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Galaxy Tab 10.1 im Test: Samsungs Antwort auf das iPad 2
Dünner, leichter und mit Touchwiz

von Jan Kluczniok Uhr veröffentlicht

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Nach dem Galaxy Tab 10.1V bringt Samsung nun ein weiteres 10,1 Zoll Tablet auf den Markt. Ein dünneres Gehäuse, ein geringerer Preis und die Touchwiz-Oberfläche sollen dem iPad 2 und der Honeycomb-Konkurrenz das Fürchten lehren.

Das Samsung Galaxy Tab 10.1 im Test - Déjà-vu? Nicht ganz. Vor wenigen Wochen absolvierte das Galaxy Tab 10.1V von Samsung den netzwelt-Testparcours. Nun schickt der Hersteller mit dem Galaxy Tab 10.1 eine runderneuerte Version seines 10,1-Zoll-Tablets ins Rennen. Sie ist dünner und leichter - und bietet ein besseres Nutzungserlebnis dank Touchwiz-Oberfläche.

Mit dem Galaxy Tab 10.1V hat das neue Samsung-Tablet bis auf den Namen also nur noch wenig gemeinsam. Das Modell erschien den Samsung Entwicklern nach der Vorstellung des Apple iPad 2 als zu klobig, weshalb der Hersteller nicht nur die Preisstrategie für sein 10,1 Zoll-Tablet überdachte, sondern auch das gesamte Gerät am Reißbrett neu plante. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Samsung reduzierte die Gehäusedicke von 10,9 auf 8,6 Millimeter und auch das Gewicht wurde um 30 auf 565 Gramm verringert. Damit unterbietet Samsung sogar die Spezifikationen von Apples iPad 2 -  um 0,2 Millimeter beziehungsweise 48 Gramm.

Einsparungen

In der Praxis macht sich dieser feine Unterschied zwischen beiden Geräten jedoch nicht wirklich bemerkbar. Was aber deutlich wird: Um auch preislich mit Apple konkurrieren zu können, hat Samsung nicht nur die Auflösung der rückseitigen Kamera von 8 auf 3 Megapixel reduziert, sondern auch Abstriche bei der Verarbeitung in Kauf genommen.

Die Rückseite ist nicht mehr angeraut wie beim Tab 10.1V, sondern war beim Testgerät in einem glänzenden Klavierweiß gehalten. Diese rutschige Rückseite konnte die netzwelt-Redaktion schon beim ursprünglichen Galaxy Tab nicht begeistern. Neben der Variante mit weißen Rücken soll es aber auch ein Modell mit schwarzer Rückseite geben, die laut Samsung eine bessere Haptik bietet.

Samsung Galaxy Tab 10.1

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Samsung präsentiert eine überarbeitete Version des Galaxy Tab 10.1V.

Touchwiz statt Standard-Honeycomb

Auch Softwareseitig hat Samsung Hand angelegt. Zunächst einmal läuft das Galaxy Tab 10.1 bereits mit der Honeycomb-Version 3.1, die zahlreiche Verbesserungen gegenüber der ersten Version 3.0 bietet. Zudem hat Samsung das Tablet nun auch, wie bei seinen Android-Smartphones, mit einer eigenen Nutzeroberfläche namens Touchwiz ausgestattet.

Diese verleiht dem Tablet nicht nur ein deutlich fröhlicheres Design - Googles Honeycomb-Oberfläche wirkt in den Standardeinstellungen doch sehr düster - sondern erweitert das Betriebssystem auch um zahlreiche Funktionen. Screenshots lassen sich beispielsweise direkt über einen virtuellen Button in der Bedienleiste anfertigen.

Zoomen mittels Kippbewegung

Die Bedienleiste hat Samsung um eine weitere Schaltfläche erweitert. Über einen Pfeil in der Mitte der Leiste öffnet der Nutzer das Mini-App-Menü. Hier stehen ihm mit Kalender, Weltuhr, Stift-Memo, Rechner, MP3-Player und Task-Manager sechs Mini-Anwendungen zur Verfügung, die sich als Pop-Ups über gerade aktive Anwendungen legen, ohne diese zu unterbrechen. So kann der Nutzer beispielsweise schnell Termine nachschlagen, ohne seine aktiven Apps zu verlassen. Mehrere Mini-Apps zur gleichen Zeit kann das Galaxy Tab 10.1 jedoch nicht öffnen.

