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Immer online mit Google: Samsung Chromebook im Test
12,1 Zoll großer Bildschirm, Atom-Prozessor und ein starker Akku

von Jan Johannsen Uhr veröffentlicht

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Google hat mit Chrome OS die Netbook-Idee konsequent zu Ende gedacht, Samsung mit dem Chromebook 500C21 das erste passende Notebook gebaut. Ohne Google-Konto und Internetzugang läuft hier allerdings gar nichts.

Samsung hat als erster Hardware-Hersteller einen Laptop mit Googles Betriebssystem Chrome OS fertig gestellt. Das Chromebook funktioniert nur mit einer Internetverbindung richtig und für die meisten Arbeiten muss der Nutzer einen Webdienst ansteuern, wobei Google selber schon eine große Auswahl bietet.

So funktioniert Chrome OS

Bei Chrome OS handelt es sich grob gesagt um eine allein lauffähige Version des Chrome Browsers. Vom Nutzer fordert es mehr Umgewöhnung als der Wechsel zwischen Windows, Mac OS X und Linux, die alle mit einem Desktop und Programmen, die sich in Fenstern öffnen, arbeiten. Bei Chrome OS hat der Nutzer dagegen nur das Browser-Fenster vor sich.

Der Nutzer kann auf dem Chromebook keine weiteren Programme installieren, sondern den Browser nur mit Erweiterungen und Apps aus dem Chrome Web Store ausbauen. Da inzwischen zahlreiche Anwendungen wie Office- oder Bildbearbeitungsprogramme als Webdienste bereitstehen, lassen sich mehr Arbeiten mit Chrome OS erledigen als man anfangs vielleicht denkt. Bei den Apps handelt es sich allerdings meistens nur um Verknüpfungen zu den entsprechenden Webseiten.

Damit der Nutzer das Chromebook verwenden kann, muss es online sein. Ohne Internetverbindung per WLAN oder UMTS lässt sich das Netbook derzeit kaum nutzen, da nur sehr wenige Anwendungen offline funktionieren. Anders als bei Windows, Mac OS X oder Linux hat der Nutzer auch kaum Einfluss auf das Betriebssystem, er kann bei Chrome OS eigentlich nur die typischen Browser-Einstellungen vornehmen.

Chrome OS startet dafür deutlich schneller als Windows oder Mac OS X, wobei sicherlich nicht nur das schlanke Betriebssystem, sondern auch die SSD-Festplatte zu der hohen Geschwindigkeit beiträgt. Aktualisierungen stellt Google zentral zur Verfügung und lädt sie auch im Hintergrund hoch. Ohne große eigene Aktivitäten hat der Nutzer immer ein aktuelles Betriebssystem vor sich.

Samsung Chromebook 500C21 im Test

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Weißer Deckel und das Chrome-Logo.

Um Chrome OS nutzen zu können, muss sich der Anwender mit seinem Google-Account anmelden. Ohne diesen läuft das Betriebssystem nur im stark eingeschränkten Gastmodus.

Matter Bildschirm, Atom-Prozessor, kleiner Flashspeicher

Samsung stattet sein Chromebook 500C21 mit einem 12,1 Zoll großen Bildschirm aus. Das matte Display spiegelt auch im Freien nur sehr wenig und verfügt über eine Auflösung von 1.280 x 800 Pixeln - eignet sich also auch für die Wiedergabe von Videos im HD-Format. Der Monitor lässt sich vergleichsweise wenig nach hinten neigen und sein Scharnier erweist sich als sehr leichtgängig.

Bei der Hardware hat Samsung auf einen geringen Stromverbrauch und genügend Leistung für die Webdienste geachtet. Die Komponentenzusammenstellung ähnelt der in den bisherigen Netbooks: Der Atom-Prozessor N570 von Intel ist mit 1,6 Gigahertz getaktet und der Arbeitsspeicher zwei Gigabyte groß. Die Grafikberechnung übernimmt ein nicht genauer spezifizierter interner Chip, der aber genügend Leistung bringt, um Youtube-Videos in HD-Auflösung abzuspielen.

Als Massenspeicher dient ein 16 Gigabyte großer Flashspeicher. Große Datensammlungen lassen sich direkt auf dem Chromebook also nicht anlegen. Der Nutzer muss seine Daten entweder online bei Cloud-Diensten oder extern auf USB-Sticks oder Festplatten ablegen.

Im Test zeigte Chrome OS den Inhalt von angeschlossenen USB-Sticks automatisch und ohne Probleme an. Der Dateimanager öffnet sich im Browserfenster. Allerdings zeigt der Chrome-Browser nur wenige Dateitypen ab Werk an. Bearbeiten lassen sich die Dateien nur mit Webdiensten.

Neue Sondertasten und Touchpad mit Gestensteuerung

Das Chromebook von Samsung verfügt über angenehm große Handballenablagen. Die einzelnen Tasten fallen angenehm groß auf, erfordern allerdings einen vergleichsweise hohen Kraftaufwand vom Nutzer, damit er an den gut zu spürenden Druckpunkte gelangt. Chrome OS bringt seine eigenen Sondertasten mit, so dass das Tastatur-Layout sich ein wenig von herkömmlichen Keyboards unterscheidet.

