Schwindel mit Amina Arraf und Paula Brooks

Alles nur gelogen: US-Amerikaner erfanden lesbische Polit-Bloggerinnen

Fake oder eine echte Geschichte? Zwei lesbische Bloggerinnen schrieben gegen die Welt an - die eine aus Syrien, die andere aus den USA. Aber bei beiden Personen ist die Wahrheit einfacher, als man denkt: Die Bloggerinnen sind reine Hirngespinste.

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Zuerst gelangte die Wahrheit über Amina Abdallah Arraf ans Licht. Die vermeintliche syrische und homosexuelle Aktivistin schrieb in ihrem Blog "A Gay Girl in Damascus" über das unterdrückerische Regime in ihrem Land. Medien berichteten darüber, auf Facebook unterstützten Nutzer den Protest von Arraf. Doch in Wahrheit war alles gelogen.

Hinter der Bloggerin soll sich ein gewisser Tom MacMaster verbergen, wie Medien berichten. MacMaster ist 40 Jahre alt, kommt aus den USA und sendete seine Zeilen aus Edinburgh in die weite Internet-Welt. In der schottischen Hauptstadt studiert er derzeit.

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 "Ich wollte niemanden verletzen"

MacMaster entschuldigte sich am Montag, 13. Juni, für die Aktion. "Ich wollte niemanden verletzen", teilte der 40-Jährige mit. Und weiter: "Ich habe die Weltöffentlichkeit von Gefahren echter Menschen an echten Orten abgelenkt." Als Grund für seine Aktion gab er an, mit seinem virtuellen Alter Ego ausprobieren zu wollen, ob seine Ansichten zum Nahost-Konflikt Gehör finden.

MacMaster nutzte für seinen Blog Fotos, auf denen eine gut aussehende Frau zu sehen war. Diese zeigen angeblich eine Person namens Jelena Lecic aus London; MacMaster hatte die Fotos aus ihrem Facebook-Account kopiert. Lecic empörte sich über den Bilderraub auch bei der BBC, was erste Vermutungen auslöste, alles sei ein Fake gewesen.

Drei Jahre lang bloggte US-Amerikaner als Paula Brooks

Die zweite Lügengeschichte wurde am Dienstag, 14. Juni, aufgedeckt. Bill Graber, ein 58-jähriger US Air Force Veteran gab zu, dass er unter dem Pseudonym Paula Brooks für den US-amerikanischen LezGetReal Lesbian Blog Einträge absetzte, auf dem auch Beiträge von Arraf erschienen. Drei Jahre konnte sich Graber hinter seinem Alter Ego verbergen.

Doch zuletzt fiel auf, dass Paula Brooks alias Bill Graber nie öffentlich zu sehen war. Eine Bloggerin teilte mit, dass Brooks nur per Chat oder E-Mail kommuniziere. Selbst die anderen Autorinnen von LezGetReal lernten sie nicht persönlich kennen. Bei einem Treffen von Reportern der "Washington Post" mit dem vermeintlichen Vater von Paula Brooks wurde der Fake dann enthüllt: Auf Druck der Journalisten gab der Vater, in Wahrheit Graber, zu, die Figur erfunden zu haben.

Als Beweggründe gab der 58-Jährige an, dass er sich für die Rechte von Schwulen und Lesben einsetzen wollte. Als Mann sei er nie ernst genommen worden. Das hilft Internet-Nutzern wenig, die sich jetzt im Web über die Aktionen der beiden Männer empören. Sie müssen die verlorene Glaubwürdigkeit erst wieder aufbauen. 

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