Webcam entlarvt Täter
USA: Laptop-Dieb dank Spionage-Software aufgespürt
Ein Diebstahl sorgt im Netz für Aufsehen. Dem US-Amerikaner Joshua Kaufman wurde Mitte Mai ein MacBook aus seinem Apartment in Oakland (Kalifornien) gestohlen. Da die Polizei ihm nicht helfen konnte, spürte Kaufman den Dieb mittels einer zuvor auf dem Laptop installierten Spionagesoftware selber auf, schoss über die eingebaute Webcam Beweisfotos und erhielt seinen Laptop schließlich zurück. Ein kurioser Kriminalfall sagen die einen, andere Nutzer wittern eine verdeckte Marketing-Aktion des Software-Herstellers.

Kaufman hat den Vorfall in einem eigens eingerichteten Blog mit dem Titel "This Guy Has My MacBook" dokumentiert. Demnach wurde ihm der Laptop am 21. März gestohlen. Nachdem er den Diebstahl bei der Polizei meldete, machte diese ihm aber wenig Hoffnung, dass der Täter gefunden werden könnte. Dafür fehle es auf der Polizeiwache schlichtweg an Personal. Also begab sich Kaufman selbst auf die Suche und machte sich dabei die Software Hidden zu nutze.
Hidden ist eine kostenpflichtige Software für Mac-Computer. Sie ortet den Computer, macht Fotos des Täters über die eingebaute Webcam und zeichnet alle Aktionen am Computer mittels Screenshots auf. Diese Daten können per Internet an den rechtmäßigen Besitzer übermittelt werden.
Alles nur ein Marketing-Gag?
Die Daten übermittelte Kaufman an die Polizei, die den mutmaßlichen Dieb daraufhin verhaftet hat und Kaufman sein MacBook zurückgab. Einige Internet-Nutzer glauben allerdings, dass es sich bei der Geschichte nur um eine Marketing-Aktion des Herstellers handelt. Dieser wirbt derzeit offen mit dem Fall auf seiner Webseite, bestreitet im Kurznachrichtendienst Twitter aber in den Fall verwickelt zu sein. Dass entsprechende Programme wie Hidden auch missbraucht werden können, zeigt ein Fall aus Deutschland. Ein Hacker hatte hier 2010 rund 150 Schülerinnen über die integrierte Webcam ihrer Laptops ausspioniert.






