MegaFon-Nutzer betroffen
Datenleck bei russischem Provider: 8.000 SMS online einsehbar
Über die russische Suchmaschine Yandex konnten zu Beginn der Woche über 8.000 SMS unterschiedlicher Anwender eingesehen werden. Davon betroffen waren die Nutzer des russischen Mobilfunkanbieters MegaFon.

MegaFon zählt über 57 Millionen Nutzer, von denen einige befürchten mussten, dass ihre SMS online über Yandex gefunden werden können. Dabei geht es um Textnachrichten, die über den Computer des Nutzers verschickt wurden. Einsehbar waren dabei offenbar die Nachricht, das Datum und die Mobilfunknummer des Empfängers. Inzwischen sind die SMS wieder offline.
Untersuchungen laufen
Beide Unternehmen haben Untersuchungen eingeleitet, die klären sollen, wie die Nachrichten für jeden online einsehbar wurden. Bei MegaFon spricht man von einem technischen Fehler bei der Interaktion zwischen der Seite des Mobilfunkanbieters und der Suchmaschine. Dabei wurde offenbar eine Einschränkung an Yandex nicht korrekt weitergegeben.
Yandex weist die Schuld laut der russischen Seite CNews von sich und gibt ebenfalls an, dass es sich um ein Problem bei der Einschränkung handelt. Normalerweise werden in einer Datei namens robots.txt Seiten aufgeführt, die Yandex nicht listen darf. Der Suchmaschinenanbieter erklärt weiter, dass MegaFon aus ungeklärten Gründen diese Datei gelöscht hat und dadurch die Nachrichten online gefunden werden konnten.
Mögliche rechtliche Folgen
Wie die Moscow Times berichtet weist MegaFon die Vorwürfe einer fehlenden Indizierung von privaten Nachrichten zurück. Der stellvertretende Direktor des Unternehmens führt an, dass falls dies der Fall gewesen sein sollte, wären die SMS auch bei anderen Suchmaschinen aufgetaucht und nicht nur bei Yandex.
Das Sicherheitsunternehmen Kaspersky geht davon aus, dass dem Unternehmen, der für das Problem verantwortlich ist, eine rechtliche Verfolgung und beachtliche Strafen drohen. Wie die Moscow Times berichten, sehen Rechtsexperten außerdem die Grundlage für Klagen von betroffenen Nutzern als gegeben an. Sie gehen von einer 90-prozentigen Gewinnchance aus und einer Abfindung in Höhe von umgerechnet rund 1.500 Euro.

Sagen Sie Ihre Meinung!