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Napster im Test: Die Ex-Tauschbörse versucht es nun mit Apps
Napster-Apps für Apple iOS und Google Android

von Markus Franz Uhr veröffentlicht

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Wer Napster hört, denkt automatisch an eine illegale Tauschbörse - dabei gehört die Plattform heute zu den größten legalen Musikangeboten im Web. Mit Handy-Apps greift der Betreiber nach noch mehr Nutzern.

Das Online-Musikangebot Napster versucht, mit Apps neue Kunden zu ködern.

Bei der Marke Napster bekommen Musikmanager heute keinen Schweiß mehr auf der Stirn: Die Plattform ist heute eine der bedeutendsten legalen Musikangebote im Internet, allerdings setzen die Konkurrenten iTunes und Amazon dem Angebot sehr zu. Mit den Smartphone-Apps von Napster könnte sich das jetzt ändern.

Napster hat seit seiner Gründung 1999 einen enormen Wandel durchgemacht: Ehemals die größte Tauschbörse der Welt, hat Napster 2000 durch eine Klagewelle sein langsames Ende eingeläutet und eine Zusammenarbeit mit der Bertelsmann Music Group begonnen. Das kommerzielle Musikabo hat sich nie wirklich bei den Nutzern durchgesetzt, folglich war Napster auch Gegenstand mehrerer Übernahmen. Heute gehört die Firma zu Best Buy und versucht nun aggressiv, über mobile Geräte neue Nutzer für Napster zu begeistern.

Die mobile Musik-Flatrate

Das Napster-Angebot für mobile Geräte läuft unter der Marke "Music-Flatrate + Mobile". Im Gegensatz zum Basisangebot von Napster, das 7,95 Euro im Monat kostet, ist die mobile Variante mit 12,95 Euro zwar etwas teurer, dafür kann der Nutzer den Dienst auch sieben Tage kostenlos testen - allerdings nur, wenn man sich gleich für das Jahresabo entscheidet. (Laut der Widerrufsbelehrung in den AGB kann jeder Nutzer 14 Tage lang von einem Vertragsabschluss mit Napster zurücktreten.) Neben E-Mail-Adresse und Passwort fragt der Assistent für die Registrierung noch die Zahlungsdaten (Bankeinzug, Kreditkarte und so weiter) vom Nutzer ab.

Offenbar hat Napster dabei ein Problem mit Kontonummern: Im Test wurde zum Beispiel die eingegebene Kontonummer der Deutschen Bank als falsch erkannt, sofern man nicht explizit die 00 für das Standard-Unterkonto an die persönliche Stammnummer anhängt. Etwas ungewohnt ist auch, dass Napster für die erfolgreiche Registrierung keine erneute Bestätigung der E-Mail-Adresse verlangt - selbst dann nicht, wenn man sich für den Newsletter angemeldet hat. Der missbräuchlichen Nutzung ist somit hier Tür und Tor geöffnet.

Für die mobile Variante der Musik-Flatrate berechnet Napster einen etwas höheren Preis.

Für iPhone, iPod und iPad

Napster weist nach der Registrierung explizit darauf hin, dass der Benutzer drei Möglichkeiten hat, auf seine Musik-Flatrate zuzugreifen: Entweder erledigt er das über die Weboberfläche, alternativ kann man auch eine herkömmliche Desktop-Anwendung herunterladen. Diese läuft leider nur unter den Betriebssystemen Windows XP, dessen Nachfolger Vista sowie dem jüngsten Windows 7. Für den Mac gibt es bisher keinen geeigneten Napster-Client, nicht einmal eine Beta-Variante haben die Betreiber bisher vorgestellt. Die dritte, für Apple-Kunden auch vermutlich viel interessantere, Schnittstelle zu Napster gleicht diesen Nachteil aber wieder etwas aus: Der Nutzer kann Musik über eine eigene App auf dem iPhone und iPad hören.

Dazu muss er sich lediglich eine kostenlose App aus dem Apple App Store herunterladen, die nur in Englisch und Deutsch verfügbar ist. Derzeit läuft diese unter iOS 3.0 oder neuer, sodass auch ältere Geräte noch in den Genuss von Napster kommen. Die App begrüßt den Nutzer mit einem Formular, in das er seine E-Mail-Adresse und das Napster-Kennwort eingeben muss. Anschließend erscheint nach wenigen Sekunden die eigentliche Startseite. Sie besitzt sechs große Schaltflächen für den schnellen Zugriff auf Neuerscheinungen sowie die offiziellen Charts, eine Übersicht der 100 beliebtesten Songs bei Napster selbst, die Suche nach Genres und Napsters Wiedergabelisten. Besonders mit den Wiedergabelisten lässt sich die App gut erkunden.

Der Player im Hintergrund

Für das Abspielen eines Lieds genügt es, auf den entsprechenden Eintrag in der Napster-App zu klicken. Es startet sofort der Player-Modus des Programms, der sowohl im Bezug auf die optische Gestaltung als auch die Anordnung der Bedienelemente dem iPod nachempfunden wurde. Alle gewohnten Funktionen, wie etwa zur Wiederholung eines Stücks oder dem Zufallsmodus funktionieren problemlos.