Touchwiz bringt zugleich auch die vom Galaxy S2 bekannte Bewegungssteuerung mit. So kann der Nutzer unter anderem mittels Kippbewegungen bei Bildern oder Webseiten zoomen, wenn er gleichzeitig das Tablet-Display mit zwei Fingern hält. Genaues Zoomen erfordert hierbei zwar ein wenig Übung. Wer aber morgens in der S-Bahn oder im überfüllten Bus einen Text heranzoomen will, wird für diese Funktion dankbar sein.

Ansonsten bringt die Touchwiz-Oberfläche viele kleinere Verbesserungen mit, die Honeycomb insgesamt noch intuitiver werden lassen. Gleichzeitig schränkt Samsung den Nutzer aber auch mancherorts unverständlicherweise ein: So können Apps im Menü nur alphabetisch sortiert werden. Im Browser sind Plugins zudem von Werk aus deaktiviert. Um etwa auf netzwelt.de Videos anzuschauen, müssen Sie also erst die Option in den Browser-Einstellungen aktivieren.

Kies adé

Neben den neuen Funktionen hat Samsung auch ein für viele Nutzer großes Ärgernis beseitigt: Das Galaxy Tab 10.1 ist nicht mehr auf die Kies-Software angewiesen. Firmware-Updates kann das Gerät nun einfach über das Mobilfunknetz oder eine WLAN-Verbindung einspielen. Daten lassen sich über die Web-Version Kies Air synchronisieren. Diese läuft im Vergleich zur Desktop-Software auch auf Mac- oder Linux-Rechnern.

Schließt der Nutzer dagegen das Tablet per Kabel an einen Mac an, wird er keine Daten tauschen können: Selbst nach Installation des Programms Android File Transfer ließen sich Galaxy Tab und iMac in der netzwelt-Redaktion nicht zur Zusammenarbeit überreden. Unter Windows meldet sich das Galaxy Tab 10.1 dagegen ganz normal als Wechseldatenträger.

Warten auf Games, Movies und Ebooks

Die Touchwiz-Oberfläche reichert Samsung natürlich auch wieder mit seinen bekannten Hubs "Social", "Music", "Reader" und "Games" an. Der Reader- und der Games-Hub waren auf dem Testgerät aber noch nicht verfügbar. Sie sollen ebenso wie die App Samsung Movies per Software-Update nachgereicht werden. Grund sind letzte Optimierungsarbeiten. Die Spiele des Games-Hub werden beispielsweise an die deutliche höhere Auflösung angepasst.

Hinter Samsung Movies verbirgt sich der Filmdienst des Herstellers, der nun auch hierzulande starten wird. Nutzer finden hier ähnlich wie bei iTunes Filme und TV-Serien. Inhalte werden unter anderem von Warner, Fox und Sony bereitgestellt. Der Preis für einen einzelnen Filmabruf soll bei drei Euro liegen. Eine Monatsflat wird laut Samsung für einen Preis von unter 10 Euro buchbar sein. Mit dem Software-Update wird auch die Wifi-Direct-Funktionalität des Tablets aktiviert werden.

Arbeitstempo und Akku

Auch wenn das Galaxy Tab 10.1 technisch den Honeycomb-Tablets von Motorola und LG ähnelt, ist es gefühlt einen Tick schneller als die Konkurrenz. Das liegt auch an der intuitiven Touchwiz-Oberfläche Sie bietet auf viele Funktionen schnelleren Zugriff als die Google-eigene Variante.

Der Akku zeigte im netzwelt-Test keine Schwäche. Samsung spricht von einer maximalen Akkulaufzeit von rund neun Stunden. Dieser Wert ist durchaus realistisch. Damit nähert sich Samsung zwar Apple an, erreicht die Laufzeit des iPad 2 aber nicht ganz.

Samsung stattet das Galaxy Tab 10.1 mit einer eigenen Nutzeroberfläche aus. Schnittstellen fehlen dem Gerät aber.

Schnittstellenmangel

Leider nähert sich Samsung aber Apple auch in anderen Punkten. So weist das Galaxy Tab keine USB- oder HDMI-Schnittstelle auf, sondern stattdessen einen eigenen Dock-Anschluss. Über diesen können mittels Adapter USB- oder HDMI-Geräte angeschlossen werden. Ein Adapterkabel zur Verbindung mit dem PC liegt bereits bei, alle weiteren müssen gekauft werden.

