Netzwelt-Wissen: Die Registrierungsdatenbank in Windows
Der Registry-Editor
Der Inhalt der Windows-Registrierung wird in Dateien mit der Erweiterung .reg gespeichert, die jeder Nutzer durch einen Doppelklick öffnen und importieren kann. So ist es theoretisch zum Beispiel möglich, die Registrierungsdatenbank eines beliebigen Windows-PCs auf einen dritten Computer zu übertragen, auch wenn das in der Praxis häufig zu Problemen führt und nur selten sinnvoll ist. Um die gespeicherten Schlüssel anzusehen, ist in Windows der Registrierungs-Editor vorgesehen. Diesen kann der Benutzer durch Eingabe der Abkürzung "regedit" in der Kommandozeile starten. Das Programm ist sehr einfach gehalten, bietet aber trotzdem eine Vielzahl nützlicher Funktionen. Unerfahrene Nutzer sollten aber nur äußerst vorsichtig damit arbeiten! Prinzipiell kann das Löschen einzelner Schlüssel das gesamte System unbrauchbar machen.
Die Registrierungsdatenbank in Windows XP, Vista und dem aktuellen Windows 7 ist in fünf Hauptgruppen unterteilt: Die erste nennt sich HKEY_CLASSES_ROOT und speichert Informationen über jeden unterstützten Dateitypen des Rechners, dessen Symbol und den zugeordneten Anwendungen. In HKEY_LOCAL_MACHINE werden alle Optionen und Einstellungen abgelegt, die sich alle Benutzer des Systems teilen - beispielsweise die Konfiguration der Windows Updates. Diejenigen Schlüssel, die nur auf einen einzigen Nutzer zutreffen, landen in der Gruppe HKEY_CURRENT_USER, die mit einem anderen Abschnitt in HKEY_USERS verknüpft ist. Dieser Ordner ist die Sammelstelle für alle Einstellungen, die jemals ein Benutzer im System vorgenommen hat.
Analog zur Verknüpfung von HKEY_CURRENT_USER auf HKEY_USERS bildet HKEY_CURRENT_CONFIG das aktuelle Hardware-Profil als Verknüpfung zu HKEY_LOCAL_MACHINE ab. Mit dem Registrierungs-Editor können Nutzer die Bezeichnung, den Typ und den Wert eines Schlüssels ansehen und ändern.
Nutzerrechte
Das ist aber nicht bei jedem Schlüssel ohne Systemverwaltungsrechte möglich. Personen mit Standard-Nutzerkonto können lediglich den Inhalt von HKEY_CURRENT_USER bearbeiten, für tiefere Eingriffe an anderen Bereichen der Registrierungsdatenbank muss man mit einem Administrator-Konto angemeldet sein oder zumindest den Editor mit erweiterten Berechtigungen starten. Das Programm besitzt im Menü eine Möglichkeit, die Zugriffsrechte des aktuellen Schlüssels anzuzeigen und gegebenenfalls auch zu ändern.
Fazit
Leider ist die Registrierungsdatenbank in Windows berüchtigt dafür, dass sie mit dem Betrieb eines PC immer größer wird und sich dort viel Müll ansammelt. So entfernt praktisch kein gängiges Windows-Programm die bei der Installation oder Benutzung selbst erstellen Schlüssel, selbst wenn es korrekt über die Systemsteuerung entfernt wird. Damit unterscheidet sich Windows aber nicht groß von Mac OS X, dessen Konfigurationsdateien auch im Library-Ordner des Nutzers bestehen bleiben - doch dort hat das praktisch keinerlei Auswirkungen. Nur die Registrierung unter Windows wird bei jedem Systemstart komplett geladen.
