Reaktion auf Apples Brief

Patentstreit geht weiter: Lodsys verklagt iOS-Entwickler

Der Patentvertreter Lodsys zeigt sich von Apples Verteidigung seiner iOS-Entwickler unbeeindruckt. Das Unternehmen aus Cupertino hatte sich in einem Brief hinter die Programmierer gestellt. Lodsys sieht sich im Patentstreit im Recht und reichte jetzt sogar Klage gegen sieben iOS-Entwickler ein.

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Im Firmen-Blog erklärt Lodsys, dass sich der Patentvertreter auch weiterhin im Recht sieht. (Bild: Screenshot)
Im Firmen-Blog erklärt Lodsys, dass sich der Patentvertreter auch weiterhin im Recht sieht. (Bild: Screenshot)
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In einer Stellungnahme im Unternehmsblog erklärt Lodsys, dass Apples Behauptungen, dass die iOS-Entwickler durch die Lizenzen, die Apple von Lodsys erworben hat, ebenfalls geschützt sind, nicht korrekt seien und keinerlei faktische oder rechtliche Grundlage hätten. Lodsys sprach laut eigenen Aussagen mit mehreren Rechtsexperten über die Angelegenheit.

Sieben Entwickler verklagt

Lodsys erklärt weiter, dass die Patentvertreter ihre bisherige Position beibehalten würden, dass App-Anbieter für Verstöße gegen Patente von Lodsys verantwortlich seien und auch die Verantwortung für die Rechtesicherung bei ihren Anwendungen tragen. Entwickler sollten sich nicht auf den Brief von Apple verlassen und stattdessen noch einmal genau die Entwicklerabkommen mit Apple prüfen.

Bislang hatte Lodsys an die betroffenen Entwickler lediglich Aufforderungen verschickt, jetzt ist das Unternehmen einen Schritt weiter gegangen und verklagt sieben Anbieter. Klagen waren zwar durchaus geplant, allerdings erst zu einem späteren Zeitpunkt. Lodsys stellt die vorgezogenen Klagen als Reaktion auf Apples Brief - der als Drohung bezeichnet wird - dar und erklärt, dass man sich die rechtlichen Möglichkeiten bewahren möchte. Bei den sieben verklagten Entwicklern handelt es sich laut dem Patentexperten Florian Mueller um Combay, Iconfactory, Illusion Labs, Quickoffice, Wulven Games, Richard Shinderman und Michael G. Karr.

1.000 Dollar Entschädigung

In einem weiteren Blog-Eintrag untermauert Lodsys, dass sich das Unternehmen seiner Sache sehr sicher sei. Die Patentvertreter kündigen an, dass sie Entwicklern, an denen sie die Forderungen gestellt haben oder noch stellen werden, 1.000 US-Dollar als Entschädigung zahlen, falls Apple recht behalten sollte.

Der Patentstreit begann, als Lodsys vor kurzem Lizenzgebühren von App-Entwicklern für das iPhone, das iPad oder den iPod touch einforderte, die mit den In-App-Verkäufen in Verbindung stehen. Das Unternehmen forderte eine Gewinnbeteiligung. Apple reagierte darauf mit einem Brief und stellte sich hinter die Entwickler. Apple besitzt laut eigener Ansicht die Rechte an den betroffenen Patenten und ist überzeugt, dass auch die Entwickler durch diese Patente geschützt werden. Apple forderte Lodsys deshalb auf, die Vorwürfe zurückzunehmen; das Unternehmen erklärte sich auch bereit, die Lizenzrechte vor Gericht zu verteidigen.

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