Derzeit bietet Samsung einen HDMI-Adapter und einen Speicherkartenleser an. Kostenpunkt: zwischen 30 und 40 Euro. Ein dicker Minuspunkt für das Galaxy Tab 10.1, zumal das Motorola Xoom oder das LG Optimus Pad sowohl eine USB- als auch eine HDMI-Schnittstelle ohne Aufpreis bieten. Auch beim Zugriff auf verschiedene Dienste gibt sich Samsung zugeknöpft: Für FOTA-Updates wird ein Samsung-Konto benötigt, für den Zugriff auf Samsung Apps eine SIM-Karte. Diese in das Gerät einzulegen gestaltet sich aufgrund der flachen Bauweise schwierig. Im Test waren hierfür spitze Gegenstände beziehungsweise spitze Fingernägel und jede Menge Geduld nötig. Bei der Bedienung der Lautstärketasten zeigt sich wieder das typische Android-Ausrichtungsproblem.

Verfügbarkeit und Preis

Das Samsung Galaxy Tab 10.1 ist ab Anfang August erhältlich. Die unverbindliche Preisempfehlung von Samsung lautet 629 Euro. Im Netz ist es derzeit bereits vorbestellbar. Der Preis liegt je nach Händler etwa 50 bis 60 Euro unter der Preisempfehlung. Auch diverse Netzbetreiber werden das Galaxy Tab 10.1 in Deutschland subventioniert anbieten. Ende August folgt dann noch das kleinere Modell Galaxy Tab 8.9, das in puncto technischer Ausstattung und Software nahezu identisch mit dem Galaxy Tab 10.1 ist.

Fazit

Samsung hat gut daran getan, das Galaxy Tab 10.1V zu überarbeiten. Die Touchwiz-Oberfläche ist ein echter Pluspunkt gegenüber Modellen mit der Standard-Honeycomb-Oberfläche. Dafür bietet die Konkurrenz deutlich mehr Schnittstellen. Die Verarbeitungsqualität reicht an die des iPad 2 heran, erreicht aber noch nicht ganz den Perfektionsgrad des Apple-Tablets. Anders als mit dem Smartphone Galaxy S2 kann Samsung also das große Vorbild diesmal nicht entthronen. Unter den Android-Tablets zählt das Galaxy Tab 10.1 aber ohne Frage zu den besten Vertretern.

Kommentare zu diesem Artikel

Nach dem Galaxy Tab 10.1V bringt Samsung nun ein weiteres 10,1 Zoll Tablet auf den Markt. Ein dünneres Gehäuse, ein geringerer Preis und die Touchwiz-Oberfläche sollen dem iPad 2 und der Honeycomb-Konkurrenz das Fürchten lehren.

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  • Sharkygus schrieb Uhr
    AW: Galaxy Tab 10.1 im Test: Samsungs Antwort aufs iPad 2

    nein es sind effektiv 0,2mm
  • Bestpricefinder schrieb Uhr
    AW: Galaxy Tab 10.1 im Test: Samsungs Antwort aufs iPad 2

    Hallo User, hab erfahren das es das Samsung Galaxy Tab 10.1 nur im Media Markt Frankfurt NWZ am 13.08.2011 für 469€ gibt - unglaublich ! Oder man schließt einen O2 Vertrag 25€ mtl. Internet Flat ab und bekommt das Gerät für 1€. Unglaubliche Aktionen die da gefahren werden.....
  • the_runner schrieb Uhr
    AW: Galaxy Tab 10.1 im Test: Samsungs Antwort aufs iPad 2

    Es sind übrigens 0,2 cm oder 2 mm
  • derOlli schrieb Uhr
    AW: Galaxy Tab 10.1 im Test: Samsungs Antwort aufs iPad 2

    Ich persönlich würde absolut die Finger von den Samsung-Tabs lassen! Wenn ich sehe, dass sie das erste, kaum zwei Monate alte Tab, absolut nicht supportet haben und es mittlerweile völlig rausgefallen ist (auch von Vodafone nicht mehr angeboten wird), sollte man sein Geld lieber für das iPad ausgeben. Wer hat schon was von einem 2-Monate-Lebenszyklus (ist das überhaupt schon "Leben"?)?

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Galaxy Tab 10.1 im Test: Samsungs Antwort auf das iPad 2
Galaxy Tab 10.1 im Test: Samsungs Antwort auf das iPad 2
Mit dem Galaxy Tab 10.1 bringt Samsung ein ähnlich dünnes Tablet wie Apples iPad 2 auf den Markt. Nicht nur im Design ähneln sich beide Modelle.
http://www.netzwelt.de/news/87680-galaxy-tab-10-1-test-samsungs-antwort-ipad-2.html
2011-07-28 16:45:57
http://img.netzwelt.de/dw120_dh90_sw0_sh0_sx0_sy0_sr4x3_nu0/article/2011/bowers--wilkins-liefert-seinem-system-fernbedienung--bild-netzwelt5450.jpg
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