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3D-Fernseher im Test: Toshiba 55 WL 768 G
Premiere bei Toshiba

von Florian Friedrich Uhr veröffentlicht

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Toshiba wagt sich in die 3D-Fernseher-Welt: Netzwelt hat sich die Premiere vorgenommen und sie auf Herz und Nieren geprüft. Wie sich der 55-Zoll große 3D-Fernseher schlägt, lesen Sie im Test.

Am Thema 3D kommt kein Hersteller mehr vorbei - auch nicht Toshiba. Die Japaner präsentieren mit dem 55 WL 768 G einen 3D-Fernseher mit Shutter-Technik. Ob der 55-Zöller auf Anhieb mit der Konkurrenz mithalten kann, zeigt der netzwelt-Praxistest.

Megaflach: Der 55-Zöller ist gerade mal drei Zentimeter tief.

Technik und Ausstattung

Toshibas erster 3D-Fernseher ist da. Und der ist ganz schön groß, nämlich gleich 55 Zoll, was 139 Zentimetern Bildschirmdiagonale entspricht. Darüber hinaus glänzt der Toshiba mit einer 200-Hertz-Technik, die die Bewegungsschärfe optimieren soll, sowie Edge-LED-Hintergrundbeleuchtung, die den Stromverbrauch senkt und gleichzeitig den Kontrast steigert. Aber auch optisch macht der 55-Zöller einiges her: plane Front im Hochglanz-Look und schmale Bildschirmeinfassung - ein echter Hingucker.

Der eingebaute Multituner ist für alle Empfangswege gerüstet, also für DVB-C, DVB-T und DVB-S2. Dank CI+-Schacht kann man mit dem entsprechenden Modul samt Karte auch die HD-Programme der Privatsender empfangen. Sogar ein WLAN-Modul spendierten die Entwickler dem Toshiba, so gelangen zum Beispiel Dateien vom Rechner drahtlos auf den Fernseher.

Aber auch über die beiden USB-Schnittstellen kann man Filme, Fotos und Musik zuspielen. Selbst iPhone-Besitzer dürfen sich freuen, denn für sie gibt es die App "Toshiba Media Controller", mit deren Hilfe man die Streamingfunktion steuern kann. Die Internet-Angebote halten sich allerdings in Grenzen - mit dem Toshiba kann man nur YouTube-Videos abrufen, sonst nichts.

Tüftler freuen sich derweil über die vielen Bildregler, etwa für Gamma, Farbtemperatur oder Farbbalance. Sogar ein Universal-Testbild spendierten die Entwickler dem Fernseher. Dieses erlaubt eine präzise und schnelle Kontrolle der wichtigsten Einstellungen.

Handhabung und Klang

Obwohl der 55-Zöller extrem viele Funktionen bietet, bleibt er in der Bedienbarkeit einfach und intuitiv. Das liegt auch am Bildschirmmenü, das zwar ein wenig nüchtern, aber dafür übersichtlich wirkt. Auch die Fernbedienung ist praxisgerecht, wenn man von dem überfrachteten Steuerkreuz in der Mitte absieht.

Kritik muss sich die Senderliste gefallen lassen, da sie die dritten Programme viel zu weit hinten einordnet. Auch einen Sortierfilter zum schnellen Finden von Sendern suchte netzwelt vergeblich. Immerhin gibt es gut funktionierende Favoritenlisten. Nicht optimal fällt die Entspiegelung des Schirms aus: Bei ungünstiger Aufstellung treten störende Spiegeleffekte auf. Die eingebauten Lautsprecher bekleckern sich nicht gerade mit Ruhm: Besonders der Mittenbereich klingt verfärbt, der Bass neigt bei höheren Pegeln zum Verzerren. Auch das Fehlen eines Kopfhörerausgangs hinterlässt nicht den besten Eindruck.

Sehtest Standardsignale

Schnell stellt sich heraus, dass der AV-Modus "Hollywood" die farbneutralsten Voreinstellungen liefert. Grundsätzlich zeigt der 55-Zöller ein kräftiges Bild, bei dem der Stromverbrauch angesichts der Bildgröße mit 173 Watt recht niedrig bleibt. Egal ob SD- oder HD-Zuspielung: Der Sat-Tuner bietet in jeder Lebenslage ein sauberes und detailreiches Bild.

Objekte, die sich schnell bewegen, verwischen nicht, was für die 200-Hertz-Technik spricht. HDMI-Signale, die von Settop-Boxen stammen, zeichnet der Toshiba bei 576i-Auflösung etwas zu weich. Hochskalierte TV-Signale sehen besser aus, allerdings vermisst die Redaktion ein passendes Letterbox-Zoom für Sender im 4:3-Format.

