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Für Business und Freizeit: Blackberry Playbook im Test
Ohne Mail und Messenger

von Jan Kluczniok Uhr veröffentlicht

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Beim Blackberry Playbook verzichtet Hersteller RIM auf seine beliebten Messaging-Dienste Mail und Messenger. Dennoch ist der Tablet-PC eine Bereicherung für den wachsenden Markt an Flachcomputern.

Ende September 2010 stellte Research in Motion (RIM) mit dem Blackberry Playbook seinen ersten Tablet-PC vor. Bis zum Deutschlandstart sind noch einmal knapp neun Monate vergangen. Viel Zeit, die der Hersteller in das Gerät und in das umgebende Ökosystem gesteckt hat. Ein "Me too"-Gerät ist das Playbook daher sicher nicht, sondern ein Tablet mit Potential.

Fast gänzlich ohne Tasten

Innovativ ist bereits die Bedienung des Playbook: Apple zeigt sich mit physikalischen Tasten am iPad 2 bereits sparsam, Google trieb diesen Trend mit Honeycomb noch weiter und ersetzte fast alle Tasten durch virtuelle Buttons. Beim Blackberry Playbook gibt es nun noch nicht einmal mehr diese. Stattdessen steuert der Nutzer das Playbook über Wischbewegungen mit dem Finger. Wischt er nach links oder rechts, wechselt er durch die geöffneten Apps, diese springen dann aus dem Vollbildmodus in eine Art Coverflow-Ansicht.

Ein Fingerwisch vom unteren Bildrand nach oben öffnet das App-Menü und zu den Einstellungen gelangt der Nutzer durch einen Fingerwisch vom oberen Bildrand. Was in der Theorie so einfach klingt, ist in der Praxis zunächst gewöhnungsbedürftig, geht nach einer kurzen Eingewöhnungsphase dann aber leicht von der Hand. Ganz ohne Tasten kommt das Playbook aber natürlich nicht aus: Es verfügt über einen Ein- und Ausschalter sowie Tasten zur Regelung der Lautstärke und zum Abspielen beziehungsweise Stoppen eines laufenden Musikstückes.

Multitasking mit Einschränkungen

Schon auf der CES in Las Vegas zeigte sich die netzwelt-Redaktion von der Leistungsfähigkeit des Blackberry Playbook beeindruckt - Zitat: "Programme öffnen und schließen sich schneller als das man Playbook sagen kann". Dieser Eindruck bestätigte sich nun auch im ausführlichen Test. Dabei läuft das System auch dann flüssig, wenn der Nutzer zahlreiche Apps parallel laufen lässt.

Beim Multitasking musste die Redaktion im Test jedoch Einschränkungen erkennen. Mitunter ist bei acht Programmen Schluss, öffnet der Nutzer eine neunte Anwendung wird eine andere ohne Rückfrage geschlossen. Dabei geht das System jedoch nicht chronologisch vor, sondern schließt offenbar die speicherintensivste App als erstes. Hier wäre zumindest eine Rückfrage beziehungsweise ein Hinweis wünschenswert. Der Akku zeigte sich im netzwelt-Test ausdauernd, erreichte aber nicht ganz das Niveau des Apple iPad 2.

Kein nativer E-Mail-Client

Die Blackberry-Smartphones sind bekannt für ihre Mail- und Messenger-Dienste. Auf dem Playbook sucht der Nutzer diese aber vergebens. Nutzen lassen Sie sich nur über die so genannte Blackberry Bridge. Mit dieser kann der Nutzer eine Bluetooth-Verbindung zwischen Tablet und seinem Blackberry-Handy herstellen. Bei bestehender Verbindung können dann Nachrichten auf dem Tablet gelesen und geschrieben werden. Gespeichert werden diese jedoch auf dem Smartphone. Hebt der Nutzer die Verbindung auf, bleiben keine Nachrichten auf dem Playbook zurück.

RIM führt hierfür Sicherheitsgründe an. Sein Blackberry-Smartphone gibt der Nutzer normalerweise nicht aus der Hand. Das Playbook schon eher - etwa bei Präsentationen. Daher sei es zu unsicher die Nachrichten auf dem Tablet zu speichern. E-Mails können Nutzer aber dennoch über das Playbook abfragen - allerdings nur, wenn ihr Mailer ein entsprechendes Webmail-Programm anbietet. RIM hat Links zu Google Mail, Hotmail, Yahoo Mail und AOL Mail hinterlegt. Das Verwalten mehrere E-Mail-Konten in einer App ist damit aber nicht möglich.

Apps aus allen Quellen

Längst ist nicht mehr nur die Hardware bei tragbaren Geräten entscheidend, sondern auch das Ökosystem, was diese umgibt. Denn was nützt das schnellste Tablet, wenn es keine einzige App dafür gibt. Nun ist die Blackberry App World zwar nicht leer - aber im Vergleich zu Apples App Store oder Googles Android Market mit jeweils fast 300.000 Anwendungen nur spärlich gefüllt.

