Beobachtung war Glücksfall

Helle Explosion aufgeklärt: Stern von schwarzem Loch zerrissen

Ende März beobachtete der Swift-Forschungssatellit der NASA eine der hellsten Explosionen im Weltraum. Die intensive Gamma- und Röntgenstrahlung hält ungewöhnlich lange an. Jetzt berichten Forscher, dass der Strahlungsausbruch auf den Tod eines Sterns zurückzuführen ist, der sich zu nah an einem schwarzen Loch befand.

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Ein Energiestrahl richtet sich zufälligerweise genau in Richtung unseres Sonnensystems. (Bild: University of Warwick/Mark A Garlick)
Ein Energiestrahl richtet sich zufälligerweise genau in Richtung unseres Sonnensystems. (Bild: University of Warwick/Mark A Garlick)
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Das internationale Forscherteam rund um Andrew Levan der University of Warwick veröffentlichen ihre Ergebnisse in der aktuellen Ausgabe des Fachmagazins Science. Levan erklärt, dass "die bislang beste Erklärung, die zur Größe, Intensität, Zeitskala und zum Fluktuationsniveau passt, ein massereiches schwarzes Loch im Zentrum der Galaxie ist, das einen Stern eingesogen und dann zerrissen hat."

Beobachtung nur zufällig möglich

Die Galaxie, in der die Explosion stattfand, ist rund 3,8 Milliarden Lichtjahre von der Erde entfernt und in der Sternenkonstellation Draco zu finden. Rund zweieinhalb Monate nach der Explosion ist das Ereignis immer noch zu sehen, da der Stern erst nach und nach von dem schwarzen Loch eingesogen wird. Joshua Bloom, ein an der Forschung beteiligter Astronom der University of California, Berkeley erläutert, dass nachdem das schwarze Loch den Stern zerrissen hat, die Masse herumgewirbelt wird, wie Wasser, das einen Abfluss herunterfließt. Dabei wird laufend Energie freigesetzt und im sichtbaren Licht und im Infrarot-Bereich leuchtet das Objekt dabei so hell wie hundert Milliarden Sonnen.

Auch wenn die Explosion so extrem hell ist, war es Glück, dass sie überhaupt beobachtet werden konnte. Denn das schwarze Loch erzeugte nach der Explosion zwei gebündelte Engergiestrahlen nach oben und unten. Einer davon richtete sich dabei zur Milchstraße und so befindet sich unser Sonnensystem und die Erde zufällig genau in der Mündung des Strahls.

Die Wissenschaftler nutzten für ihre Beobachtung gleich eine ganze Reihe an Teleskopen, unter anderem das Hubble-Weltraumteleskop, den Swift-Satelliten, das Chandra- Röntgenteleskop, Teleskope des Gemini-Obervatoriums und das United Kingdom Infrared Telescope (UKIRT). Das Chandra-Röntgenteleskop wurde vor kurzem auch genutzt, um die bislang ältesten schwarzen Löcher zu finden. Zuvor entdeckten Forscher mit Chandra auch das bis dato jüngste schwarze Loch.

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