Steigende Nachfrage überlastet das Netz
Telekom: YouTube soll künftig für Traffic zahlen
Das Netz der Deutschen Telekom ächzt unter der hohen Nachfrage nach Youtube-Videos. Wer über den Bonner Netzbetreiber auf dem Videoportal surft, muss teilweise Wartezeiten in Kauf nehmen, ehe er auch kurze Clips flüssig anschauen kann. Das hat der Konzern in einem Blogbeitrag eingestanden. Eine Verdreifachung der Kapazitäten soll das Problem nun Lösen. Zukünftig sollen sich die Anbieter aber an solchen Investitionen in die Netzinfrastruktur beteiligen.
"Wir werden uns darüber unterhalten müssen, dass verkehrsintensive Anbieter wie ‚Youtube’ dafür bezahlen, dass ihre großen Datenströme von uns gemanagt werden", sagte Konzernsprecher Mark Nierwetberg dem Nachrichtenmagazin Focus. Noch deutlicher wurde er im firmeneigenen Blog. Dort heißt es: "Netze sind keine Dinger, die einmal gebaut werden und danach kann man da reinstopfen, was man will - Netze müssen mit steigendem Bedarf ausgebaut werden und das kostet ständig Geld. Qualitätsklassen, die diskriminierungsfrei angeboten werden, können die Refinanzierung auch auf die Anbieter der Inhalte verlagern." Damit fordert Nierwetberg praktisch ein Ende der bislang vorherrschenden Netzneutralität.
Diskussion um Netzneutralität keimt wieder auf
Der Begriff wird unterschiedlich definiert, im Volksmund ist damit aber gemeint, dass alle Daten im Netz mit der gleichen Priorität übertragen werden. Netzbetreiber würden dieses Prinzip aber gerne aufheben. Denn gerade im mobilen Internet ist die Bandbreite noch arg begrenzt, hier könnte einer Überlastung der Netze durch eine geschickte Priorisierung von Datenpaketen entgegen gewirkt werden.
Die Idee der Netzbetreiber: Anbieter, die für viel Traffic im Netz sorgen, sollen dafür zahlen, dass ihre Datenpakete bevorzugt übertragen werden. Dieser Vorschlag stößt in der Netzgemeinde auf harsche Kritik, da viele Nutzer fürchten, dass kleinere Unternehmen und Anbieter dadurch aus dem Wettbewerb gedrängt werden könnten. Kritiker sehen daher die Unabhängigkeit des Netzes in Gefahr.


Nach den Plänen der Bundesregierung sollen bis 2014 drei Viertel aller deutschen Haushalte mit Hochgeschwindigkeit im Internet surfen. Auf der Jahrestagung Telekommarkt Europa diskutierten Industrie und Politik, wie das Ziel zu erreichen ist. Fazit: Vor allem mit Kooperationen können die Pläne realisiert werden.
Der Netzbetreiber Vodafone plant, sein VDSL-Angebot weiter auszubauen. Der Mobilfunkanbieter plant nach Medienberichten, in 750 deutschen Städten
Hochgeschwindigkeitszugänge anzubieten. Nach eigenen Angaben arbeitet Vodafone bereits am Aufbau des neuen Angebots.
Die beiden Unternehmen Google und Verizon haben Vorschläge für eine zukünftige Regulierung von Internetdiensten gemacht. Dabei unterscheiden sie zwischen dem kabelgebundenen und dem mobilen Internet. In letzterem könnten nicht die gleichen Grundsätze gelten wie bisher.
Telekom-Chef René Obermann hat in einem Interview mit der Wochenzeitung Die Zeit seine Pläne, die Netzneutralität künftig zu beenden, verteidigt. Kritikern wirft er eine Scheindebatte vor.
Das Internet soll renoviert werden. Berliner Forscher wollen das Netz von Grund auf neu entwerfen und eine intelligente Architektur für den Datentransfer implementieren. Diese soll in Zukunft verhindern, dass die Leitungen überlastet sind.
Mit Facebook, Google, Verizon, Microsoft, Yahoo und der Deutschen Telekom sowie 17 weiteren Unternehmen hat sich ein starkes Bündnis in der neu gegründeten Open Networking Foundation zusammen gefunden. Die Initiative will offene Softwarestandards für das Netzmanagement schaffen.
Das Nachrichtenmagazin Focus hat mehrere Monate lang die Mobilfunknetze in Deutschland getestet. Das Ergebnis ist ernüchternd: Besonders in Großstädten sind die Netze häufig überlastet. Nun sollen Millioneninvestitionen Abhilfe schaffen.





Beiträge
insgesamt 5 BeiträgeOmg, wie hier alle keine ahnung haben.
Die Telekom ist selbst schuld. Wenn sie Flatrates anbietet, die sie nicht vertreten kann. Die Telekom bietet doch selbst die schnellen Flatrates an. Wenn sie diese dem Kunden nicht bieten kann soll auch nicht damit...
Wer dort eher kündigt ist schneller im Netz.
Zitat Telekom: "... die Ursache: Die Nachfrage nach YouTube-Videos explodiert, ..." ja-ne-issklar => seit >5 Jahren "explodiert" die Nachfrage nach Videoportalen stetig steigend. Spielt ja auch überhaupt keien...
Die Telekom sollte lieber darüber nachdenken, was passiert, falls über ihre Netze plötzlich keine YouTube-Videos mehr laufen sollten. Dann werden andere Anbieter nämlich ganz schnell in die Bresche...