Research in Motion hat dies erkannt und reagiert pfiffig auf das Problem. Im Laufe des Jahres soll ein Emulator erscheinen, mit dem dann auch Android-Apps auf dem Playbook laufen - und zwar nahezu alle Android-Apps außer solche, die spezielle System-Funktionen benötigen. Bislang ist der Emulator aber nur in einem kurzen Videoclip zu sehen. Da das Playbook aber auch Flash unterstützt, hofft RIM auch von Adobe-Entwicklern Unterstützung zu bekommen. Flash-Spiele und ähnliche Anwendungen lassen sich bereits jetzt per Fingertipp aus dem Browser als Icon auf dem Desktop ablegen und funktionieren dann fast wie eine App. Neben Apps ist auch die Versorgung mit Musik und eBooks gesichert. Musik kann der Nutzer über 7Digital auf das Playbook laden, Bücher findet er im Kobo Store.

Sattes Multimedia-Erlebnis

Die eingebauten Kameras liefern brauchbare Bilder. Bei Fotos war aber zum Teil ein leichter Rotstich sowie Bildrauschen zu erkennen. Für Videochats oder gelegentliche Aufnahmen taugt das Playbook dennoch, zumal der Auslöser sehr schnell reagiert. Videos kann die hintere Kamera dabei sowohl in HD (720p) als auch in Full HD (1080p) aufnehmen. Über eine HDMI-Schnittstelle lassen sich diese auch gleich auf einen Fernseher oder Monitor übertragen.

Blackberry Playbook

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Das Blackberry Playbook ist der erste Tablet-PC von Research in Motion. (Bild: netzwelt)

Dank Stereo-Lautsprechern liefert das Blackberry Playbook einen satten Klang - sogar dann, wenn es auf dem Tisch liegt. Denn RIM hat die Lautsprecher direkt auf der Vorderseite des Tablets angebracht. Hält der Nutzer das Playbook in der Hand verdeckt er diese zwar, im netzwelt-Test führte dies jedoch nicht zu einer wesentlichen Verschlechterung des Klangs. Das Display bietet zudem einen großen Blickwinkel - ideal zum Betrachten von Filmen und Videoclips, trotz leichter Spiegelungen.

Modell-Varianten und Preise

Aktuell ist das Blackberry Playbook in Deutschland nur in einer reinen WLAN-Version mit 16, 32 oder 64 Gigabyte Speicher erhältlich. Research in Motion hat aber bereits weitere Versionen des Playbooks angekündigt. Auf dem deutschen Markt dürfte davon die LTE-Variante erscheinen.

Ob es auch ein Playbook mit 3G-Unterstützung geben wird, ist derzeit noch ungewiss. Technisch möglich wäre dies aber, dass bestätigte RIM gegenüber netzwelt. Preislich bewegt sich das Playbook auf dem Niveau von Apples iPad 2. Je nach Ausführung kostet das Modell zwischen 485 Euro und 667 Euro.

Fazit

Mit dem Blackberry Playbook präsentiert Research in Motion einen leistungsstarken Tablet-PC mit einer intuitiven Bedienung. Verarbeitung und Haptik sind hochwertig. Das Modell ist damit eine erfrischende Bereicherung für den wachsenden Tablet-Markt. Sollten Android-Apps tatsächlich bald problemlos auf dem Gerät laufen, erhöht dieses die Attraktivität des Playbook noch weiter. Ein nativer E-Mail-Client wäre dennoch sicherlich für viele Nutzer wünschenswert.

Mittlerweile hat RIM ein Update für das BlackBerry PlayBook veröffentlicht, das viele Funktionen nachrüstet. Netzwelt präsentiert die Änderungen in einem ausführlichen Video.

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Beim Blackberry Playbook verzichtet Hersteller RIM auf seine beliebten Messaging-Dienste Mail und Messenger. Dennoch ist der Tablet-PC eine Bereicherung für den wachsenden Markt an Flachcomputern.

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Für Business und Freizeit: Blackberry Playbook im Test
Für Business und Freizeit: Blackberry Playbook im Test
Mit dem Blackberry Playbook gelingt RIM ein starkes Debüt im Tablet-Markt. Wie der Name schon sagt ist das Gerät nicht nur für Business-Anwender interessant.
http://www.netzwelt.de/news/87176-business-freizeit-blackberry-playbook-test.html
2011-06-17 16:52:07
http://img.netzwelt.de/dw120_dh90_sw0_sh0_sx0_sy0_sr4x3_nu0/article/2011/panasonic-tx-p-65-vt20-e-dunkelbraunen-bronze-finish-scheiden-geister-zumal-65-zoellergenauso-kleineren-vt20-bruenur-farbvariante-lieferbar--standfuss-leider-drehbar-bild-netzwelt5293.jpg
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