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Samsung NX11 im Test: Eine fast perfekte Systemkamera
Großer Bildsensor, AMOLED-Monitor und Wechselobjektive

von Jan Johannsen Uhr veröffentlicht

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Liebling ich habe die Spiegelreflexkamera geschrumpft: In diesem Film würde die Samsung NX11 die Hauptrolle spielen. Dabei entsprechen ihre Ausstattung und ihr Funktionsumfang aber immer noch dem Niveau der DSLR-Kameras.

Optisch wirkt die Samsung NX11 wie eine zu heiß gewaschene Spiegelreflexkamera, doch ein Blick ins Innere offenbart, dass die Systemkamera bei der Ausstattung mit ihren großen Schwestern mithalten kann. So verfügt sie nicht nur über Wechselobjektive, sondern zum Beispiel auch über einen großen Bildsensor und einen AMOLED-Bildschirm.

Bildsensor im DSLR-Format und gut zu erkennender Bildschirm

Samsung baut mit einem CMOS-Bildsensor im APS-C-Format, den gleichen Chip in die NX11 ein, den andere Hersteller für ihre DSLR-Modelle verwenden. Bei einer Fläche von 23,4 x 15,6 Millimeter liefert der Sensor eine Auflösung von 14,6 Megapixeln - Videos nimmt die Systemkamera trotzdem nur in HD-Auflösung auf.

Für die Systemkameras der NX-Serie hat Samsung ein eigenes Bajonett entwickelt und erweitert nach und nach das Angebot an passenden Wechselobjektiven. Im Test gehört eine Linse mit einer Brennweite von 18 bis 55 Millimeter zur NX11, die über die sogenannte iFunction verfügt. Dabei handelt es sich um einen Knopf am Objektiv. Drückt der Fotograf auf diesen, kann er je nach Aufnahmeprogramm Einstellungen wie die Lichtempfindlichkeit, den Weißabgleich, die Belichtungskorrektur oder sogar Blende und Belichtungszeit schnell und unkompliziert mit dem Drehring des Objektivs einstellen.

Im Kit-Objektiv der Samsung NX11 arbeitet ein optischer Bildstabilisator daran Unschärfen bei den Aufnahmen zu verhindern. Der Autofokus arbeitet sehr schnell, wirkt aber trotzdem noch ein wenig langsamer als bei Spiegelreflexkameras.

Die Samsung NX11 bietet dem Fotografen ähnlich vielseitige Aufnahmeprogramme wie eine DSLR-Kamera. Der Nutzer hat unter anderem die Wahl zwischen Programm-, Zeit- und Blendenautomatik sowie einem manuellen Aufnahmemodus. Die hier als "Smart" bezeichnete Vollautomatik und die 16 Szenenprogramme nehmen dem Fotografen auf Wunsch alle Entscheidungen über Belichtungseinstellungen ab.

Auf der Rückseite der Samsung NX11 befindet sich ein drei Zoll großer AMOLED-Bildschirm mit einer Auflösung von 614.000 Pixeln. Die Anzeige überzeugt mit kräftigen Farben und einer hohen Detailgenauigkeit. Neben einem geringen Stromverbrauch zeichnen sich die verwendeten anorganischen Leuchtdioden auch dadurch aus, dass der Inhalt des Monitors sogar bei direkter Sonneneinstrahlung noch gut zu erkennen ist.

Samsung NX11 im Test

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Systemkamera mit großem Bildsensor im APS-C-Format.

Zusätzlich verfügt die NX11 über einen elektronischen Sucher, den die Kamera automatisch einschaltet, wenn sich der Fotograf mit seinem Auge nähert. Auf ihm sieht der Nutzer die gleichen Informationen wie auf dem großen Bildschirm. Das kleine Display bietet eine vergleichsweise hohe Auflösung und eignet sich gut zur Motivauswahl.

Großer Funktionsumfang und viele Tasten

Die Samsung NX11 erlaubt dem Nutzer eine umfangreiche Kontrolle über die Kamera- und Belichtungseinstellungen, aber der Fotograf kann sich auch entspannt zurück lehnen und einfach nur den Auslöser drücken. Die Bedienung der Systemkamera erfolgt in der Regel mit zwei Händen.

Mit der linken Hand verändert der Nutzer nicht nur die Brennweite, sondern stellt Motive auch manuell scharf. Darüber hinaus aktiviert er mit ihr die iFunction am Objektiv und schaltet durch die unterschiedlichen Funktionen. Zudem befinden sich der Knopf zum Öffnen des Blitzlichts sowie der zum Starten des Hauptmenüs - was sich bei der Nutzung als unpraktisch erweist - auf der linken Seite der Kamera.

Alle weiteren Bedienelemente erreicht der Fotograf bei der Samsung NX11 mit der rechten Hand. Die einzelnen Tasten zeichnen sich durch klare Druckpunkte aus. Neben dem Auslöser, dem Moduswahlrad und einem Drehrad zum Verändern von Einstellungen verfügt die Systemkamera über Direktwahltasten für Serienbilder oder Bilder mit Selbstauslöser, die Belichtungskorrektur, das Erscheinungsbild des Displays und zum Starten der Bildwiedergabe.

