"Wettbewerbswidrig"
Ärger wegen Tagesschau-App: Verlage reichen Klage ein
Seit Ende 2010 gibt es die Tagesschau auch als App für Smartphones und Tablets. Jetzt wurden die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten ARD und NDR wegen der Anwendung verklagt. Acht deutsche Verlage halten die App für wettbewerbswidrig.

Die gemeinsame Klage wurde bei der Wettbewerbskammer des Landgerichts Köln eingereicht. Dabei ist die textdominante Berichterstattung in der Tagesschau-App, die keinen Sendungsbezug bietet, der Auslöser der Verlags-Kritik. Als Grundlage für die Klage dient der Rundfunkstaatsvertrag der Länder.
Kontrollinstanzen haben nichts unternommen
In ihm ist laut dem Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) festgehalten, dass presseähnliche Inhalte der öffentlich-rechtlichen Sender ohne konkreten Bezug zu einer erfolgten Sendung verboten sind. "Die Praxis habe jedoch gezeigt, dass sich die Rundfunkhäuser an diese Vorgabe nicht halten", heißt es in einer Pressemitteilung des BDZV. Da die Kontrollgremien der Sender und die zuständigen Aufsichtsbehörden gegen diese Entwicklung nichts unternommen haben, greifen die Verlage jetzt zum Rechtsweg.
Die acht Verlage, die gemeinsam klagen sind Springer, die WAZ-Mediengruppe, M. DuMont Schauberg, "FAZ", die "Rheinische Post", der Süddeutsche Verlag, das Medienhaus Lensing-Wolff und die Medienholding Nord. Inhalte der Tagesschau-App die dem Hörfunk oder Fernsehen ähneln sind nicht Gegenstand der Kritik.
NDR-Intendant Lutz Marmor erklärte im Radiosender NDR Info, dass er den Schritt der Verleger bedaure. Er gehe allerdings davon aus, dass die öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt den Rechtsstreit gewinnen wird, auch wenn ihm noch keine genaue Begründung der Klage vorliegt. "Ich habe Verständnis für die Wahrnehmung von Interessen, aber auch wir haben die Interessen unserer Gebührenzahlerinnen und Gebührenzahler zu wahren", führte Marmor an. Laut ihm haben bereits 1,7 Millionen Menschen die Anwendung heruntergeladen.
Die Tagesschau-App wurde im Dezember 2010 veröffentlicht und ist kostenlos für Android-Geräte, Blackberrys sowie iPhone, iPod touch und iPad verfügbar. Dabei erhalten Nutzer unter anderem Zugriff zum Sendungsarchiv, können Live-Streams verfolgen oder Inhalte von Tagesschau.de mobil abrufen.

Ich bin grundsätzlich ein Gegner der Zwangsgebühren, aber: Noch mehr bin ich Gegner davon, wenn private Verlage jede Weiterentwicklung der ÖR sofort bekämpfen. In Österreich haben wirs vor einem knappen Jahr...
Bei diesem Vergleich sträuben sich meine Haare, NAchricht auf ÖR wie Privat sind ein und dieselbe Presseagentur. Der ÖR ist nur eine billige Kopie der Privaten geworden, nru das die sich nicht aus...
So ist es eben im Haifisch Becken. Die Verlage werden verlieren, den das Hoheitsrecht Internet haben die ÖR sich per PApier Gutachten ja zusichern lassen. In dem es heisst, das im Internet alles...
Würden die Privaten nicht nur Nachrichten bringen, die hauptsächlich für die geistige Unterschicht gedacht sind, gäbe es keine Bedrohung für sie durch die ÖR. Dann könnte man nämlich wählen. So bleiben nur...