige andere auswählbar, Deutsch aber fehlt darunter.
Die Bedienung von Clonezilla erfolgt zwar auch auf der Kommandozeile, allerdings in Form relativ übersichtlicher Dialogfenster. Nach dem Start des Systems stehen dem Benutzer zahlreiche Optionen zur Verfügung, die kryptische Bezeichnungen wie device-image oder device-device tragen - und auch unter der Beschreibung können sich nur die wenigsten Einsteiger etwas vorstellen.
Die erste Option (device-image) ist immer dann die richtige Wahl, wenn ein 1:1-Abbild einer Festplatte gesichert oder zurückgespielt werden soll. Das ist in wenigen Schritten erledigt: Clonezilla fragt den Nutzer nach dem lokalen Ziel-/Quell-Laufwerk und dem Ziel-/Quell-Image, wobei letzteres auch auf einem Netzwerkspeicher liegen kann. Clonezilla unterstützt das Wiederherstellen und Klonen anhand von Daten eines NFS-, SSH- oder Samba-Laufwerks.
Clonezilla für Experten
Das Betriebssystem unterstützt neben den klassischen Linux-Dateisystemen Ext2, Ext3, Ext4, ReiserFS etc. auch NFTS, FAT(32) sowie HFS und HFS+, das im Mac-Umfeld geläufig ist. Personen, die sich mit der Umgebung etwas besser auskennen, werden die zahlreichen Optionen an Clonezilla zu schätzen lernen: So kann man statt der gesamten Festplatte auch nur einzelne Partitionen als Image speichern, um etwa das frisch installierte System ohne persönliche Daten zu sichern. Mit der Device-to-Device-Option kann Clonezilla auch direkt zwei Festplatten ohne den Umweg über ein separates Abbild aufeinander spiegeln.

Apropos Spiegel: Leider gibt es derzeit keine Möglichkeit, in Clonezilla direkt mit einem Software-RAID zu arbeiten. Dieses muss, sofern überhaupt unterstützt, von Hand über die Konsole entsprechend konfiguriert werden, wovon jedoch eher abzuraten ist. Alle Clonezilla-Programme laufen grundsätzlich nicht unter dem root-Account, sondern einem einfachen Benutzerkonto mit dem Passwort "live". Sollten dennoch einmal root-Berechtigungen erforderlich sein, kann der Nutzer diese mit dem Kommando "sudo" erhalten.
Fazit
Clonezilla ist eine hochspezialisierte Linux-Distribution, die kommerzielle Programme wie Norton Ghost fast überflüssig macht. Die breite Unterstützung von Dateisystemen und Netzlaufwerken wird durch die Integration zahlreicher kleiner Programmpakete erreicht. Trotzdem ist das Betriebssystem noch angenehm schlank geblieben. Einzig die fehlende deutsche Lokalisierung dürfte für manchen Nutzer ein Problem darstellen.