Das Chromebook kommt ohne Windows- und Apfel-Taste sowie die F-Tasten aus. Stattdessen bietet es dem Nutzer eine Such-Taste, mit der er direkt eine neue Suche auf Google startet, oder einen Knopf, um die aktuelle Seite neu zu laden, oder zwischen mehreren offenen Browser-Fenstern hin und her zu wechseln.

Das große Touchpad reagiert schon auf leichte Berührungen, so dass der Nutzer den Mauszeiger schnell und genau bewegen kann. Das Chromebook kommt ohne Touchpadtasten aus. Um einen Linksklick auszuführen, muss der Anwender das Touchpad im unteren Bereich kräftig eindrücken. Einen Linksklick führt das Netbook aus, wenn sich ein zweiter Finger beim Drücken auf dem Touchpad befindet. Darüber hinaus versteht die Sensorfläche mehrere Gesten, die der Nutzer mit seinen Fingern durchführt.

Leise Hardware, lange Akkulaufzeit

Leistungsmäßig liegt das Chromebook von Samsung mit seiner Hardware-Ausstattung auf einer Höhe mit typischen Windows-Netbooks. Die Komponenten reichen für die Wiedergabe von Youtube-Videos in HD-Auflösung aus. Bei mehreren aktiven Flash-Anwendungen in Browser-Tabs gelangen sie aber schon an ihre Leistungsgrenzen. Die Bauteile und die Lüftung des Chromebook arbeiten sehr leise und sind nicht zu hören.

Samsung baut in sein erstes Chromebook einen Lithium-Ionen-Akku ein, der mit 8.200 Milliamperestunden eine deutlich größere Kapazität aufweist als die sonst bei Note- und Netbooks üblichen Batterien. Trotz dauerhafter Internetanbindung hält der Akku einen Arbeitstag mit den üblichen Pausen durch. Etwa alle acht Stunden sollte der Nutzer sich aber in der Nähe einer Steckdose befinden.

Wenige Anschlüsse müssen ausreichen

Das rund 1,5 Kilogramm schwere Chromebook von Samsung steckt in einem einwandfrei verarbeiteten Kunststoffgehäuse. An seinen Seiten findet der Nutzer insgesamt zwei USB-Anschlüsse, einen Einschub für eine SIM-Karte sowie einen VGA-Ausgang, für den allerdings ein Adapter, der sich nicht im Lieferumfang befindet, nötig ist. Ein Kartenlesegerät erreicht der Anwender an der Frontseite des Netbooks.

Fazit: Das erste Netbook das diesen Namen verdient

Google hat mit Chrome OS die Idee der Netbooks konsequent zu Ende gedacht. Das Chromebook von Samsung ist für die Nutzung des Internets ausgelegt und funktioniert ohne dies nur stark eingeschränkt. Die Hardware-Ausstattung reicht für diesen Zweck aus, nur die Bedienung erweist sich als gewöhnungsbedürftig, stellt aber kein großes Hindernis dar. Wer seine Daten bewacht und eine Abneigung gegen Google hegt, wird allerdings nie ein Chromebook nutzen wollen.

Die unverbindliche Preisempfehlung von Samsung für das Chromebook 500C21 beträgt 449 Euro. Die Variante ohne UMTS-Modul soll 399 Euro kosten und bisher halten sich die Online-Händler im Internet an diese Vorgaben.

Als einziger weiterer Computerhersteller hat bisher Acer angekündigt ebenfalls ein Chromebook zu bauen. Aber Details zur Ausstattung oder zum Preis und zur Verfügbarkeit sind bei diesem Notebook noch Mangelware.

Kommentare zu diesem Artikel

Google hat mit Chrome OS die Netbook-Idee konsequent zu Ende gedacht, Samsung mit dem Chromebook 500C21 das erste passende Notebook gebaut. Ohne Google-Konto und Internetzugang läuft hier allerdings gar nichts.

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  • NoSense schrieb Uhr
    AW: Immer online mit Google: Samsung Chromebook im Test

    This is the future. Wer braucht schon programme zum installieren. Heutzutage kann man das per cloud computing erledigen. Schön ist wirklich was anderes, aber wir sind erst noch am Anfang.
  • Olli91 schrieb Uhr
    AW: Immer online mit Google: Samsung Chromebook im Test

    Teuer, hässlich und ein absolut zukunftsloses Betriebssystem. Und dann nichtmal richtig mobil nutzbar. DRECK!
  • Crow schrieb Uhr
    AW: Immer online mit Google: Samsung Chromebook im Test

    Wer kauft sowas? Nur mit Internetverbindung nutzbar? Keine Installation weiterer Programme? Für was, außer die Daten des Nutzers für Google, soll das zum Henker gut sein? ...

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Immer online mit Google: Samsung Chromebook im Test
Immer online mit Google: Samsung Chromebook im Test
Das erste Notebook mit Googles neuen Betriebssystem Chrome OS ist da und ohne Internet ist es nur ein Klumpen aus Plastik, Metall und Elektronik.
http://www.netzwelt.de/news/87607-immer-online-google-samsung-chromebook-test.html
2011-07-23 12:34:16
http://img.netzwelt.de/dw120_dh90_sw0_sh0_sx0_sy0_sr4x3_nu0/article/2011/mozilla-mafiaafire-addon-wunsch-us-heimatschutzministeriums-entfernen-bild-screenshot5461.png
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