Kein NFC-Chip nötig
Zoosh: Mobiles Bezahlen per Ultraschall
In das Geschäft mit mobilen Bezahlsystemen wollen immer mehr Unternehmen einsteigen. Große Anbieter setzen dabei auf die Technologie der Near Field Communication, bei der ein entsprechender Chip benötigt wird. Ein Startup-Unternehmen aus den USA bietet eine Alternative: Bezahlen via Ultraschall.
Naratte nennt sich das Unternehmen und Zoosh heißt die neue Technik. Dabei ermöglicht Zoosh ebenso wie NFC das Bezahlen mit Smartphones in Geschäften oder das Bezahlen von Smartphone zu Smartphone. Alles, womit die Smartphones dabei ausgestattet sein müssen, ist ein Mikrofon, Lautsprecher und eine entsprechende Anwendung. Eine neue Hardware ist bei Zoosh also nicht nötig.
Sicherheit bei der Datenübertragung
Wie bei NFC auch, müssen die beiden Geräte für die Datenübertragung lediglich nah aneinander geführt werden. Bei Zoosh übertragen und empfangen die Geräte dabei Ultraschall-Töne, die für den Menschen nicht hörbar sind. Das Bezahlen funktioniert dabei ohne Internetverbindung, da die Daten direkt zwischen den Geräten ausgetauscht werden.
Wer sich jetzt fragt, ob das Ganze sicher ist, hat laut den Gründern von Naratte Brett Paulson und Byron Alsberg kein Grund zur Sorge. In einem Gespräch mit Venturebeat erklären sie, dass jede Zoosh-Transaktion eine einzigartige und ablaufende ID besäße. Selbst wenn jemand die Transaktion aufzeichnet, könne er mit den Informationen nichts anfangen. Außerdem funktionieren die Übertragungen nur über kurze Distanzen - der Angreifer müsste sich also direkt neben dem Nutzer befinden, wenn der Informationen abgreifen möchte.
Nachrüsten für Geschäfte angeblich billiger als bei NFC
Der Vorteil gegenüber NFC liegt nicht nur auf Seiten der Nutzer, die ihre Smartphones oder Tablets oder andere Geräte mit Mikrofon und Lautsprecher einfach via Software-Update für das mobile Bezahlen aufrüsten können. Auch für Geschäfte ist Zoosh interessant, da ein Nachrüsten einer Kasse laut Naratte lediglich rund 30 US-Dollar kostet und damit deutlich weniger als für die NFC-Technologie. Für die Nahfunk-Technik werden zwischen 100 und 850 US-Dollar fällig. Bislang bietet Zoosh bereits Software Development Kits für Android und auch für iOS an.
Die NFC-Technologie gibt es schon seit einigen Jahren, bislang konnte sie sich allerdings noch nicht wirklich durchsetzen. Dies soll sich ändern; so hat zum Beispiel Google ein entsprechendes mobiles Bezahlsystem vorgestellt, das mit NFC funktioniert. Google Wallet nennt sich der Dienst, der zunächst auf das Nexus S von Sprint und zwei amerikanische Städte beschränkt ist. Microsoft hatte ebenfalls angekündigt, NFC bei Windows Phone 7 zu integrieren. Die Telekom will ein mobiles Bezahlsystem namens Mobile Wallet starten.

Mit der Near Field Communication-Technologie (NFC) werden Handys zum Bezahlmittel für kleine Geldbeträge. Auf dem Mobile World Congress in Barcelona haben mehrere Hersteller Geräte mit NFC-Chip vorgestellt. Und die Telekom kündigte das Bezahlsystem "Mobile Wallet" an.
Auch Microsoft springt auf den NFC-Zug mit auf. Der Hersteller will in sein neues Handy-OS Windows Phone 7 entsprechende Funktionalität integrieren und am boomenden Markt des Bezahlens per Handy teilhaben.
Google soll Medienberichten zufolge morgen, 26. Mai, ein neues Bezahlsystem vorstellen. Dieses basiert auf der Near Field Communication-Technologie und soll zunächst in Googles Nexus S Verwendung finden.
Wenn es nach Google geht, brauchen Nutzer in Zukunft keinen Geldbeutel mehr. Ganz so weit ist es noch nicht, aber Bezahlen können sie bald mit dem Smartphone. Google Wallet nennt sich das mobile Bezahlsystem des Suchmaschinenanbieters.
Die Mobilfunker Telekom, O2 und Vodafone wollen eine eigene Firma gründen, um das Bezahlen mit dem Handy voranzutreiben. Anfang 2012 sollen zudem Gratis-NFC-Sticker verteilt werden, die alle SMS-fähigen Handys zur mobilen Geldbörse machen.
Mobiles Bezahlen mit Handys spielt in letzter Zeit eine immer größere Rolle, so sind neue Mobiltelefone häufiger mit einem NFC-Chip ausgestattet. Die Sparkassen möchten die Konkurrenz ausstechen und integrieren entsprechende Funkchips in ihre EC-Karten.
Google Wallet bekommt noch vor dem offiziellen Start einen neuen, gewichtigen Partner. Visa hat angekündigt, sich ebenfalls an der neuen Zahlmethode via Smartphone zu beteiligen. Die zusätzliche Teilnahme von Visa Europe lässt überdies vermuten, dass auch hierzulande Google Wallet eingeführt werden könnte.




