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BenQ W1000+: Einstiegs-DLP-Projektor im Test
Winzling fürs Wohnzimmer

von Florian Friedrich Uhr veröffentlicht

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Der BenQ W1000+ verfügt über eine lichtstarke Projektion und ist dadurch in der Lage ein Bild in Kinohelligkeit an die Wand zu werfen. Wie sich der Beamer sonst in der Medien-Wiedergabe schlägt, zeigt der Testbericht.

1.000 Euro für einen Full-HD-Projektor sind keine Seltenheit mehr. Netzwelt nahm sich BenQs Einsteiger-Beamer W1000+ vor, der im Internet bereits 25 Prozent günstiger erhältlich ist. Ob der kleine Projektor sein Geld wert ist, zeigt der ausführliche Praxistest von netzwelt.

Ideal fürs Wohnzimmer geeignet: der kompakte BenQ W1000+. Fingerabdrücke haben auf seiner strukturierten Oberfläche keine Chance.

Ausstattung und Aufstellung

Mit 1.000 Euro Listenpreis zählt der W1000+ zu den günstigsten Full-HD-Beamern, die im Handel zu finden sind. Dass da irgendwo gespart werden muss, liegt auf der Hand - in diesem Fall wurde besonders bei der Ausstattung abgespeckt. Das fällt leider schon bei der Aufstellung auf, wobei der Beamer sich als unflexibel entpuppt.

Darüber hinaus fehlt ihm zum Beispiel eine Lens-Shift-Funktion, wodurch versetzte Projektionen nicht möglich sind. Auch der geringe Zoombereich bereitet kaum Freude, die Nutzung einer fest installierten Cinemascope-Leinwand ist zum Beispiel unmöglich. Projektionen erfolgen so, dass die Bildunterkante auf Höhe des Objektivs liegt. Deshalb sollte der BenQ an der Decke befestigt werden, und zwar mit der Oberseite in Richtung Boden.

Der Projektor hat alle nötigen Anschlüsse an Bord. Rechts befindet sich ein Minilautsprecher.

Aufwendige Verbesserungsschaltungen für den Kontrast, also eine dynamische Iris oder die Bewegungsschärfe gibt es ebenfalls nicht. Immerhin verfügt der W1000+ aber über diverse Möglichkeiten bei der Farbkorrektur. Der Minilautsprecher auf der Rückseite klingt so wie er aussieht: bescheiden.

Pluspunkte sammelt hingegen die Fernbedienung, die nicht nur beleuchtet ist, sondern auch viele Direktfunktionen bietet. Das Menü wirkt zwar aufgeräumt, weist aber ein paar Besonderheiten auf. Werden zum Beispiel Werte geändert, ist eine Speicherung notwendig, sonst werden die Änderungen nicht dauerhaft übernommen. Beim Test ist außerdem aufgefallen, dass nicht alle gespeicherten Werte vom Projektor aufgerufen werden, was irritierend ist.

Die Fernbedienung für den Projektor ist beleuchtet.

Farbe und Licht

Das Licht für die Projektionen stammt von einem 180-Watt-Brenner der Firma Osram, der rund 150 Euro kostet. Die P-VIP-Lampe leuchtet im Eco-Modus rund 2,8 Meter breite Leinwände in Kinohelligkeit aus. Allerdings zeigt sich in der Praxis, dass die Ausleuchtung ungleichmäßig ausfällt - am unteren rechten Rand ist das Bild deutlich heller.

Ein Lichthof um die Leinwand lässt sich nicht erkennen, beim genauen Hinsehen fällt jedoch auf, dass aus den Buchsen und Lüftungsöffnungen etwas Licht nach außen dringt. Das Farbrad rotiert mit dreifacher Geschwindigkeit, was Farbblitzer in Form von Regenbogeneffekten zwar nicht hundertprozentig eliminiert, aber doch stark abschwächt.

Sehtest Standardsignale

Wenn alle Schärfefilter deaktiviert werden, bekommt der Nutzer bereits bei der niedrigsten Auflösung von 576i ein sauber skaliertes Bild ohne Bildbeschnitt. Deshalb sehen auch DVDs sehr knackig aus. Denn die Verwandlung von Halbbildern in Vollbilder funktioniert sehr gut und sauber. Nicht einmal besonders schwierig darzustellende Szenen bringen die Videoverarbeitung aus dem Gleichgewicht.

So meisterte der BenQ zum Beispiel die Gartenzaun-Szene im achten Kapitel von "Space Cowboys" tadellos. Werden hochskalierte 4:3-Signale zugespielt, treten kaum Probleme auf, da die Formatumschaltung anständig arbeitet. Das Letterbox-Zoom verzerrt das Bild jedoch leicht in die Breite. Auch die Bewegungsschärfe in Spielfilmen kann sich sehen lassen, bei schnellen Bewegungen in Sportübertragungen können jedoch Mehrfachkanten auftreten.

HDTV-Sehtest

Beim HDTV-Test macht der kleine BenQ zunächst positiv auf sich aufmerksam, da feinste Bildstrukturen präziser als bei den meisten LCD-Projektoren auf der Leinwand landen. An den Bildecken stören kaum Farbsäume, der Fokus ist gleichmäßig. In der Telestellung stößt die Optik dann jedoch an ihre Auflösungsgrenzen, wie zum Beispiel die feinen Muster im Intro der Bond-Blu-ray "Casino Royale" belegen.

Die stellt der Referenz-Projektor der Redaktion, der Samsung SP-A 900 B, wesentlich besser dar. Weiterhin fällt auf, dass die Ornamente im Intro leicht stottern, was auf eine unregelmäßige 24p-Darstellung schließen lässt. Die Farben sind im Großen und Ganzen okay, bei Mischfarben tauchen aber Probleme auf: Gelb, Grün und Türkis sehen schmutziger aus als die Originalfarben.

Außerdem treten ein leichtes Rauschen und überspitzte Kontraste auf. Dafür baut der BenQ eine ordentliche Tiefenwirkung auf, wobei das Restlicht allerdings leicht lila eingefärbt wirkt.

Fazit: Preiswerter Projektor mit Schwächen

Für den Preis sind erwartungsgemäß einige Schwächen in Kauf zu nehmen. Zum Beispiel das 24p-Stottern, eine ungleichmäßige Ausleuchtung, leichte Bildartefakte oder die unflexible Aufstellung. Auf der anderen Seite bietet der BenQ W1000+ lichtstarke Projektionen und einen ordentlichen Kontrast - für einen dreistelligen Euro-Betrag durchaus angemessen.

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Der BenQ W1000+ verfügt über eine lichtstarke Projektion und ist dadurch in der Lage ein Bild in Kinohelligkeit an die Wand zu werfen. Wie sich der Beamer sonst in der Medien-Wiedergabe schlägt, zeigt der Testbericht.

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Der BenQ W1000+ liegt im dreistelligen Preisbereich und kann mit seiner hellen Projektion punkten. Der Beamer bietet aber auch einige Schwächen.
http://www.netzwelt.de/news/87078-benq-w1000-einstiegs-dlp-projektor-test.html
2011-06-14 16:36:13
http://img.netzwelt.de/dw120_dh90_sw0_sh0_sx0_sy0_sr4x3_nu0/article/2011/ideal-fuers-wohnzimmer-geeignet-kompakte-benq-w1000-fingerabdruecke-haben-seiner-strukturierten-oberflaeche-keine-chance-bild-netzwelt6156.jpg
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