Das Album-Cover zeigt die App im Hintergrund und hebt es hervor, sofern die Bedienelemente des Players ausgeblendet werden. Sehr praktisch ist, dass Napster die Multitasking-Funktionen von iOS 4 unterstützt, sodass der Nutzer auch Musik während des Surfens im Safari-Browser hören kann. Wer sich sorgt, weil er nicht immer unterwegs eine schnelle UMTS-Verbindung hat, kann einzelne Lieder auch für den Offline-Zugriff abspeichern. Das spart gleichzeitig auch wichtige Bandbreite, wenn das Handy-Surfen ab einem bestimmten Volumen gedrosselt wird.

Der persönliche Bereich der Napster-App lässt kaum Wünsche offen.

Für Smartphones mit Google Android-Betriebssystem gibt es eine weitere Napster-App, die im Funktionsumfang mit der iOS-Variante nahezu identisch ist. Die Napster-App setzt mindestens Android in der Version 1.6 voraus.

Fazit

Insgesamt liefert die Napster-App für iOS und Android-Smartphones eine sehr gute Figur ab. Die Bedienung ist einfach, der Preis im Vergleich zur Einzelabrechnung bei iTunes, Amazon und Co. durchaus akzeptabel. Der größte Vorteil der mobilen Nutzung von Napster besteht darin, dass Nutzer damit bereits ein ausgereiftes Cloud-Angebot in der Hand halten, während die scheinbar übermächtige Konkurrenz (auch Apple mit iCloud) noch an Streaming-Angeboten bastelt. Die Napster-Apps sind daher zum jetzigen Zeitpunkt in jedem Fall empfehlenswert.

Kommentare zu diesem Artikel

Wer Napster hört, denkt automatisch an eine illegale Tauschbörse - dabei gehört die Plattform heute zu den größten legalen Musikangeboten im Web. Mit Handy-Apps greift der Betreiber nach noch mehr Nutzern.

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  • FreewareGuide schrieb Uhr
    AW: Napster im Test: Die Ex-Tauschbörse versucht es nun mit Apps

    Was passiert eigentlich mit den bisherigen Downloads? Ich habe als webOS-Nutzer momentan sowieso keinen Zugang zu der App, nutze als langjähriger Nutzer jedoch die Software, die es unter home.de.napster.com/DE/de/ns/install/ weiterhin gibt.

    Kann mir einer der Napster-App-Nutzer mal erklären, ob die Downloads am PC damit funktionieren bzw. was dann passiert? Und das Team von Netzwelt vielleicht, was aus der Download- bzw. To Go-Flat á 9,95€/14,95€ wird? Ich kann momentan noch nach Belieben Musik ziehen. Wenn mein Musikarchiv nächsten Monat jedoch verstummen sollte, wär' das schon 'ne ungemütliche Situation. Ist ja nicht so, dass ich kündigen wollte,... Mist, das Thema hab ich übersehen. Mit dem alten ToGo-Tarif kann man auch die Apps nutzen. Allerdings gibt es den nicht mehr zu buchen, der bleibt nur Bestandskunden vorbehalten (normale Flat-Nutzer können ggf. per Telefon-Support upgraden). Nutzer der neuen Tarife (7,95€/12,95€) können gar nicht mehr downloaden, nur Streams, womit die genannte Software fast ihren Sinn verliert, dann kann man auch alles über App/Browser machen.
  • MatzeK schrieb Uhr
    AW: Napster im Test: Die Ex-Tauschbörse versucht es nun mit Apps

    Im Test gehen die negativen Punkte der App nicht hervor: 1. Über die App kann man Songs nur in echt schäbiger Qualität (64kbps) streamen 2. Man kann mit der App nicht auf sein normal musik-archiv zugreifen, sondern nur auf die Playlists. Man kann/muss sich parallel zu seinem normalen Archiv auf dem Handy dann ein neues Archiv zusammen schustern.
  • torben13 schrieb Uhr
    AW: Napster im Test: Die Ex-Tauschbörse versucht es nun mit Apps

    Was passiert eigentlich mit den bisherigen Downloads? Ich habe als webOS-Nutzer momentan sowieso keinen Zugang zu der App, nutze als langjähriger Nutzer jedoch die Software, die es unter home.de.napster.com/DE/de/ns/install/ weiterhin gibt. Kann mir einer der Napster-App-Nutzer mal erklären, ob die Downloads am PC damit funktionieren bzw. was dann passiert? Und das Team von Netzwelt vielleicht, was aus der Download- bzw. To Go-Flat á 9,95€/14,95€ wird? Ich kann momentan noch nach Belieben Musik ziehen. Wenn mein Musikarchiv nächsten Monat jedoch verstummen sollte, wär' das schon 'ne ungemütliche Situation. Ist ja nicht so, dass ich kündigen wollte,...

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Wer Napster hört, denkt automatisch an eine illegale Tauschbörse - dabei gehört die Plattform heute zu den größten legalen Musikangeboten im Web. Mit Handy-Apps greift der Betreiber nach noch mehr Nutzern.
http://www.netzwelt.de/news/87022-napster-test-ex-tauschboerse-versucht-apps.html
2011-06-08 14:30:58
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