Zweite Hälfte von 2010

Transparenz-Bericht von Google: Über 14.000 Nutzerdaten angefragt

Zweimal im Jahr veröffentlicht Google den sogenannten Transparency Report. In den Berichten listet Google unter anderem auf, welche Behörden und Gerichte Nutzerdaten angefragt haben. Jetzt ist der Transparenzbericht für das zweite Halbjahr 2010 verfügbar.

Aus Deutschland stammen 768 der über 14.000 Anfragen nach Nutzerdaten. (Bild: Screenshot)
Aus Deutschland stammen 768 der über 14.000 Anfragen nach Nutzerdaten. (Bild: Screenshot)

Neben der Anfrage nach Nutzerdaten listet der Transparency Report auch auf, wer von Google verlangt hat, dass Inhalte aus dem Suchindex oder aus anderen Google-Angeboten wie Youtube gelöscht werden sollen. Zwischen Juli und Dezember 2010 erhielt der Suchmaschinenriese über 14.000 Anfragen von Behörden und Gerichten nach der Offenlegung von Anwenderdaten. Google gibt den Anfragen aber nicht immer nach.

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768 Anfragen nach Nutzerdaten aus Deutschland

Deutsche Regierungsinstitutionen verlangten in 768 Fällen die Einsicht in die Nutzerdaten: Zu 76 Prozent lieferte Google die Daten komplett oder teilweise. Die Anfragen nach Nutzerdaten nehmen hierzulande somit stetig zu - im zweiten Halbjahr 2009 lagen deren Zahl noch bei 458 und zwischen Januar und Juni 2010 erfasste Google 668 Anfragen.

Die USA fragten in der zweiten Hälfte von 2010 mit Abstand am häufigsten bei Google Daten von Anwendern an, insgesamt 4.601 mal. Hier gab Google mit 94 Prozent auch am häufigsten Auskunft. Auf Platz zwei folgt Brasilien mit 1.804 Anfragen vor Indien mit 1.699. Häufiger als Deutschland wollten außerdem noch das Vereinigte Königreich (1.162), Frankreich (1.021) und Italien (837) Anwenderdaten einsehen.

Brasilien vor Südkorea vor Deutschland bei den Löschaufträgen

Aufforderungen, Inhalte komplett zu entfernen, hingegen stammten am häufigsten aus Brasilien. Google erhielt hier 263 entsprechende Anfragen, wobei insgesamt 12.363 Elemente gelöscht werden sollten. In 76 Prozent der Fälle führte Google die Löschwünsche auch aus. Auf Platz zwei liegt Südkorea mit 139 Aufforderungen zu 32.152 Elementen - Google kam hier zu 100 Prozent den Anfragen komplett oder teilweise nach.

Auf Rang drei folgt dann bereits Deutschland: Die 118 Anfragen, dass bestimmte Inhalte aus dem Suchindex gelöscht werden, betrafen 1.932 Elemente und Google kam dem zum größten Teil (97 Prozent) nach. Diese Anfragen stammten laut Google von der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPjM). Anfang 2011 landete zum Beispiel die Seite iShareGossip auf dem Index.

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