Auf Anweisung der Polizei
Google Street View: Aufnahmen in Indien gestoppt
Google Street View stößt mal wieder an Grenzen. Nachdem zum Beispiel in Deutschland heftig Kritik an den Aufnahmen geübt wurde, kann Google nun vorerst in Indien keine weiteren Kamerafahrten vornehmen. Die Polizei stoppte die Aufnahmen nach rund drei Wochen.
Die Street View-Autos waren gerade dabei, die südindische IT-Metropole Bangalore abzufahren und die Straßen und Häuser aufzunehmen, als Google von der Polizei aufgefordert wurde, das Projekt erst einmal zu unterbrechen. Eine Sprecherin von Google erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur AFP, dass das Unternehmen keine weiteren Bilder aufnehmen wird, bis es mit der Polizei gesprochen hat. Google gibt an, alle nötigen Genehmigungen erhalten zu haben.
Regierung hat Sicherheitsbedenken
Der Grund für die Entscheidung der Polizei sind offenbar Sicherheitsbedenken der Regierung hinsichtlich der Veröffentlichung der Bilder im Internet. So teilte die Polizei der BBC mit, dass Google zunächst die Erlaubnis des indischen Außen- und Innenministeriums benötigt. Dem Polizeikommissar Sunil Kumar zufolge ist Bangalore ein mögliches Ziel von Terroristen, da dort wichtige Institutionen ansässig sind, unter anderem die Raumfahrtbehörde Indiens (ISRO) oder das staatliche Luft- und Raumfahrtunternehmen Hindustan Aeronautics Limited (HAL).
In Deutschland wurde bereits im Vorfeld der Kamerafahrten von Google heftig diskutiert. Als eine Konsequenz ermöglichte Google Nutzern, bereits vorab Widerspruch einzulegen und die Verpixelung von Hausfassaden zu fordern. Von diesem Recht machten auch zahlreiche Deutsche Gebrauch.
Auch Microsoft gab inzwischen den Forderungen von Datenschützern nach und lässt einen solchen Vorabwiderspruch zu. Dies war zunächst nicht vorgesehen, wodurch der Dienst sogar als "schlimmer als Street View" bezeichnet wurde. Für Bing Maps Streetside sind seit Mai Autos in Deutschland unterwegs. Insgesamt sollen etwa 50 deutsche Städte und Regionen aufgenommen werden.


Google Street View macht bereits seit dem 14. Mai keine Aufnahmen mehr - in Deutschland und weltweit. Der Grund: Die jüngste Panne bei der Speicherung der WLAN-Daten und nicht die massiven Proteste in Deutschland.
Vorsicht Kamera: Google wird mit seinen Street View-Autos ab Ende März wieder Aufnahmen in Deutschland machen. Die Bilder sollen zunächst aber nur für Verbesserungen des Kartenmaterials in Google Maps genutzt werden.
Nutzer können sich ab sofort neue Street-View-Aufnahmen von Google nutzen. Hinzugekommen sind Bilder von Sehenswürdigkeiten in Italien und Frankreich, die mit Fahrrädern und nicht mit Autos aufgenommen wurden.
Google will keine weiteren Straßenansichten deutscher Städte veröffentlichen. Daten sammelt das Unternehmen aber weiterhin mit seinen Kameraautos. Doch die Informationen über Straßennamen und Verkehrsschilder nutzt Google zur Verbesserung von Google Maps.
Microsoft darf mit Kamerafahrten für den Foto-Straßendienst Street Side beginnen. Das zuständige bayerische Landesamt für Datenschutzaufsicht hat dem Unternehmen dafür die Erlaubnis erteilt. Über ein Vorabwiderspruchsrecht wird aber weiter verhandelt.
Noch in diesem Monat will Microsoft die ersten Städte für seinen Foto-Straßendienst Bing Streetside abfotografiert haben. Sie sollen dann ab Frühherbst im Netz zu sehen sein. Unterdessen wird weiter über ein Vorabwiderspruchsrecht gestritten.
Google soll wegen Behinderung der Untersuchungen zu Street View 25.000 US-Dollar Strafe zahlen. Der Suchmaschinenanbieter habe sich nicht kooperativ verhalten. Die Datenerfassung von WLAN-Netzen wurde indes nicht bestraft.




