165 Jahre nach Entdeckung
Neptun: Astronomie feiert ersten Geburtstag des Planeten
Neptun ist derjenige Planet unseres Sonnensystems, der am weitesten von der Sonne entfernt ist. Für eine Umrundung der Sonne braucht Neptun fast 165 Jahre. Jetzt stand er wieder an derselben Position wie bei seiner Entdeckung - die Astronomie feiert deshalb seinen ersten Geburtstag.

Am 23. September 1846 entdeckte der Astronom Johann Galle den Planeten und verdoppelte damit die Größe des bislang bekannten Sonnensystems. Galle suchte explizit nach Neptun und geriet durch Uranus auf seine Spur: Die Umlaufbahn des siebten Planeten in unserem Sonnensystem wies Unregelmäßigkeiten auf, die nur durch die Anziehungskraft eines weiteren Planeten hervorgerufen werden konnten.
Ein Tag dauert rund 16 Stunden
Am 12. Juli 2011 befand sich Neptun jetzt wieder genau an der Stelle im All, an der er vor rund 165 Jahren von Galle gefunden wurde. Um den einjährigen Geburtstag des Planeten zu feiern, veröffentlicht die NASA neue Bilder von Neptun, die mit dem Hubble-Teleskop am 25. und 26. Juni aufgenommen wurden. Etwa alle vier Stunden wurde ein Bild gemacht und so ein ganzer Tag des Planeten dokumentiert, denn der Planet benötigt für die Eigenrotation 16 Stunden.
Neptun umkreist die Sonne in einem Abstand von 4,5 Milliarden Kilometern und befindet sich somit 30 Mal so weit entfernt von der Sonne wie die Erde. Genau wie auf der Erde gibt es auch auf Neptun Jahreszeiten, die dort allerdings rund 40 Jahre dauern. Der Planet besitzt eine sehr dichte Atmosphäre, weshalb die Aufnahmen lediglich die obersten Schichten und Wolken zeigen, welche aus Methan-Eiskristallen bestehen.
Wolken verschieben sich
Auf den neuen Aufnahmen ist zu erkennen, dass die Wolkenaktivität in Richtung nördlicher Hemisphäre wandert. Vor einigen Jahren befanden sich die Wolken laut NASA-Angaben noch in der südlichen Hemisphäre und waren auch noch weniger. Im Moment herrscht im südlichen Teil von Neptun Frühsommer, im Norden Winter.
Im Inneren des Planeten herrscht große Hitze, während die Wolken sehr kalt sind. In ihrer Höhe liegen die Temperaturen bei etwa -162 Grad Celsius. Aufgrund der hohen Temperaturunterschiede könnte es laut der NASA zu Unstabilitäten in der Atmosphäre von Neptun kommen, die dramatische Wetterwechsel zur Folge haben können.
Im Jahr 1989 war die Raumsonde Voyager 2 auf ihrem Weg zum Ende unseres Sonnensystems an Neptun vorbeigeflogen und konnte Aufnahmen des Planeten machen. Ihre Schwestersonde Voyager 1 befindet sich inzwischen an einem Punkt im Weltraum, an der der Sonnenwind stillsteht.