Blu-ray-Bildqualität

Bei hochauflösenden Signalen zeigt der Toshiba 55 WL 768 G eine hohe Schärfe, wenngleich feinste Details nicht ganz so gestochen scharf wie beim netzwelt-Referenz-TV, dem Pioneer-Plasma KRP-500, herauskommen. Helle Szenen bei Tageslicht wirken kräftig, wie das vierte Kapitel des Bond-Blockbusters "Casino Royale" demonstriert. Lediglich die Farben wirken einen Hauch zu kühl, und ein leichter Cyan-Stich lässt sich ebenfalls beobachten.

Dagegen kann der Besitzer aber leicht etwas unternehmen, indem er die Position des Farbtemperatur-Reglers von den voreingestellten zwei auf null stellt. Dann sinkt die Farbtemperatur von zu kühlen 7.200 Kelvin auf fast ideale 6.600 Kelvin.

Toshiba 55 WL 768 G

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Megaflach: Der 55-Zöller ist gerade mal drei Zentimeter tief.

Die Bewegungsdarstellung von 24p-Signalen von Blu-ray sieht natürlich aus, schnelle Motive erscheinen allerdings nicht immer mit klarer Kontur, sondern weisen einen leichten Nachziehschweif auf. Es gibt auch eine Schaltung, die die Bewegung glättet und das typische Filmruckeln eliminiert. Dazu muss man die "Filmstabilisierung" von "Standard" auf "Mittel" stellen.

Nicht optimal gelingt die Darstellung von nächtlichen Szenen, wie netzwelt anhand der düsteren "Krabat"-Blu-ray feststellt. Denn dort leuchten dunkle Bilder besonders an den Rändern bläulich. Hinzu kommt noch, dass der relativ niedrige Kontrast kaum Tiefenwirkung entstehen lässt. Und blickwinkelabhängig ist der Toshiba auch: Wer seitlich versetzt sitzt, sieht ein aufgehelltes Bild. Den besten Kontrasteindruck hinterlässt der große Japaner bei leichter Zimmerbeleuchtung.

3D-Bildqualität

Auch hier empfiehlt sich als beste Voreinstellung "Hollywood", am besten kombiniert mit maximaler Hintergrundhelligkeit. Dann wirkt das Bild in dunkler Umgebung mit rund 30 Candela pro Quadratmeter ausreichend strahlkräftig. Kommt hingegen Umgebungslicht ins Spiel, stört das Spiegeln des Bildschirms den 3D-Genuss beträchtlich.

Beim Sehtest kommt die 3D-Fassung von "Avatar" zum Einsatz, die mit hervorragenden Effekten glänzt. Vor allem die Tiefeneffekte wirken hier besonders natürlich, da James Cameron auf übertriebene perspektivische Verzerrungen verzichtet. Aufgrund des großen Bildschirms von 55 Zoll wirkt das Geschehen beeindruckend.

Erfreulich findet netzwelt auch, dass sich Doppelkonturen - im Gegensatz zu den meisten anderen 3D-TVs - in Grenzen halten. Die Farben wirken aber deutlich zu kühl, weil sich die Farbtemperatur im 3D-Betrieb auf fast 10.000 Kelvin erhöht. Kameraschwenks gelingen scharf, stottern allerdings auch leicht.

Aufgrund der ungleichmäßigen Ausleuchtung kann es in großflächig hellen Bildern zu Flackern kommen. Die 3D-Shutterbrillen gefallen hingegen mit einem großen Blickfeld, das größer als bei anderen Herstellern ausfällt.

Fazit

Vor allem der schwache Kontrast macht dem Toshiba einen Strich durch die Rechnung, da dunkle Bilder so kaum Tiefenwirkung entfalten können. Auch die starke Blickwinkelabhängigkeit ist im Heimkino nicht von Vorteil. Auf der anderen Seite punktet der Toshiba 55 WL 768 G mit seinem schicken Design, seinem niedrigen Stromverbrauch und seinen vielen Bildreglern. Im Internet bekommt man ihn bereits für 1.900 Euro, also 1.400 Euro unter Listenpreis.

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3D-Fernseher im Test: Toshiba 55 WL 768 G
3D-Fernseher im Test: Toshiba 55 WL 768 G
Schickes Design, niedriger Stromverbrauch und 3D: Dadurch zeichnet sich der Toshiba 55 WL 768 G aus.
http://www.netzwelt.de/news/86771-3d-fernseher-test-toshiba-55-wl-768-g.html
2011-05-19 10:35:04
http://img.netzwelt.de/dw120_dh90_sw0_sh0_sx0_sy0_sr4x3_nu0/article/2011/megaflach-55-zoeller-gerade-mal-drei-zentimeter-tief-bild-netzwelt5761.jpg
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