Mit der "Fn"-Taste ruft der Fotograf eine Menüleiste auf dem Bildschirm auf, die ihm schnellen Zugriff auf einige Einstellungen bietet. Der Vier-Wege-Steuerring dient nicht nur zur Navigation, sondern gewährt dem Nutzer auch direkten Zugriff auf den Weißabgleich, die Lichtempfindlichkeit und die Fokusart.

Die Bedienung der Samsung NX11 gestaltet sich umfangreich, lässt sich aber auch von Neulingen schnell erlernen. Am gewöhnungsbedürftigsten stellte sich die Verbannung der "Menu"-Taste auf die linke Seite der Kamera sowie die großflächige, teilweise wahllos wirkende Verteilung der übrigen Bedienelemente heraus.

Rauscharme Fotos mit vielen Details

Die Aufnahmen der Samsung NX11 überzeugen mit einer sehr hohen Detailgenauigkeit, natürlich wirkenden Farben, klaren Konturen und angenehm umgesetzten Kontrasten. Sie erreichen das Niveau von Spiegelreflexkameras. Zusätzlich weisen die Fotos der Systemkamera ein geringes Bildrauschen auf.

Erst bei einer Lichtempfindlichkeit von ISO 800 sind die ersten leichten Störungen in einigen Bereichen der Aufnahmen zu erkennen, wenn der Fotograf diese in Originalgröße betrachtet. Selbst bei ISO 3.200 fällt das Bildrauschen so gering aus, dass sich die Fotos  - verkleinert auf ein Viertel der Originalgröße - noch problemlos für eine private Nutzung eignen.

Samsung NX11 Testbilder

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Zimmerbeleuchtung aus, Blitzlicht ein: ISO 400, Blende 3.5, 1/40 Sekunde.

Videos nimmt die Samsung NX11 trotz ihres großen Bildsensors nur in HD-Auflösung mit 1.280 x 720 Pixeln auf. Die Filme bieten natürlich wirkende Farben und eine ausreichend hohe Detailgenauigkeit, die auch für klare Konturen sorgt.

Der Autofokus und der automatische Weißabgleich liefern beide zufriedenstellende Ergebnisse, benötigen hierfür allerdings vergleichsweise lange. Das interne Mikrofon der Kamera liefert einen leisen Ton.

Griffiges Gehäuse mit den wichtigsten Anschlüssen

Die Samsung NX11 steckt in einem Gehäuse aus Kunststoff, das robust wirkt und einwandfrei verarbeitet erscheint. Am Batteriegriff lässt sich die ohne Objektiv rund 400 Gramm leichte Kamera sicher und bequem halten.

Samsung stattet die NX11 mit einem HDMI-Anschluss und einer kombinierten USB- und AV-Schnittstelle aus. Der Fotograf kann zudem einen Fernauslöser sowie ein Netzteil zur Stromversorgung anschließen. Ansonsten liefert ein Lithium-Ionen-Akku die Energie. Der Zubehörschuh auf der Oberseite bietet sich zum Beispiel für ein externes Blitzlicht, ein Mikrofon oder einen GPS-Logger an. Als Speichermedien akzeptiert die die Systemkamera SD- und SDHC-Karten.

Fazit: Hervorragende Systemkamera zu einem fairen Preis

Mit der NX11 liefert Samsung eine Systemkamera ab, die nicht nur einen großen Funktionsumfang bietet, sondern auch eine sehr gute Bildqualität liefert. Einzig bei der Bedienung der Kamera lassen sich kleine Schwachstellen ausmachen.

Die unverbindliche Preisempfehlung von Samsung für das getestete Kit der NX11 mit dem 18-bis-55-Millimeter-Objektiv beträgt 599 Euro. Online-Händler verkaufen Kamera und Objektiv zusammen sogar schon für rund 410 Euro - für die Systemkamera ein sehr fairer Preis.

Samsung konnte schon mit dem Vorgänger NX10 überzeugen, aber auch andere Hersteller wie Olympus mit der Pen E-PL2, Panasonic mit der Lumix G2 oder Sony mit der NEX-5 bieten Systemkameras an, die sich nicht zu verstecken brauchen.

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Liebling ich habe die Spiegelreflexkamera geschrumpft: In diesem Film würde die Samsung NX11 die Hauptrolle spielen. Dabei entsprechen ihre Ausstattung und ihr Funktionsumfang aber immer noch dem Niveau der DSLR-Kameras.

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Samsung NX11 im Test: Eine fast perfekte Systemkamera
Samsung NX11 im Test: Eine fast perfekte Systemkamera
Die Systemkamera Samsung NX11 sieht aus wie eine geschrumpfte Spiegelreflexkamera. Doch Ausstattung und Benutzung lassen kaum einen Unterschied zu den großen Kameras erkennen.
http://www.netzwelt.de/news/87102-samsung-nx11-test-fast-perfekte-systemkamera.html
2011-06-10 16:14:46
http://img.netzwelt.de/dw120_dh90_sw0_sh0_sx0_sy0_sr4x3_nu0/article/2011/openofficeorg-besitzt-base-exzellente-alternative-microsoft-office-access-bild-oraclenetzwelt5192.jpg
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