Nicht mehr lukrativ

Internetkriminalität: Spam-E-Mails gehen immer mehr zurück

Spam-E-Mails waren jahrelang eine große Plage und sehr beliebt im Bereich der Internetkriminalität. Das hat sich mittlerweile offenbar geändert, denn der Versand solcher Nachrichten geht immer mehr zurück. Selbst der "Spam-König" gibt jetzt auf.

Symantec verzeichnet einen deutlichen Rückgang an Spam-E-Mails. (Bild: Symantec)
Symantec verzeichnet einen deutlichen Rückgang an Spam-E-Mails. (Bild: Symantec)
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Den Namen "Spam-König" verpasste sich Robert Soloway nicht selbst, aber er ist passend. Soloway zählte vor allem in den Neunzigern zu den erfolgreichsten Spammern. In seiner Blütezeit 1997 verdiente er bis zu 20.000 US-Dollar pro Tag mit dem Versand von Spam-Mails. Für seine kriminelle Tätigkeit musste Soloway vier Jahre ins Gefängnis.

Bei 20 US-Dollar am Tag war Schluss

Inzwischen ist er wieder aus der Haft entlassen, plant aber nicht, wieder Geld mit Spam zu verdienen - denn das lohne sich finanziell schlichtweg nicht mehr. Dies sagte Soloway gegenüber dem Magazin ITWorld. Bereits zur Zeit seiner Verhaftung im Jahr 2007 sei Spam nicht mehr lukrativ gewesen, er habe damit Geld verloren, anstatt welches zu verdienen. Dank der immer besser werden Spam-Filter wurde es zunehmend komplizierter, diese zu umgehen.

1997 reichten für den Spam King ein Mail-Server und ein einzelner Internet-Zugang als Arbeitsgrundlage aus. Zehn Jahre später musste er auf tausende Mail-Server, Computer und Internet-Domains zurückgreifen. Als er schließlich nur noch 20 Dollar am Tag mit dem Versand unerwünschter Nachrichten verdiente, verabschiedete er sich aus dem Spam-Geschäft. "Das sollte deutlich machen, wie effektiv die Anti-Spam-Community geworden ist", sagte Soloway.

Allgemeiner Rückgang von Spam

Offenbar ist er nicht der Einzige, der dem Verschicken von Spam-E-Mails den Rücken zukehrt. So berichten zum Beispiel die Sicherheits-Experten von Symantec, dass der Versand von Spam immer mehr abnimmt. Die höchste Marke wurde im Juli 2010 erreicht: Hier wurden weltweit 230 Milliarden solcher Mails verschickt, inzwischen sind es etwa 39 Milliarden im Monat. Allerdings steigen nicht alle Spammer freiwillig aus. Im März 2010 wurde zum Beispiel mit Rustock eines der größten Botnetze ausgeschaltet, das immerhin für fast die Hälfte des gesamten Spam-Aufkommens verantwortich war.  

Während zwar Spam-E-Mails immer mehr zurückgehen, steigt insgesamt die Internetkriminalität in Deutschland weiter an. Dies zeigten kürzlich das Bundeskriminalamt und der Branchenverband Bitkom.

Weitere Informationen

Wie geht's weiter? Zu diesem Thema haben wir eine redaktionelle Übersicht erstellt. Sie finden das Special zu Anti-Spam hier.

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