Der Horror bleibt aus
Im Kurztest: F.3.A.R.
"F.E.A.R." von Entwickler Monolith stand 2005 für Prachtgrafik, clevere Gegner und vor allem echte Schockmomente. Erschreckend, dass "F.3.A.R" von Warner Interactive und den Day 1 Studios sechs Jahre später in genau all diesen Punkten versagt ...
F.E.A.R. 3 - 13:37 zu F.E.A.R. 3: Dieses Video präsentiert 13:37 Minuten vom Action-Horror-Shooter F.E.A.R. 3. Er beginnt mit dem Intro und geht dann flüssig in die ersten Spielszenen über. Spieler, die sich von einem kleinen Spoiler der ersten Spielszenen nicht abschrecken lassen, erhalten so einen kleinen Einblick in das Geschehen. Horror-Freunde mit einer PlayStation 3, Xbox 360 oder einem entsprechend leistungsfähigen PC können F.E.A.R. 3 im Handel finden. Zum Video: F.E.A.R. 3 - 13:37 zu F.E.A.R. 3
Ist es ein böses Omen, wenn die Erfinder einer Spielemarke ihrem "Kind" den Rücken zuwenden? Im Falle von "F.3.A.R.", dem dritten Teil jener übersinnlichen Gruselmär, scheint es so zu sein. Vom subtilen Gänsehaut-Horror und den derben Schockeffekten des Erstlings ist in der aktuellen Neuauflage für PC, Xbox 360 und PS3 nicht mehr viel geblieben. Stattdessen schwingen die Entwickler der Day 1 Studios in den acht Abschnitten wild entschlossen die stumpfe Action-Keule.
Immerhin können sich Veteranen über ein Wiedersehen mit alten Bekannten freuen: Neben Alma, dem personifizierten Bösen, sind auch ihre Kinder - der genetisch modifizierte Supersoldat Point Man und der durchgeknallte Kannibale Paxton Vettel - wieder am Start. Letzterer ist für die Familienzusammenführung sogar von den Toten wiederauferstanden, nachdem ihm sein stummer Bruder Point Man in "F.E.A.R." die Lichter ausgeblasen hatte. Nun müssen sie zusammen ihren Weg zu ihrer hochschwangeren Mutter finden, jedoch aus unterschiedlichen Motiven ...
Soweit zur Hintergrundgeschichte des Spiels, die müde, uninspiriert und verwirrend vermittelt wird. Wer die Vorgänger nicht kennt, hat keine Chance, den paranormalen Humbug auch nur ansatzweise zu verstehen. Und selbst "F.E.A.R."-Veteranen tun sich manchmal verdammt schwer, dem Storyfaden zu folgen, den sich Hollywood-Horrorexperten wie Steve Niles ("30 Days of Night") ausgedacht haben. Für die Zwischensequenzen wurde gar Altmeister John Carpenter ("Halloween") verpflichtet.
Aber auch an anderer Stelle enttäuscht der dritte Teil: Von geschickt aufgebauten Spannungsbögen, toll platzierten Schockeffekten und Gruselatmosphäre scheinen die Macher ebenso wenig Ahnung zu haben wie von einem zeitgemäßem Leveldesign, das der cleveren künstlichen Intelligenz der Gegner Platz zum Entfalten gibt. Versuchten die Kontrahenten in den Vorgängerteilen, den Spieler zu flankieren und ihm in den Rücken zu fallen, ist dies in den engen und detailarmen Schlauchleveln schlicht nicht möglich. So verkommen die Widersacher zu Kanonenfutter, die in der stark geschnittenen deutschen Version zudem unblutig ins digitale Nirwana befördert werden. Immerhin: Zusammen mit einem Freund fängt "F.3.A.R" an, richtig Spaß zu machen, was jedoch in erster Linie an den okkulten Fähigkeiten Paxton Fettels liegt.
Im Test: F.3.A.R.
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Bild vergrößern Der dritte Teil der "F.E.A.R."-Reihe setzt mehr auf Action als auf Horror. (Bild: Warner) - Bild 2 von 12
Bild vergrößern Versuchten die Kontrahenten in den Vorgängerteilen, den Spieler zu flankieren und ihm in den Rücken zu fallen, ist dies in den engen und detailarmen Schlauchleveln schlicht nicht möglich. (Bild: Warner) - Bild 3 von 12
Bild vergrößern Paxton Vettel ist zurück von den Toten. (Bild: Warner) - Bild 4 von 12
Bild vergrößern Alma, das personifierte Böse, ist schwanger - und ihre Geburtswehen lassen die Welt von "F.E.A.R. 3" im Chaos versinken. (Bild: Warner) - Bild 5 von 12
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Unterm Strich ist "F.3.A.R." ein enttäuschendes Finale einer einst angenehm-nervenaufreibenden Spielereihe. So gelungen der Coop-Modus, die eingestreuten Ballereien an Bord eines Robos sowie das neue Deckungssystem und die altbekannten Zeitlupen-Momente auch sind, so schwach fällt die Inszenierung des Titels aus. Schade, das hätte besser enden können, wenn nicht sogar müssen.
Datenblatt
| F.3.A.R. | |
| Spielname | F.3.A.R. |
| Hersteller | Day 1 Studios |
| Vertrieb | Warner Bros. Interactive |
| Genre | Action |
| Erhältlich ab | 24.06.2011 |
| Preis | ca. 50 Euro |
| EAN Code | 5051890018632 |
| Schwierigkeit | Für Fortgeschrittene und Profis |
| Alter | ab 18 Jahren |
| Multiplayer | 2-8 |
| Sonstiges | Minimum CPU mit 2,4 GHz, 2 GByte Ram, Grafikkarte mit 512 MByte Ram, 10 GByte feier Festplattenspeicher, Internetverbindung für Aktivierung nötig |
| Bewertung Grafik | befriedigend |
| Bewertung Steuerung | gut |
| Bewertung Sound | befriedigend |
| Bewertung Spielspass | befriedigend |
| Bewertung Gesamt | befriedigend |
| System | PC |
| System | PlayStation3 |
| System | Xbox 360 |
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