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XAMPP 1.7: Der Heim-Webserver mit PHP, MySQL, Perl und Co.
Erleichtert die Installation eines lokalen Webservers

von Markus Franz Uhr veröffentlicht

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Wer unter Linux einen Webserver konfigurieren möchte, kann das in wenigen Minuten über die Paketverwaltung des Systems erleben. Unter Windows und Mac OS X ist das jedoch deutlich schwieriger. Anwendungen wie XAMPP greifen Nutzern unter die Arme und erleichtern auch die Integration von Skriptsprachen.

Das XAMPP Control Panel erlaubt die Steuerung des Webservers und seiner Dienste.

Es gibt vielfältige Gründe, unter Windows oder Mac OS einen Webserver mit professionellen Funktionen zu installieren, etwa für die Auslieferung einer Internetpräsenz im lokalen Netzwerk. Leider erfordert die Konfiguration eines Webservers unter den beiden Betriebssystemen einigen Aufwand, gäbe es nicht XAMPP.

Die Einrichtung und dauerhafte Wartung des freien Betriebssystems Linux und seiner zahlreichen Distributionen gilt gemeinhin als deutlich schwieriger im Vergleich zu Windows und Mac OS, jedoch ist das System zumindest bei der Installation von Server-Diensten unschlagbar. Unter Linux hängt zum Beispiel das PHP-Modul für den Apache HTTP Server direkt vom PHP Interpreter ab, der automatisch eingerichtet wird, unter Windows und Mac OS X muss sich der Anwender die einzelnen Komponenten dagegen manuell zusammensuchen.

Inhalt der XAMPP-Pakete

Genau für die Lösung dieses Problems wurde das XAMPP-Projekt im, Jahr 2005 ins Leben gerufen. Das gleichnamige Programmpaket ist eine Zusammenstellung freier Software, die genauestens aufeinander abgestimmt wurde und einen voll funktionsfähigen Webserver enthält. Als Zielgruppe geben die Projektentwickler weniger die Nutzung in der Produktivumgebung, als vielmehr durch Programmierer, Lehrer, Dozenten, Schüler und Studenten an, die zu Hause eine Umgebung beispielsweise für den schnellen Test eines CMS benötigen.

XAMPP gibt es derzeit in mehreren Versionen für Windows, Mac OS X, aber auch Linux und Solaris. Eigentlich ergibt die Nutzung des Pakets aber nur unter den ersten beiden Systemen Sinn, da unter den meisten Unix-artigen Betriebssystemen ein richtiger Webserver auf Basis des Apache HTTP Server beinahe leichter zu installieren ist als XAMPP selbst. Die aktuelle Version 1.7.4 beinhaltet mindestens die Programme Apache HTTP Server 2.2.17, die freie Datenbank-Lösung MySQL 5.5.8, die Programmiersprache PHP 5.3.5 sowie den FileZilla FTP Server 0.9.37 zum Dateiaustausch und den Anwendungsserver Tomcat 7.0.3.

Bei der Installation von XAMPP kann der Nutzer den Server als Windows-Dienst einrichten.

Die Windows-Installation

Die Zusammenstellung ist für jedes Betriebssystem leicht unterschiedlich. So enthält die Windows-Fassung neben den genannten Anwendungen auch ein Transportsystem für E-Mail-Nachrichten namens Mercury Mail, das in den Unix- und Linux-Varianten komplett fehlt. Gegenüber diesen beiden Versionen fehlt XAMPP für Windows der Perl-Interpreter, der zum Beispiel für die Einrichtung des Blog-CMS Movable Type notwendig ist. Die aktuelle Windows-Ausgabe gibt es wiederum selbst in zwei Varianten: Einmal als einfaches ZIP-Archiv, das nur ausgepackt werden muss, sowie als vollwertige Anwendung mit eigenem Setup-Assistenten.

Für Einsteiger ist letztere Variante fast immer die bessere Lösung, da sie eine bessere Steuerung der Installation gestattet. So können etwa die XAMPP-Komponenten auf Wunsch als Dienst unter Windows eingerichtet werden, damit der Apache HTTP Server und die MySQL-Datenbank schon beim Systemstart geladen werden und sofort zur Verfügung stehen. Optional lässt sich auch verhindern, dass eine Gruppe im Startmenü für XAMPP angelegt wird - obwohl das sinnvoll ist, um auf die Admin-Konsole zuzugreifen.

Die XAMPP-Statusseite zeigt an, welche Komponenten des Programmpakets aktiviert sind.

Htdocs und Datenbanken

Egal ob Windows-PC oder Mac: XAMPP stellt unter jeder Plattform das sogenannte Control Panel bereit, mit dem sich einzelne Dienste des Programmpakets starten und beenden lassen. So gibt es in der Windows-Fassung beispielsweise einen Knopf für Apache, MySQL und auch den FTP-Server. Sobald die Einrichtung des Servers abgeschlossen ist und dieser über das XAMPP Control Panel gestartet wurde, kann der Nutzer das erste Mal im Browser auf seinen Webserver zugreifen: In der Regel ist dieser über den Hostnamen localhost beziehungsweise die IP-Adresse 127.0.0.1 erreichbar.

Im Unterverzeichnis xampp befindet sich eine spezielle Seite, die Informationen über die Konfiguration des Webservers ausgibt. Jeder Benutzer sollte dort einen Blick auf die Sicherheitsüberprüfung werfen, die auch auf fehlende MySQL-Kennwörter hinweist.

