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Verkehrte Netzwelt: Doktor-Remix oder die ehrliche Wissenschaft Das Ende des guten alten Copy und Paste

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Doktorarbeiten sollen wieder sauber werden. Im Dienste der ehrlichen Wissenschaft sind auch die Plagiate-Jäger von Vroniplag unterwegs. Ihnen entgeht kein Schummler. Seite für Seite analysieren sie Doktorarbeiten und stellen Text-Diebe an den Pranger.

Deutschlands Universitäten und Doktorväter sind im Alarmzustand. Nachdem sie jahrzehntelang von Plagiatoren und falschen Doktoranden hinters Licht geführt wurden, achten Sie jetzt scharf darauf, dass jetzt niemand mehr abschreibt oder kopiert. Doktorarbeiten sollen wieder sauber werden. Im Dienste der ehrlichen Wissenschaft sind auch die Plagiate-Jäger von Vroniplag unterwegs. Ihnen entgeht kein Schummler. Seite für Seite analysieren sie Doktorarbeiten und stellen Text-Diebe an den Pranger.

Der Schrecken aller Schummel-Doktoren: Vroniplag untersucht wissenschaftliche Arbeiten auf Plagiate. (Quelle: Screenshot)

Doch vielleicht freuen sich die Hüter der Wissenschaft ein bisschen zu früh. Denn es ist wie beim alten Spiel zwischen Hase und Igel. Einer ist immer einen Schritt voraus. Das sind die Plagiatoren, die sich schon bald neuer Tricks bedienen werden. Cloud Computing, Supercomputer und intelligente Software-Algorithmen machen es möglich, 500-seitige wissenschaftliche Arbeiten in wenigen Wochen fertigzustellen. Die Guttenbergs der Zukunft nutzen ebenso clevere wie diskrete Internet-Services.

Die Verkehrte Netzwelt wirft einen Blick auf die perfiden Tricks der digitalen Remixer.

Internet-Services für die Guttenbergs der Zukunft

Im ersten Schritt gibt der Doktorand auf der Webseite das Thema der geplanten Arbeit an. Zusätzlich gibt er 20 oder dreißig wichtige Stichwörter, Fachbegriffe oder Schlagwörter an, die in seiner Arbeit vorkommen.

Jetzt sucht der Internet-Dienst auf den Webseiten der akademischen Welt nach Texten, in denen diese Begriffe vorkommen. Der Kunde kann sogar das gewünschte Sprachniveau vorher definieren. Die Software erkennt nämlich auch komplizierten Satzbau und Fremdwörter. Nach einigen Stunden erhält der Kunde die Suchergebnisse. Für jeden Text generiert die Software automatisch ein dreizeiliges Abstract und markiert auch gleich die Stellen mit den gesuchten Stichwörtern.

Der Plagiator kann sich die einzelnen Texte auch komplett ansehen. Per Mausklick wählt er im nächsten Arbeitsschritt die Texte oder Passagen aus, die er für seine Arbeit verwenden möchte. Durch die Vergabe von Nummern legt er fest, in welcher Reihenfolge diese Texte erscheinen soll. Nach einem Klick auf "Bitte Doktorarbeit generieren. Danke schön." macht sich die Software an die Arbeit. Die Programme laufen auf rechenstarken Servern in Cloud Computing-Umgebungen.

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Mehmet Toprak
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