Häuserkampf in Hogwarts

Im Kurztest: Harry Potter und die Heiligtümer des Todes - Teil 2

Das Finale des berühmtesten Kinomärchens der letzten Jahre geriet düster und gewalttätig. "Harry Potter und die Heiligtümer des Todes Teil 2" ist zweifellos einer der besten Teile der Reihe, aber kein Film für Kinder. Eher ein Stück erwachsenes Popcorn-Kino, in dem es vor Toten und Verletzten nur so wimmelt. Entsprechend actionbetont ist auch das Spiel zum Film ausgefallen, das EA pünktlich für PC und Konsolen auf den Markt brachte. Die gute Nachricht vorweg: Ein Fiasko wie beim direkten Vorgänger bleibt Käufern erspart. Die schlechte: Es ist nicht einmal ansatzweise so spektakulär wie die Vorlage ...

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Harry Potter und die Heiligtümer des Todes Teil 2 - Launch-Trailer: Voldemort und seine Armeen greifen die Zauberschule Hogwarts an. Es ist an Harry und den anderen Schülern, sowie den Lehrern, sich der Gefahr zu stellen. Mit dem Videospiel, für die PlayStation 3, die Xbox 360, die Nintendo Wii und den PC, Harry Potter und die Heiligtümer des Todes Teil 2, kann der Spieler aktiv am Kampf teilnehmen. Dieser Trailer entstand anlässlich des Launch-Termins des Titels. Zum Video: Harry Potter und die Heiligtümer des Todes Teil 2 - Launch-Trailer

Zwar orientiert sich das Game inhaltlich eng am Film. Gleichzeitig ignoriert es ihn aber auch, indem es Harry, Hermine und Co. Heerscharen von Voldemorts Handlangern auf den Hals hetzt und dadurch zur stupiden Schießbude wird. Richtig gelesen: "Harry Potter und die Heiligtümer des Todes - Teil 2" ist über weite Strecken ein lupenreiner Third-Person-Shooter - und deshalb nur bedingt für Kinder geeignet.

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Egal, ob in den Verliesen der Zaubererbank Gringotts, in den Gassen des verschneiten Dörfchens Hogsmead oder in der belagerten Schule Hogwarts selbst: Ohne Unterlass decken Potter und seine Begleiter Todesser, Trolle, Spinnen und Greifer mit einem halben Dutzend bunter Kampfzauber ein. Die besitzen zwar harmlose lateinische Namen wie Stupor, Petrificus Totalus oder Expulso, haben aber dieselbe Funktionsweise wie MG, Raketenwerfer und Scharfschützengewehr.

Zwar können Harry und eine Reihe anderer spielbarer Charaktere wie Ginny, Professor McGonagall oder Molly Weasley auch einen Schutzzauber wirken. Wer im Häuserkampf um Hogwarts aber seinen Kopf nicht unten hält und Deckung hinter Steinbrocken oder Säulen sucht, segnet schnell das Zeitliche ...

Aufgelockert wird die arg lineare Jagd nach den Horkruxen - also jene Gegenstände, in denen der dunkle Lord seine Seele bannte - durch eingestreute Reaktionstests, Abschnitte, in denen man einer anderen Figur Rückdeckung geben muss, und rasant inszenierte Fluchtsequenzen. Während Wassermassen, Feuerschlangen oder Lord Voldemort höchstpersönlich Harry auf den Fersen sind, ist der Spieler damit beschäft, Hindernissen auszuweichen oder die Verfolger zu beschießen. Bleibt er hängen, geht's von vorne los - die einzigen Stellen im sonst eher einfach gehaltenen Abenteuer, die man mehrfach in Angriff nehmen muss. Selbst die meisten Boss-Gegner stellen kein großes Hindernis dar ...

Inhaltliche Steilvorlagen des Film - wie der Ritt auf einem Drachen - bleiben vom Spiel leider ungenutzt. Und auch Rätsel sucht man in "Harry Potter und die Heiligtümer des Todes Teil 2" vergebens. Den einzigen Anreiz, sich fernab der eng angelegten Trampelpfade umzusehen, liefern verstecke Symbole, die neue Musikstücke oder Figuren für die Galerie freischalten.

Grafisch leistet sich "Harry Potter und die Heiligtümer des Todes Teil 2" kaum Schwächen und trifft denselben düsteren Grundton wie die Vorlage. Auch die meisten Charaktere sehen ihren realen Vorbildern zum Verwechseln ähnlich. Nur wenn manche Gegner nach einem Treffer wie stocksteife Zinnsoldaten umfallen, sorgt das für unfreiwillige Komik - wie im Übrigen auch die teils fehlende Lippensynchronität in den Zwischensequenzen. Immerhin hat EA die Originalsprecher vor die Mikros gezerrt. Etwas kritischer muss man hingegen die geringe Spieldauer betrachten. Nach knapp vier Stunden ist Schluss. Was dann noch bleibt, ist die Wahl eines höheren Schwierigkeitsgrades oder einzelne Abschnitte unter Zeitdruck erneut in Angriff zu nehmen, um online die Highscores mit Freunden zu vergleichen.

Fazit: Im Vergleich zum direkten Vorgänger ist "Harry Potter und die Heiligtümer des Todes Teil 2" deutlich besser geraten. Der Aufbau ist stringenter, die Handhabe einfacher - nur an Abwechslung und Durchhaltevermögen mangelt's. Und wie immer gilt: Wer Buch oder Film nicht kennt, hat kaum eine Chance, sich in dem Story- und Figurendickicht zurecht zu finden.

Im Test: Harry Potter und die Heiligtümer des Todes - Teil 2

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Am Rande: Im Gegensatz zum Vorgänger gibt es keine Kinect-Sperenzchen mehr - dafür unterstützt die PlayStation3-Fassung die Move-Steuerung. Und: Am Ende des Abspanns bekommt man in Videoform einen Rückblick auf alle bislang veröffentlichten Potter-Games.

Datenblatt

Harry Potter und die Heiligtümer des Todes - Teil 2
SpielnameHarry Potter und die Heiligtümer des Todes - Teil 2
HerstellerBright Light
VertriebEA
GenreAction
Erhältlich ab14.07.2011
Preisca. 60 Euro
EAN Code5030932101754
SchwierigkeitFür Einsteiger und Fortgeschrittene
Alterab 12 Jahren
Multiplayernein
Sonstiges 
Bewertung Grafikgut
Bewertung Steuerungbefriedigend
Bewertung Soundgut
Bewertung Spielspassbefriedigend
Bewertung Gesamtbefriedigend
SystemPlayStation3
SystemNintendo DS
SystemPC
SystemWii
SystemXbox 360

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