Standardmäßig ist XAMPP kaum gesichert, sodass Angreifer sich im lokalen Netzwerk als root-Nutzer ohne jedes Kennwort mit der Datenbank verbinden können und volle Systemverwaltungsrechte besitzen. Um den Betrieb von XAMPP auf dem eigenen PC einzuschränken, ist die Windows Firewall sehr gut geeignet: Sofern diese eingeschaltet ist, fragt der Rechner sowieso beim ersten Start der XAMP-Komponenten, ob diese zugelassen oder gesperrt werden sollen. Sofern man den Apache HTTP Server freigibt und MySQL auf die lokale Systemumgebung beschränkt, hat man schon ein ganzes Stück an Sicherheit gewonnen.

Die Sicherheitsüberprüfung in XAMPP untersucht das System auf Schwachstellen.

Einige Benutzer werden sich bei der Installation von Drupal oder WordPress auf ihrem heimischen System sicher fragen, wo sie denn eigentlich die Dateien der Programme ablegen sollen, damit diese über den Server erreichbar sind. Das entsprechende Verzeichnis nennt sich "htdocs" und befindet sich direkt im XAMPP-Hauptordner, das Anlegen einer Verknüpfung auf dem Desktop erleichtert den täglichen Umgang damit. Im htdocs-Ordner findet der Benutzer übrigens auch schon einige bestehende Webanwendungen, wie zum Beispiel das Datenbank-Tool phpMyAdmin. Damit kann man MySQL-Datenbanken relativ leicht administrieren.

Betrieb mit Mac OS X 10.5

Die Konfiguration von XAMPP ist unter Mac OS X sogar noch etwas einfacher als unter Windows: Statt des Setup-Assistenten muss der Nutzer hier lediglich die XAMP-Hauptdatei aus einem DMG-Image auf den Programme-Ordner ziehen, damit alle notwendigen Komponenten in diesen kopiert werden. Grundsätzlich gleichen sich XAMPP unter Windows und Mac OS X, im Detail gibt es jedoch einige Unterschiede: So haben die Entwickler das XAMPP Control Panel für den Mac mit etwas weniger Funktionen ausgestattet, dafür werden es viele Nutzer als übersichtlicher empfinden. Durch die spezielle Architektur von Mac OS X ist es außerdem möglich, Webseiten nicht nur im htdocs-Ordner abzulegen, sondern auch im Websites-Ordner eines jeden Benutzers. Die Inhalte dort sind dann unter der Adresse http://localhost/~benutzername/ erreichbar.

Für diejenigen Nutzer, die XAMPP unter Mac OS X nichts abgewinnen können, gibt es eine gute Alternative: Mit MAMP bietet die Appsolute GmbH aus Rheinland-Pfalz ein Serverpaket ausschließlich für den Mac an, das für PHP-Entwickler noch einige Leckerbissen bereithält. So werden der Zend Optimizer und die Cache-Lösungen APC, eAccelerator und XCache mitgeliefert, die vornehmlich bei anspruchsvollen Projekte für etwas mehr Geschwindigkeit sorgen. Neben der Standard-Fassung von MAMP gibt es auch eine kostenpflichtige Pro-Variante für 39 Euro, die eine umfangreiche Konsole zur Steuerung des Webservers beinhaltet. Der Mac-Anwender kann darüber nicht nur virtuelle Server im Apache HTTP Server anlegen, sondern zum Beispiel auch die MySQL-Konfiguration anpassen, Optionen für den PHP-Interpreter ändern und noch vieles mehr.

XAMPP bringt in der aktuellen Version neben MySQL natürlich auch PHP mit.

Mit Hilfe der Integration von DynDNS kann der heimische Mac sogar zum vollwertigen Webserver werden, sofern er über eine permanente Internetverbindung verfügt. Die Pro-Version von MAMP erinnert teilweise stark an die Server-Variante von Mac OS X, auch wenn das Apple-Betriebssystem natürlich noch deutlich über die Funktionen der Software hinausgeht - aber bei weitem nicht so viele Programme mitbringt.

Fazit

XAMPP 1.7 ist eine Zusammenstellung vollständig kostenloser Open-Source-Programme, die auch unerfahrenen Heimanwendern die problemlose Konfiguration eines professionellen Webservers ermöglicht. Mit dem Programm können ambitionierte Nutzer zum Beispiel vorab in aller Ruhe testen, welche Funktionen ein CMS wie Drupal oder WordPress bietet, bevor sie es endgültig auf den Speicherplatz beim Webhoster hochladen. Einzig die unzureichende Absicherung der Standard-Installation trübt das solide Bild von XAMPP ein wenig.

Kommentare zu diesem Artikel

Wer unter Linux einen Webserver konfigurieren möchte, kann das in wenigen Minuten über die Paketverwaltung des Systems erleben. Unter Windows und Mac OS X ist das jedoch deutlich schwieriger. Anwendungen wie XAMPP greifen Nutzern unter die Arme und erleichtern auch die Integration von Skriptsprachen.

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  • Voku schrieb Uhr
    AW: XAMPP 1.7: Der Heim-Webserver mit PHP, MySQL, Perl und Co.

    ... aber wirklich nur im lokalen Netzwerk verwenden, falls man eine richtige Webseite online bringen möchte, sollte man sich Linux z.B. Debian installieren und sich die entsprechenden Programme selber installieren!!! :)

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2011-05-20 15:34:01
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