Das Bild des angestaubten Webdienstes ablegen

ICQ: Schnellere Server für das russische Netzwerk

Die rasende Verbreitung von Facebook setzt nicht nur regionalen Ablegern wie StudiVZ und Co. zu, sondern macht auch Instant-Messaging-Plattformen wie ICQ große Sorgen. Das Netzwerk, das zur Hochzeit der Dotcom-Blase von AOL übernommen wurde, gehört heute zur russischen Digital Sky Technologies (Mail.ru) und hat kürzlich neue Client-Anwendungen für Linux und Mac OS vorgestellt, um mehr Nutzer zu erreichen.

ICQ baut für eine bessere Verfügbarkeit seine Server-Technik massiv aus. (Bild: Netzwelt)
ICQ baut für eine bessere Verfügbarkeit seine Server-Technik massiv aus. (Bild: Screenshot)

Inhaltsverzeichnis

  1. 1CDN für Webdienste
  2. 2Russland und China
  3. 3Fazit
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CDN für Webdienste

Nach den technischen Neuerungen auf der Client-Seite kümmert sich ICQ nun offenbar auch stärker als bisher um die Server-Technik: Der Betreiber hat kürzlich bekanntgegeben, dass Webinhalte künftig mit Hilfe eines sogenannten Content Delivery Network (CDN) ausgeliefert werden. Was auf den ersten Blick wie eine unspektakuläre Neuerung klingt, könnte der Auftakt für einen grundlegenden Umbau des Netzwerks sein: Ein CDN wird in der Regel nur beauftragt, wenn breit gestreute Webinhalte ausgeliefert werden sollen.

So nutzt zum Beispiel StudiVZ ein CDN, um die Millionen von Bildern der Teilnehmer möglichst schnell auszuliefern, auch wenn zu Spitzenzeiten eine hohe Last auf den Servern herrscht. ICQ ist eigentlich kein klassisches Webangebot, sondern besteht im Grunde nur aus der Verbindung zwischen Client- und Server-Programm über ein spezielles Protokoll - die Bereitstellung von Inhalten in einem CDN deutet also recht deutlich darauf hin, dass die webbasierten ICQ-Funktionen (wie der Online Spiele Center) demnächst ausgebaut werden.

Russland und China

Das Content Delivery Networks für ICQ stammt vom CDNetworks, einem der bekanntesten Dienstleister auf diesem Gebiet. Zwar ist CDNetworks nicht ganz so erfolgreich wie der Marktführer Akamai, bietet dafür aber besonders in aufstrebenden Regionen wie Russland und China eine exzellente Präsenz. Die Wahl des CDN steht in direktem Zusammenhang mit dem Eigentümer von ICQ: Da die russische Mail.ru Firmengruppe das Instant-Messaging-Netzwerk als wichtige Plattform ansieht, ist eine solide Verfügbarkeit in Russland essentiell. Durch die Kooperation mit CDNetworks dürfte ICQ auch China wieder verstärkt ins Auge fassen.

Mit CDNetworks deutet ICQ auch eine breitere Präsenz in China an. (Bild: CDNetworks/Netzwelt)
Mit CDNetworks deutet ICQ auch eine breitere Präsenz in China an. (Bild: CDNetworks/Netzwelt)

In einer gemeinsamen Pressemitteilung reden ICQ und CDNetworks davon, stabile und leistungsstarke Performance seien Schlüsselfaktoren für ICQ. "Wir waren auf der Suche nach einem Service Provider, der nicht nur global agiert und unsere Peak-Traffic-Anforderungen erfüllt, sondern der uns auch bei neuen Diensten und variablen Traffic-Szenarien unterstützen kann. CDNetworks war auch in dieser Hinsicht der beste Anbieter für unsere hohen Erwartungen.", kommentierte der Direktor für Technologie und Netzwerk bei ICQ.

Fazit

Die Nutzung eines Content Delivery Network durch ICQ bedeutet für Teilnehmer in den USA, Asien und Europa eine erheblich bessere Verfügbarkeit der Plattform. Damit greift ICQ nun auch auf technischer Seite die neue Konkurrenz aus dem Web 2.0 an und legt das Bild eines angestaubten Netzwerks endgültig ab. Durch die Erneuerung der Client- und Server-Technik will der Betreiber besonders in Russland zulegen.

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Wie geht's weiter? Zu diesem Thema haben wir eine redaktionelle Übersicht erstellt. Sie finden das Special zu Chat & Messenger hier.

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