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Tablet meets 3D: LG Optimus Pad im Test
3D-Camcorder und üppiger Speicher

von Jan Kluczniok Uhr veröffentlicht

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3D-Kamera, 32 Gigabyte interner Speicher, Mini-HDMI-Schnittstelle - LG hat bei der technischen Ausstattung seines ersten Tablet-PCs V900 Optimus Pad nicht gespart. Die üppige Ausstattung hat aber auch seinen Preis.

Mit dem Optimus Pad V900 bringt nun auch LG einen Tablet-PC auf den Markt. Markenzeichen des Modells sind gleich zwei 5-Megapixel-Kameralinsen auf der Rückseite, die das Tablet in einen 3D-Camcorder verwandeln. Darüberhinaus glänzt das Optimus Pad im Test mit einem üppigen internen Speicher und einer HDMI-Schnittstelle. Die Ausstattung hat aber auch ihren Preis.

Produzierte LG noch im vergangenen Jahr überwiegend günstige Android-Handys für Einsteiger, mausert sich der Hersteller 2011 zum Trendsetter bei Android-Geräten: Das P990 Optimus Speed war weltweit das erste Dual-Core-Smartphone und das Optimus Black lässt mit seinem leuchtstarken Display die Konkurrenz verblassen. Auch das erste LG-Tablet das Optimus Pad V900 glänzt mit innovativer Technik. Es bietet eine 3D-Kamera auf der Rückseite.

Damit kann der Nutzer Videos und Fotos in 3D aufzeichnen - theoretisch. Praktisch installiert LG auf dem Tablet ab Werk nur die App "3D Camcorder" für die Aufnahme von 3D-Clips. Eine 3D-Foto-App sucht der Nutzer vergebens. Entsprechende Programme gibt es zwar im Android Market, sie nutzen aber nicht wirklich die 3D-Kamera des Optimus Pad, sondern überlagern lediglich zwei nacheinander aufgenomme Fotos, so dass ein minimaler 3D-Effekt entsteht.

Brille benötigt

Anders als das 3D-Smartphone Optimus 3D des Herstellers braucht der Nutzer zum Betrachten der 3D-Clips auf dem Tablet aber eine Cyan-Rote-Brille, die nicht im Lieferumfang enthalten ist. Der 3D-Effekt ist hiermit zwar deutlich wahrnehmbar - aber natürlich längst nicht so beeindruckend wie im Kino. Dies gilt auch, wenn der Nutzer den Film über die Mini-HDMI-Schnittstelle auf einem 3D-fähigen Fernseher oder Monitor wiedergibt.

LG stellt hierfür einen speziellen Wiedergabemodus bereit, im netzwelt-Test funktioniert dies bei Monitoren ohne Probleme. Ein 3D-fähiges Notebook konnte die übertragenen Bilder jedoch nicht in ein 3D-Signal übersetzen. Auch bei der Wiedergabe auf dem großen Bildschirm war ein 3D-Effekt spürbar, jedoch wurde dieser durch Geisterbilder getrübt. Dass die 3D-Bilder nicht so plastisch wirken, hängt wohl damit zusammenhängen, dass der Abstand der Kamera-Linsen beim Optimus Pad nicht ganz dem Augenabstand des Menschen entspricht.

Neuer Formfaktor: 8,9 Zoll

Neben der 3D-Kamera will LG beim Optimus Pad auch mit einem ungewöhnlichen Formfaktor punkten, der einen optimalen Kompromiss aus Portabilität, Bildschirmgröße und Bedienung mit den Daumen bietet. Die Wahl fiel hier auf 8,9 Zoll und diese Größe wusste schon im netzwelt-Kurztest zu gefallen. Fast jeder Punkt des Displays des LG V900 ließ sich im Test ohne große Verrenkungen mit den Daumen erreichen. Dank 16:9-Format eignet sich das LG Optimus Pad dennoch zum Filmschauen.

Leider berücksichtigt LG wie auch andere Android-Hersteller jedoch nicht die Ausrichtung des Tablets bei der Belegung der Lauter- und Leiser-Taste, so dass der Nutzer teilweise beim Drücken der Tasten umdenken muss. Umgewohnt auch: Zum Einlegen der SIM-Karte ist kein Schacht an der Seite vorhanden, der Nutzer muss dazu ein Teil der Abdeckung abnehmen.

