Wahrscheinlich deutlich mehr als gedacht
Astronomie: "Waisen-Planeten" in der Milchstraße entdeckt
Ein internationales Forscherteam hat Planeten entdeckt, die sich durch die Milchstraße bewegen ohne dabei einen Heimatstern zu umkreisen. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass solche wandernden Planeten etwa doppelt so häufig vorkommen wie Sterne.
Für die Entdeckung haben zwei Forschergruppen das Zentrum der Milchstraße mit Hilfe von Teleskopen über zwei Jahre hinweg - 2006 und 2007 - beobachtet. Die Studie wurde von Takahiro Sumi der Osaka Universität geleitet. Die Ergebnisse sind in der aktuellen Ausgabe des Fachmagazins "Nature" erschienen. Das Team um Sumi setzte sich aus Forschern des Microlensing Observations in Astrophysics (MOA) und The Optical Gravitational Lensing Experiment (OGLE) zusammen.
Zehn Planeten der Größe von Jupiter
Die Wissenschaftler haben während ihren Beobachtungen zehn Jupiter-große Planeten entdeckt, die sich offenbar frei durch die Milchstraße bewegen. Diese "Waisen-Planeten" sind laut NASA rund 10.000 bis 20.000 Lichtjahre von der Erde entfernt zu finden. Bislang ist die Wissenschaft zwar davon ausgegangen, dass es solche Planeten gibt, aber erst jetzt wurden sie auch tatsächlich aufgespürt.
Diese zehn Planeten dürften dabei längst nicht die einzigen sein, die sich ohne Heimatstern bewegen. Die Forscher schätzen auf Basis ihrer Entdeckung und entsprechenden Hochrechnungen, dass es doppelt so viele sonnenlose Planeten gibt wie Sterne. Die Forscher glauben, dass diese Planeten aus entstehenden Planetensystem herausgeschleudert wurden.
Gravitationslinseneffekt wurde genutzt
Theorien, die sich mit der Entstehung von Planeten beschäftigen, gehen davon aus, dass sich Planeten mit einer geringen Masse - etwa wie die der Erde - häufiger aus einem entstehenden Planetensystem ausgestoßen werden. Deshalb sind solche "leichten" Planeten wahrscheinlich deutlich öfter ohne Heimatstern unterwegs als solche mit einer Größe des Jupiters.
Die zehn Planeten wurden mit Hilfe des so genannten Gravitationslinseneffekts aufgespürt. Wenn sich ein Stern oder ein Planet vor einem entfernteren Stern befindet, krümmt der vordere Himmelskörper durch seine Anziehungskraft das Licht des Sterns im Hintergrund. Dadurch wird es vergrößert und erscheint heller. Mit dem Gravitationslinseneffekts wurde unter anderem eine Galaxie entdeckt, die zu einem sehr frühen Zeitpunkt entstanden ist. Andere Beobachtungen der Milchstraße haben neue Erkenntnisse zur ersten Sternengenerationen geführt - die so genannten "Spinstars".


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"Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass solche wandernden Planeten etwa doppelt so häufig vorkommen als Sterne." Ich bin mir sicher, dass Wissenschaftler davon ausgehen, dass sie etwa doppelt so...