Düstere Zukunftsaussichten
Im Kurztest: Earthrise
Mit einem Szenario von morgen und einer Technik von gestern dürfte das Online-Rollenspiel "Earthrise" der bulgarischen Masthead Studios nur geringe Aussichten auf Erfolg haben. Es müsste schon ein Patch-Wunder geschehen, damit man sich freiwillig in die Schlacht zwischen Rebellen und Regierungstruppen auf einer postapokalyptischen Erde wirft.
Online-Rollenspiele mit Science-Fiction-Hintergrund haben es offenbar schwer, gegen ihre fantastischen Genre-Kollegen anzukommen. Vom virtuellen Weltall-Simulator "Eve Online" einmal abgesehen, scheiterten sowohl Richard Garriots ambitioniertes "Tabula Rasa"-Projekt als auch Sonys actionlastiges "PlanetSide". Die Umsetzung der TV-Serie "Stargate" schaffte es nicht mal zur Veröffentlichung - und "Star Trek Online" kämpft um jeden User. Wie soll es da einem Titel wie "Earthrise" gelingen, sich zu etablieren?
Denn schon nach kurzer Zeit wird klar, dass dieses Spiel in seiner jetzigen Form nicht in den Handel hätte kommen dürfen und noch viel Feinschliff benötigt. Nicht nur, dass die Präsentation aktuellen Standards weit hinterherhinkt, auch die Steuerung, das Gameplay und die Kämpfe überzeugen in keinster Weise. Dazu trüben haufenweise Grafikfehler das Bild, beispielsweise scheint die Figur beim Laufen vielmehr über den Boden zu schweben. Und die Schatten sehen aus, als ob die Füße des Charakters abgehackt wurden.
Video: Earthrise
Schlimmer noch als die technischen Schlampereien ist der mangelnde Komfort von "Earthrise": Die Menüs, etwa die Verwaltung der Fertigkeiten und Handwerksberufe des eigenen Helden, sind trist und dennoch unübersichtlich geraten - ein Buchstabenschwulst sondergleichen. Zudem wird der Spieler nach einem öden Tutorial ohne Anhaltspunkte in dem weitläufigen Gebiet ausgesetzt. Was zu tun ist? Das darf man selbst rausfinden ...
Im Test: Earthrise
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Bild vergrößern Unfertig und inspiriert: "Earthrise" dürfte es schwer haben, sich auf dem Online-Rollenspiel-Markt zu etablieren. (Bild: Iceberg Interactive) - Bild 2 von 9
Bild vergrößern In ferner Zukunft bekriegen sich Rebellen und Regierungstruppen. (Bild: Iceberg Interactive) - Bild 3 von 9
Bild vergrößern Nach ödem Tutorial lässt "Earthrise" den Spieler im Stich. (Bild: Iceberg Interactive) - Bild 4 von 9
Bild vergrößern Nicht nur die Präsentation von "Earthrise" hinkt aktuellen Standards weit hinterher. Auch Gameplay und Steuerung sind schwach. (Bild: Iceberg Interactive) - Bild 5 von 9
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Ruckeleien und Verzögerungen bei der Serververbindung setzen dem "Vergnügen" die Krone auf, weshalb dringend vom Kauf dieses Online-Machwerks abzuraten ist. Vielleicht ist "Earthrise" in ein paar Monaten etwas ansprechender - sofern es bis dahin gesund gepatcht wurde oder überhaupt noch am Leben ist.
Datenblatt
| Earthrise | |
| Spielname | Earthrise |
| Hersteller | Iceberg Interactive/Masthead |
| Vertrieb | Koch Media |
| Genre | Rollenspiel |
| Erhältlich ab | 15.04.2011 |
| Preis | ca. 50 Euro |
| EAN Code | 8718144470741 |
| Schwierigkeit | Für Fortgeschrittene |
| Alter | ab 12 Jahren |
| Multiplayer | Online |
| Sonstiges | Minimum CPU mit 2,4 GHz, 2 GByte RAM, Grafikkarte mit 256 RAM, 20 GB freier Festplattenspeicher, Internetanbindung |
| Bewertung Grafik | mangelhaft |
| Bewertung Steuerung | mangelhaft |
| Bewertung Sound | ausreichend |
| Bewertung Spielspass | mangelhaft |
| Bewertung Gesamt | mangelhaft |
| System | PC |
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