Dass LG mit dem Formfaktor nicht ganz falsch liegt, zeigt die Ankündigung von Konkurrent Samsung eine 8,9 Zoll-Variante seines neuen Galaxy Tab zu veröffentlichen. Auf lange Sicht könnte das Format das bislang bei auf Portabilität bedachten Tablets übliche 7-Zoll-Format ablösen. In der Sakko-Innentasche lässt sich das V900 allerdings nicht mehr transportieren. Angesichts eines Gewichtes von über 600 Gramm wäre dies auch wenig angenehm. Bei der Alltagsnutzung fällt das vergleichsweise etwas höhere Gewicht aber nicht weiter negativ auf. Das Display gefällt zudem durch seinen großen Blickwinkel, spiegelt aber leider auch.

Üppiger Speicher, ordentliche Performance

Wie bereits erwähnt verfügt das LG V900 über einen Mini HDMI-Port, hinzu kommen noch Schnittstellen für Micro USB und Kopfhörer. Einen Speicherkartenslot sucht der Nutzer vergebens. Bei einem internen Speicher von 32 Gigabyte, von dem den Nutzer ab Werk circa 28 Gigabyte zur Verfügung stehen, lässt sich dies aber durchaus verschmerzen.

LG Optimus Pad V900

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8,9 statt 7 Zoll - LG wählt für sein Tablet-Debüt einen derzeit noch ungewöhnlichen Formfaktor.

Die Perfomance des LG Optimus Pad ist gut. Der Akku zeigte im netzwelt ebenfalls keine Schwächen und erzielte die für Honeycomb-Tablets üblichen Laufzeiten. Weniger überzeugend war dagegen der Klang des Tablets. Während über Kopfhörer noch ein satter Musikgenuss möglich ist, produzierten die verbauten Lautsprecher im Test nur einen flachen Klang.

Preis und Verfügbarkeit

Das LG Optimus Pad ist laut Hersteller seit dem zweiten Quartal 2011 in Deutschland erhältlich. Die unverbindliche Preisempfehlung liegt bei 899 Euro und damit sogar über der des teuersten Apple iPad 2. LG wandert hier auf den Spuren des Galaxy Tab, bei dem Samsung auch mit einer vergleichsweise hohen unverbindlichen Preisempfehlung schockierte.

Zwar ist der Preis im Versandhandel schon unter 800 Euro gefallen, damit liegt das V900 aber immer noch deutlich über dem Preis der Konkurrenz. LG setzt hier offensichtlich auf den subventionierten Verkauf über Netzbetreiber. Besonders preiswert ist das Tablet aber auch hier nicht erhältlich: Bei Vodafone kostet es je nach Tarif zwischen 630 und 810 Euro. Ein Teil der Summe wird dabei als Anzahlung fällig, der Rest wird in monatlichen Raten von 20 Euro über zwei Jahre abgestottert.

Fazit

Mit dem Optimus Pad V900 präsentiert LG ein ausgereiftes Tablet mit einem interessanten Formfaktor. Kein Wunder - waren die Arbeiten am Gerät nach Angaben des Herstellers doch bereits im vergangenen Jahr abgeschlossen - nur die späte Veröffentlichung von Honeycomb durch Google stand dem Marktstart entgegen.

Alleinstellungsmerkmale bestitzt das Optimus Pad im Meer der Honeycomb-Tablets durch die 3D-Kamera. Angesichts des Preises ist es fraglich, ob dieses qualitativ gesehen eher nette Gimmick eine breite Masse an Kunden zum Kauf bewegen wird. Für 3D-Fans und Early Adaptor lohnt sich jedenfalls ein genauerer Blick auf das V900.

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3D-Kamera, 32 Gigabyte interner Speicher, Mini-HDMI-Schnittstelle - LG hat bei der technischen Ausstattung seines ersten Tablet-PCs V900 Optimus Pad nicht gespart. Die üppige Ausstattung hat aber auch seinen Preis.

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Tablet meets 3D: LG Optimus Pad im Test
Tablet meets 3D: LG Optimus Pad im Test
Dank der 3D-Kamera des Optimus Pad können Nutzer nun auch 3D-Filme auf einem Tablet sehen - das aber hat seinen Preis.
http://www.netzwelt.de/news/87608-tablet-meets-3d-lg-optimus-pad-test.html
2011-07-24 11:52:40
http://img.netzwelt.de/dw120_dh90_sw0_sh0_sx0_sy0_sr4x3_nu0/article/2011/videoschnittprogramm-openshot-nur-linuxsystemen-kompatibel-bild-jonathan-thomas5430.png
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