Vorwurf der Volksverhetzung

iShareGossip: Webseiten-Betreiber in Lübeck verhaftet

Die Lübecker Kriminalpolizei hat den mutmaßlichen Betreiber der Mobbing-Webseite iShareGossip verhaftet. Der 25-jährige Manuel T. wurde vor seiner Wohnung in Lübeck festgenommen und sitzt aktuell in Untersuchungshaft, berichtet die lokale Tageszeitung Lübecker Nachrichten. Gegen ihn wird wegen Volksverhetzung ermittelt, möglicherweise handelt es sich aber bei Manuel T. auch um einen Hochstapler.

Dieser Fernsehbeitrag wurde dem vermeintlichen Betreiber von iShareGossip zum Verhängnis. (Bild: Screenshot)
Dieser Fernsehbeitrag wurde dem vermeintlichen Betreiber von iShareGossip zum Verhängnis. (Bild: Screenshot)

Inhaltsverzeichnis

  1. 1iShareGossip-Team spielt Rolle von Manu T. herunter
  2. 260 Strafanzeigen bundesweit
  3. 3Update 12.14 Uhr: Verdächtiger wieder auf freiem Fuß
Werbung

Das Update von 27. Mai um 12.14 Uhr finden Sie am Ende des Artikels.

Der Lübecker hatte im TV-Magazin "Akte 2011" auf Sat.1 erst kürzlich damit geprahlt, der Betreiber der Mobbing-Webseite zu sein. Allerdings stuften die Ermittler das hier von ihm preisgegebene interne Wissen über das Portal als unglaubwürdig ein. Dennoch entschlossen sie sich, den 25-Jährigen festzunehmen. "Wer sich hinstellt und sagt, er sei der Täter, wird natürlich überprüft", erklärt Günter Wittig, Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft gegenüber dem Schleswig Holsteinischen Zeitungsverlag.

iShareGossip-Team spielt Rolle von Manu T. herunter

Dass der 25-Jährige zumindest zum engeren iShareGossip-Team gehörte, bestätigten die verbliebenen Team-Mitglieder in einem Blogbeitrag mit dem Titel "Ciao Manu!". Allerdings habe Manu T. nur als Chef der Community fungiert und das Moderatoren-Team betreut. Zugriff auf Server, Bank- und Affiliate Konten habe er dagegen nicht gehabt. Er sei dementsprechend auch nicht im Besitz von Daten, die das Team oder Nutzer belasten könnten, erklärte der im Impressum der Seite als Betreiber genannte Alexander Liepa im iShareGossip-Blog.

Sollte sich herausstellen, dass es sich bei Manuel T. doch nur um einen Trittbrettfahrer handelt, droht dem 25-Jährigen dennoch eine Anklage: "Dann müsste er sich wegen Vortäuschen einer Straftat vor Gericht verantworten und überdies für die Kosten der Polizeieinsätze aufkommen", sagte Frank Doblinski von der Polizeidirektion Lübeck gegenüber den Lübecker Nachrichten.

60 Strafanzeigen bundesweit

Die Webseite iShareGossip hatte zuletzt für Aufsehen gesorgt. Auf dem Portal können Nutzer anonym über andere Personen herziehen. Vor allem Schüler nutzten die Webseite, um über Freunde und Mitschüler übelst abzulästern. Angebliche sexuelle Vorlieben und Affären wurden beispielsweise für jeden sichtbar im Netz ausgebreitet. Der Pflicht ehrverletzende, strafbare und rassistische Kommentare zu filtern, kamen die Webseiten-Betreiber nicht nach. In Berlin kam es aufgrund von Beiträgen auf der Webseite bereits zu Massenschlägereien. Sat.1 berichtete auch über den Selbstmord eines Schülers aufgrund von Kommentaren auf iShareGossip und anderen Seiten.

Ende März stufte die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien die Seite daher als jugendgefährdend ein und setzte sie auf den Index. Seitdem wird sie nicht mehr in deutschen Suchmaschinen angezeigt. Bundesweit liegen Medienberichten zufolge rund 60 Strafanzeigen von Mobbing-Opfern gegen die Webseiten-Betreiber vor.

Update 12.14 Uhr: Verdächtiger wieder auf freiem Fuß

Manuel T. ist wieder auf freiem Fuß. Die Polizei entließ Medienberichten zufolge den selbst ernannten Betreiber der Mobbing-Webseite iShareGossip nach seiner Vernehmung. Offenbar handelt es bei dem 25-jährigen Lübecker um einen Trittbrettfahrer. Die Suche nach dem wahren Webseiten-Betreiber dürfte also weitergehen.

Links zum Thema

Beiträgeinsgesamt 1 Beitrag

Wo ist denn jetzt eine Kopie dieses Beitrages. Ladet es es bei Rapidshare, Megauplod und Co. hoch. Ich habe es bisher so verstanden: Irgendwelche Kriminellen meldeten den Typ bei der Polizei...

Kommentieren