Wunsch von Thomas Reiter
ESA: Bemannte Reisen zum Mond geplant
Thomas Reiter, neuer Direktor für Bemannte Raumfahrt und Missionsbetrieb der Europäischen Weltraumorganisation (ESA), hat auf einer Pressekonferenz zur Vorstellung seines Teams einen Ausblick auf die geplanten bemannten und unbemannten Missionen gegeben. Dabei ist ein bemannter Flug zum Mond eines der Ziele.

Reiter konnte bereits selbst als Astronaut Erfahrungen im Weltraum sammeln. So war er im Jahr 1995 für 179 Tage an Bord der russischen Raumstation MIR. Während dieser Zeit führte er auch zwei Außeneinsätze durch. Im Jahr 2006 flog Reiter dann zur ISS und war dort 166 Tage als Flugingenieur stationiert. Er absolvierte damals die erste europäische Langzeitmission "Astrolab".
Bemannte Mission zum Mond als nächstes Ziel
Bei der Vorstellung seiner Direktion und des Führungsteams gab Reiter auch die Langzeitpläne bekannt. Dabei geht es darum, Projekte jenseits des ISS-Betriebs vorzubereiten. So werden Missionen angestrebt, die außerhalb der Erdumlaufbahn stattfinden. Für Reiter persönlich ist dabei ganz klar der Mond das nächste Ziel für eine bemannte Mission.
Reiter nannte neben "sentimentalen Gründen" mehrere Argumente, warum gerade der Mond so ein interessantes Ziel sei. Zum einen sei der Mond ein Geschichtsbuch der Erde und ihrer Entwicklung. Schließlich wurde der Mond damals aus der Erde herausgeschlagen und so wurde der Zustand der Erde von damals gewissermaßen eingefroren, während sich die Erde durch die Plattentektonik im Laufe der Milliarden Jahre wesentlich verändert hat.
Außerdem fanden die Mondlandungen während der Apollo-Ära immer im Äquator-Bereich der Erd-zugewandten Seite statt. Allerdings hätten Missionen mit Satelliten gezeigt, dass auch besonders die Polregionen und Bereiche der Erd-abgewandten Seite von großem Interesse für die geologische Beschaffung seien.
Zu guter Letzt führte Reiter das Argument an, dass Landungen zum Mond genutzt werden sollten, um Technologien zu erproben, bevor Astronauten in größere Entfernungen zu anderen Planeten geschickt werden. Auch die Internationale Raumstation soll in Zukunft für solche Erprobungen genutzt werden.
Unbemannte Mars-Missionen ebenfalls geplant
Die nächsten Ziele für unbemannte Missionen sind unter anderem Mars und Venus. Die ExoMars-Mission wird in Zusammenarbeit mit der NASA angestrebt und teilt sich in zwei Phasen aus. Im Jahr 2016 wird eine Orbiter-Mission zum Mars geschickt, bei der es auch eine Landung und "ein bisschen Bohren" geben werde. Außerdem soll der Orbiter als Kommunikationsrelay zum Einsatz kommen. Zwei Jahre später soll dann ein gemeinsamer Rover der ESA und der NASA auf dem Mars landen.
Die NASA strebt bis zum Jahr 2030 bemannte Mars-Missionen an. Dafür wurde bereits ein neuer Raumanzug getestet. Außerdem soll die Orion-Kapsel für weite Reisen modifiziert werden.
